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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1896-12-18 · Heft 51 (18.12.1896) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
60 (1896)
Issue
Heft 51 (18.12.1896)
Date
1896-12-18
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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I/KE ** MZMWE^ ^dielfolgendermaßen lautete/ „Der- Offizier, welcher. vorstehend^ ine! '-Klageeingetragen hat, befand sich erstens in betrunkenem- Zustande; r zweitens^nannte er die hier anwesenden Hebräer-öffentlich „Juden" ^und! "Pigte ihnen.noch andere. Beleidigrmgen zu." Äuch.jseitens der Passagiere, eine? Klage - ins Buch eingetragen - ' -mor^plogijjues Jet-fpactionnels/qu’on peut xröäuu-el Amerika» . 6. R. New-Aork, im November. Herr Wechsler, Rabbiner emer Lleinenorthodoxen Gemeinde, giebt ein Jargon-Blatt unter, dem Titel Ibs levnsli Mmes heraus, welches ihm dazu diente, durch, komplizirte Schwindeleien sich Ginnahmen zu verschaffen. Zumeist erschien er in verschiedenen Geschäften, wo er sich als Repräsentant des New -Iorker orthodoxen Rabbiner-Verbandes vor stellte, welcher angeblich gegen dreihundert- Synagogen repräsentire,, vonderen Kanzeln für die betreffenden -Geschäfte Reklame gemacht weyden würde und in Lenen das Blättchen freizür . Verkeilung käme. Diese Zeitung sei das offizielle Organ des Rabbinerverbandes. Unter diesem Vorgeben erhielt der Reverend Dr. Wechsler : größere Beträge, welche er für sich verwendete. Der Rabbinerverband, .welcher -davon Kenntniß erhielt , veröffentlichte diese Thatsachen ', im „Amercian Hebrew", enthob Wechsler der Stelle eines Sekretärs? -und .schloß ihn aus dem Verbände aus. Obwohl der Mann sich schon ° vorher verschiedener Schwindeleien schuldig gemacht hatte,—er soll auch in -feiner ungarischen Heimath mancherlei „verwechselt" haben, — so.^daß es ganz unverständlich ist, wie man einem solchen Manne ein Ehrenamt --anvertrauen konnteverdient das Vorgehen des orthodoxen Rabbiner- Verbandes und seines Vorsitzenden Dr. Drachmann offene Anerkennung. In Reform-Kreisen ist man in solchen Fällen politischer. Wie die Armuth der Aermsten auch bei Juden ausgebeutet wird, davon giebt fol- "gender Fall Zeugniß. Gin gewisser Salomon Finkelstein in New-Iork chatte eine große Anzahl von Hausirer-Lieenzen erworben, die er an arme Glaubensgenossen, welche die Gebühr von drei Dollars jährlich nicht aufbringen konnten', für 25 Cents pro Tag abließ.' Finkefslein wurde mit einer Geldstrafe von zehn Dollars bestraft. — Der küMich in^der Mormonenstadt Salt Lake City verstorbene Friedrich H. Auerbach vermachte außer beträchtlichen Legaten an lokale Wohlthätigkeitsanstalten 500 Dollars dem Montefiore - Siechenhaus in New - Jork, '150 Dollars den jüdischen und 75 Dollars den christlichen Armen seiner Vaterstadt Fordon in Westpreußen. — Reverend Henry Coyen/aus San Antonio- Texas, veröffentlicht eine höchst interessante biographische Skizze über H^ry Castro, einen der thätigsten Pioniere der-Civilisation in diesem südwestlichen Staate der Union. Castro war als Sprößling einer p(/^^^chen Familie in Südfrankreich geboren und wanderte nach dern^A Napoleons nach Amerika aus, wo er sich für die'damals unabhängige'Republik Texas zu interessiren begann.- Gr leitete mehrere erfolgreiche Kolonisationen, von denen die eine ihm zu Mren den Namen Castroville trägt. Die Bürger von Texas haben, um das Andenken des eifrigen Pioniers zu ehren, einer-Grafschaft, den Namen Castro-County gegeben. Castro starb in Mexiko 1861,?der sich anschickte, eine Reise nach Frankreich arizutreten. So ist Castros Leben ' jene kräftige Widerlegung der Angabe Presfels (Artikel „Israel" in Herzog und. Plitts Realencyklopädie 2. A. VII. 260), daß der Jude die der Kultur noch nicht erschlossenen Länder meide und der Industrie anderer Völker „wie die Wucherpflanze dem Kornfelds" folge. — Die Zeitungen verbreiteten das Gerüchtdaß Fräulein Alice Belknay, Tochter des Staatssekretärs des Kriegswesens unter der Präsidentschaft Grantsich mit dem Attache der belgischen Gesandtschaft -Herrn Paul May verlobt habe und zum Judenthum übertreten wolle. Die Familie Beltnay setzt dem Gerücht ein schwaches Dementi entgegen. — Gin Bazar zv Gunsten des Neubaus des jüdischen Waisenhauses in Newark, New-JHrsey( ergab die Summe von 20000 Dollars. t Von Nah und Fern. --- Der Kaiser hat dem königlich italienischen Staatsangehörige" Rechtsanwalt Emanuel Salem zu.Salonik den Königlichen Krönet Orden-vierter Klasse verliehen. Die Pariser Akademie -der Wisset, schäften hat dem-Berliner Arzt Dr. Georg Joachimsthal für d!^ -Veaxb.eitung »einer. 