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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1864-02-02 · Heft 6 (2.2.1864) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
28 (1864)
Issue
Heft 6 (2.2.1864)
Date
1864-02-02
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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28. Jahrgang 6. Allgemeine Zeitung -cs Zudcntlnims. Ern unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Heraus gegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philipps«« in Bonn. Leipzig, den 2. Februar 1864. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Dienstags, in 1 */2 bis 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Lhlr. Halbjährig 1 Thlr. 15 Ngr. Vierteljährig 22'/aNgr. Inserate werden mit l'/aNgr. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Beilagegebühren betragen für 1 Bogen 4 Thlr., für ’/a Bogen 3 Thlr., für V* Bogen 2 Thlr. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs. Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Haupt. Expedition für beide Letztere hat sich das König!. Sachs. Haupt-Zeitungs'Bureau hier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel; Einige Nachwehen des Konrpert'schen Prozesses. — Einige kritische Blicke auf Zweck und Grund der Gesetze nach Maimonides. iSchluß.) — Spenden-Liste für die Rießer - Stiftung. — Literarischer Wochenbericht. — Zeitungsnachrichtenr Dentschland: Aus Würtemberg, (Schluß.) Preußen: Bonn, Breslau, Kleve. Oefterreichischer Kaiserstaat: Wien. Frankreich: Paris. Italien: Ferrara, Rom. Schweiz: Aus dem Aargau. Amerika: New-Dork. Palästina: Jerusalem. Leitende Artikel. Bonn, 24. Januar. Einige Nachwehen des Äompert'sthen Prozesses. Wir erhalten folgende Zuschrift: Wien, den 17. Jänner 1864. Geehrter Herr Redacteur! Nachdem meine Zeugenaussage in dem Preßprozesse wider Herrn vr. Leop. Kompert von Ihrem Berichterstatter so unvollkommen und corrumpirt*) in Ihrem geschätzten Journale veröffentlicht wurde, daß sie von seiten der Leser eine irrige Ausfassung erfahren und zu *) Unvollkommen — ja, corrumpirt — nein! denn in unserm Berichte wurde nichts weiter gesagt, als daß Herr Horwitz sich den Aussagen des Herrn Mannheimer angeschlossen habe. Die Redaction. böswilligen Deutungen Anlaß gegeben, erlaube ich mir, Sie hiermit auf die in No. 12 der k. k. „Wiener Zeitung" enthaltene amtliche Urtheilsabschrift, sowie auf die wörtlich darin angegebene Zeugenaussage mit der Bitte aufmerksam zu machen, gefall, davon Notiz nehmen zu wollen und dem diesbezüglichen Passus seinem Wortlaute nach in berichtigender Weise die Spalten Ihres vielgelesenen, geschätzten Blattes zu öffnen. Lazar Horwitz, Rabbiner. Abschrift aus No. 12 der k. k. „Wiener Zeitung". „Der Rabbiner Horwitz gab an: das Kapitel 53 Äesaias werde von den meisten Auslegern wie von Dr. Grätz aufgefaßt, weil der Anfang „Mein Knecht" das israelitische Volk bezeichne. Auch er finde in dem Artikel keine Schmähung der Lehre der Juden. Jeder Jude glaube zwar an einen persönlichen Messias, aber die Art und Weise, wie er erscheinen werde, sei ihm Vorbehalten." Wir haben in unserer Beurtheilung gesagt, daß die Energie der Zeugen, der Herren Mannheimer und Horwitz, alle Anerkennung verdiene; wir haben aber nicht gesagt, daß dies auch mit der Präcision ihrer Aussagen der Fall sei. Sehen wir z. B. auf die obige Aussage des Hrn. Horwitz, so begreifen wir nicht, wie er dieselbe hat beschwören können. Denn zu beeidigen, daß ein jeder Jude an einen persönlichen Messias glaube, ist mehr als gewagt, da es unzählige Juden gibt, die zwar an eine messianische Zeit aber nicht an einen per-

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