Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 28 (1864)
- Issue
- Heft 12 (15.3.1864)
- Date
- 1864-03-15
- Page
- Seite 176 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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m ritz Weiß 18 kr., Heinrich Westheimer 45 kr., Meier Heynm Westheimer 1 fl.; zus. 31 fl. 50 kr. ftrach Abzug des Portos) ----- 18 Thlr. —- Gesammtsumme: 1996 Thlr. 19 Sgr. 6 Pf. Die Redaktion. Zerstreute Bemerkungen. Ein deutscher Schriftsteller unseres Glaubens, der vor einigen Jahren mit einer Broschüre, in welcher er eine jüdische Colonie in Jerusalem am Suezkanal oder Euphrat als die unerläßliche Bedingung der Fortexistenz des Judenthums aufstellte, einiges Aufsehen, zugleich aber auch vollständiges Fiasco gemacht, lagert jetzt seine Expectorationen in den Archive israölites ab. Wir haben nicht im geringsten die Absicht, ihn hierin zu stören. Wir haben immer die Ansicht gehabt, daß es am besten ist, solchen Scribenten kein Piedestal durch eine Polemik zu schassen, sondern daß das zweckmäßigste Mittel das Stillschweigen über sie ist. Man kann hierin keine Tendenz des Todtdrückens erblicken, denn es stehen jetzt einem jeden genugsam die Wege offen, um sich Zugang zum Publicum zu verschaffen. Es liegt vielmehr das Vertrauen auf den gesunden Sinn und das richtige Uriheil des Publicums darin, welches mit Extravaganzen und verkehrten Meinungen schon selbst fertig wird. Nur um das Vorgehen dieses nun wieder nach den Ufern der Seine verpflanzten Autors zu kennzeichnen, heben wir folgende Stelle aus seinem jüngsten Artikel heraus: „Wenn die israelitischen Reformatoren in Deutschland den Charakter unseres Cultus verändert haben, so geschah dies nicht, um denselben mit der Moral und den modernen Gesetzen in Einklang zu bringen, sondern in der ebenso eitlen als dem Geiste des Judenthums widerstrebenden Hoffnung, in ihre Tempel christliche Zuhörer zu locken und Propaganda unter den deutschen Protestanten zu machen, die trotz Hinneigung zum Rationalismus nicht weniger von feindseligen Gefühlen gegen unsere Brüder beseelt sind. Man hat sich religiöser Reformen bedient, um die politische Emancipation zu fördern, und man hat es sich weit mehr angelegen sein lassen, die Gebräuche eines anderen Cultus nachzuahmen als Mißbräuche abzustellen, die sich in den unserigen eingeschlichen haben und welche die eifrigsten Israeliten am ehesten desavouiren." Wenn Herr Heß als Bertheidiger der Minhagim hiermit die Bestrebungen, die in zahllosen, größeren, mittleren und kleineren Gemeinden Deutschlands seit 45 Jahren zur Verbesserung des gänzlich verfallenen und bis zum äußersten Mißbrauch der Formen gebrachten Gottesdienstes angestrengt worden sind, bezuchtigen und eine lange Reihe der strebsamsten und begeistertsten Lehrer des Äudenthums beschimpfen wollte, so wird es niemand für angemessen erachten, ihm die geringste Beachtung und eine ernste Widerlegung zu widmen. Sondern es genügt zu sagen, daß seine Insinuation, jene Gemeinden und jüdische Theologen hatten mit ihrer Cultusverbesserung nur Propaganda unter den Christen machen und die politische Gleichstellung fördern wollen, eine schmähliche Lüge ist, die lediglich auf den zurückfällt, der sie ausgesprochen, eine Lüge, die nur aus einem Geiste entspringen kann, in welchem für eine wahrhaft religiöse Begeisterung, für ein wirklich religiöses Bedürfniß kein Organ vorhanden ist. Wir könnten weiter gehen und sagen, daß der Verfechter des Socialismus und der Knappe des Hrn. Lasalle hiermit auch ein Denunciatiönchen versucht habe — da aber niemand, bei dem eine solche Denunciation am Platze wäre, die Auslassungen dieses Mannes zu Gesichte bekommt, so lassen wir dieses fallen. An dieser Probe wird übrigens jedermann genug haben und wir werden daher nicht darauf zurückkommen. Möge dieser Schriftsteller den Haß, den er gegen Deutschland hegt, auch auf seine deutschen Glaubensbrüder ausdehnen, die von seinen Sophistereien nichts wissen wollten, wir werden keine weitere Notiz davon nehmen. Literarischer Wochenbericht. Bonn, 3. März. Mit Subvention seitens des Instituts zur Förderung der israelitischen Literatur erscheint jetzt: „Religionsphilosophische Erläuterungen zur biblisch reinen Glaubens- und Pflichtenlehre, gegenüber dem Un- und Aberglauben, von Dr. Benjamin Hochstädter, Bezirksrabbiner" rc. Die Schrift besteht aus einer Reihe von zu großem Theile originellen und auf eigener Forschung beruhenden Bemerkungen über die wichtigsten religiösen Themata und wird den Lehrern unserer Religion eine willkommene Gabe sein. Von der neuen Talmudausgabe in Quart des Herrn A. Salomon in Tilsit kam soeben ein neuer Band an, enthaltend roiD , rwn