Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 28 (1864)
- Issue
- Heft 13 (22.3.1864)
- Date
- 1864-03-22
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3224737-3226418-3226432--22003-3259250- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
13. r8.J-hrgang. Allgemeine Zeitung des Zudenthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippfon in Bonn. Leipzig, den 22. März 1864. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Dienstags, in ll/t dis 2 Dogen. Preis des Jahrgang- 3 Thlr. Halbjährig 1 Thlr. 15 Ngr. Vierteljährig 22'/2 Ngr. Inserate werden mit 1^/rNgr. für die Petitzcile oder deren Raum berechnet. Beilagegebühren betragen für 1 Dogen 4 Thlr., für */2 Dogen 3 Thlr., für V* Bogen 2 Thlr. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Haupt'. Expedition für beide Letztere hat sich das Königl. Sachs. Haupt-Zeitungs-Bureau hier unterzogen. Für das zehnte Jahr des Institutes zur Förderung der israelitischen Literatur (I. Mai 1864 bis 1. Mai 1865) ersuchen wir die Herren Autoren, welche ein belletristisches Werk, sei es Roman, sei es Novelle, das unserm Gebiete angehört, abgefaßt, oder damit beschäftigt sind, mit uns wegen Uebernahme in Verbindung zu treten. Bonn, Leipzig und Braunschweig, im März 1864. Di. Philippfon. Dr. Goldfichmidt» Dr. Herzfeld. Inhalt. Leitende Artikel r Politische Briefe. II. — Literarischer Wochenbericht. — Zeitungsnachrichtenr Deutschland: Stuttgart. Preußen: Berlin. Berlin, Berlin, Lebus, Breslau. Oesterreichischer Kaiferstaat: Wien, Linz, Preßburg, Aus Ungarn, Papa. Großbritannien: London. Amerika: Philadelphia. Leitende Artikel. Bonn, 13. März. Politische Sriefe. II. Es ist durchaus nicht schwierig, aus der erkannten Negation das Positive herauszufinden, und Sie erlauben mir, verehrter Freund, dies jetzt in aller Kürze zu thun. Ich habe die Enttäuschung jener vor anderthalb Jahrzehenden allgemein verbreiteten Hoffnung dauernder Friedhaftigkeit als die erste bezeichnet, welche die gegenwärtige Zeit erfahren hat. Was anders beweist dies, als daß in der civilisirten Well jetzt ein tiefer Abscheu vor dem Kriege, vor dem brutalen Kampfe mit den Waffen vorhanden ist? Daß diese Verabscheuung des Krieges nicht etwa aus Verweichlichung und Schwäche erfließt, haben die civilisirten Völker überall bewiesen, wo sie mit Halb¬ oder gar nicht civilisirten Stämmen in Kampf geriethen und wo nicht allein ihre höhere Kriegskunst sondern auch ihr Muth, ihre Befähigung, die schwersten Strapazen zu ertragen, die außerordentlichsten Siege davontrugenz sie beweisen es täglich durch ihre Hingebung an wissenschaftliche Forschungen und industrielle Zwecke in den Wüsten Afrikas wie in den Polarmeeren, durch ihre Energie, mit welcher sie wider den Willen barbarischer Nationen große Werke in den entlegensten Welttheilen vollbringen. Man kann nicht anders sagen, als daß die europäischen Völker, selbst wenn sie durch die Umstände oder durch ihre Herrscher gezwungen werden, Krieg zu führen, dies zwar mit Muth und Lebhaftigkeit, aber doch nur mit innerem Wi-