1tz94 -gestellten Preisgufgabe -,Muäe äe8.etzLNAsmsu^s snr- 1'Lppg.rsü loeom'otsur" (Welche Formveränderungen '-lasten - sich - cry den Organen für.die-Fortbewegung experimentell durch AArderung-)y,en. Funktion erzeugen?) den krix?ourut in Höhe von 1800'' Francs ravgliehen. Wie mit.allen ersten Preisen, des. gerühmten Pariser-JnstiOeise .ist mit dieser AuszeichynngzgleiHzeitigderrTitel, einesLaureat de1'Ivstiürad verknüpft. — DerVorsitzdndedesVorstandesderPrLnzlauer.Syuagogesich, gemeinde Moritz MeyLr ist am Sonnabend nach kurzem -Krankeulagc.ergestorben. — An der Spj^tze-des neuen Justizpalastes in München sinsse über dem Portale die zwei Bundestafeln mit dem Zehn Geboten angebracht.- Das ist zweckentsprechend, denn die von-Gott dem Volke Israel offen-r barten und von diesem der Welt^überbrachten Zehn Gebote! sind, die Grundlage aller Justiz und aller Kultur. — Die.. Hauptversammlung des oberösterreichis chen Lehrer Vereins sprach ihre Mißbilligung 1 aus-über. die deutsch- und -lehrerfeindliche Haltung des Wiener' (antisemitischen) Gemeinderaths und protestirte angesichts der Beschlüsse des Salzburger- Katholikentages gegen die Bestrebungen auf Einführung der konfessionellen Schule und Erlangung der Mitaufsicht der Kirche über die Schule. In Prag wurde am 13. Dezember der Operateur an der chirurgischen Klinik, Herr Emil Fischl,. sub auopieüs imxerLtoris - promooirt. — In Cforn ok im Neutraer Komitate tödtete ein Bauer seinen Vater, weil dieser nicht für die antisemitische Volkspartei stimmen wollte. ' — In Hartmanitz (Böhmen), ist der dort allgemein beliebte Fabriksbesitzer Moritz Bloch durch einen Fall verunglückt und bald darauf .gestorben. Bei der Beerdigung hielt Rabbiner Dr. Wohlstein aus Schüttenhofen die Trauerrede, die einen tiefen Eindruck hervorgerufen : hat. — In Paris ist am 7. d. M. Professor Isidor Strauß, Mitglied der medizinischen Akademie, Lehrer der experimentellen Pathologie an der Universität, gestorben. Strauß erfreute sich in der wissenschaftlichen Welt eines großen Ansehens. Seine vornehmlichsten Arbeiten basirten auf dem Studium der Tuberkulose und ihrer Bacillen, ferner auf seinen Untersuchungen über die Cholera, welche er in Megypten anstellte. Seine pathologisch-anatomischen Monographien über Niere und Leber fanden große Beachtung. Endlich übersetzte er auch Pirchows Pathologie ins Französische. Strauß war ein Elsässer. - Er wurde 1845 in Dambach geboren und begann 1862 seine. Studien in Straßburg als Schüler von Kuß und Morel. Auch seine Leistungen: als Lehrer -fanden große Anerkennung. Sein Tod bedeutet einen schwer zu ersetzenden Verlust für die medizinische Wissenschaft..— Die. Mia- ' äemie äes Inseriptiovg st bsUss-Iettres in Paris! hcft am 4.« d.- Mts. > Salomon Reinach mit 19 gegen IO Stimmen,-die Pros. Hartwig! Derenbourg erhielt, zum Mitglieds erwählt. — In Paris ist Frau Caeile Furtado-Heine am IO. d. gestorben; ste war mit Rosa -Bon- . heur, einer der-einzigen beiden weiblichen Osflziere der Ehrenlegiondie es seit der Gründung des Ordensgegeben hat. Ihr Vermögen wird auf 200 Millionen geschätzt. Sie war als die größte Besitzerin französischer Staatsrente bekannte ste war aber auch eine der wohlthätigsten Frauen Frankreichs. Frau Furtado war eine Cousine von Heinrich Heine, die Wittwe seines Vetters Karl Heine. — M. Heumann- Bataillonschef im 128. Linienregiment, ist zum Oberstlieutencmt befördert worden. — In Luxe m b ur g feierte am 18. d. Mts. Herr Rabbiner i Dr. Blumenstein, einer der trefflichsten Vertreter dieses Berufes;, das 25 jährige Jubiläum seiner gedeihlichen Amtswirksamkeit. —' Frau Baron Clara Hirsch hat ein Heim für jüdische Lungenkranke in > ' London begründet und unter Leitung ihrer Verwandten, des Herrn Bischoffsheim, Sir Edward Sassoon und Frank Lucas gestellt. - Die Stifterin hat für diesen Zweck den-Betrag von 40 ooo bis 60000 Pfund - Sterling ausgesetzt. — Rev. A. Lüwy in London hat jüngst--seinen achtzigsten Geburtstagunter allgemeiner Theilnahme - gefeiert. ÄMir - senden dem verehrten Manne nachträglich die besten Glückwünsche. ~ . Rußland existirt seit einer Reihe von Jahren die Bestimmung, daß in . den „mittleren" Lehranstalten (Gymnasien u. s. w.) jüdische. Schüler; nur bis zu ejnem bestimmten. Prozentverhältniß zugelassen werden dürfen. . Das Unterrichts- Ministerium hat jetzt die Entscheidung -getroffen--daß dieses maximale Prozentverhältniß -nicht gellen - soll für die Gruppen der jährlich neu eintretenden Schüler; sondern' für den gesammten Schüler-; - bestand der Anstalt.- - Druckend Verlag'von Ruvolf Mosse in Berlin. Verantwortlich.für die-Redallion: Max Bauchwitz. (I 111 IM!: i ’I L r/tf MM

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