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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1896-12-18 · Heft 51 (18.12.1896) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
60 (1896)
Issue
Heft 51 (18.12.1896)
Date
1896-12-18
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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60. Jahrgang. Nr. 81 Kerlin» 18. Dezember 1898, Gin unparteiisches Organ für alles Mische Interesse. Diese Zeitung erscheint wöch entlich. Abonnements-Preis.- Durch Buchhandel, Posioder direkt von der Expedition in Berlin unter Streifband bezogen'viertelsährl.3 M. Red acte ur: Gusta v Karpeles. Begründet, von Rabbiner Dr Ludwig ßhilippson-Konn. . . Verlags-Expedition: Gerlin^ÄerNfaiemerftr. 48/49 Alle Zusendungen sllr Redaktion und' Expedition.sind an die Adresse : Verlag der „Allgem. Zeitung deS Judenthums", Berlin 8^., JemialemerStraße 48/49 zu richten. Verlag von. Rudolf Moffe, Berlin. Inhalt. Leitartikel: Ein neues Werk. — Die Woche. - Ein Amtsjubilänm. — Was thut in Wahrheit noch? Von Dr. Wilhelm Neumann. - Das jüdische Krankenhaus zu Memel. — Versammlung der Lehrer und Kultusbeamten der Provinz' Pommern. — Eine neue Bibelconcordanz. Von Dr. H. Salomonson. — Fettilleton: Andere Zeiten. Eine Erzählung von Gotthard Deutsch (Forts),— Sprechsaal. •- i Der Gemeindebote. Korrespondenzen und Nachrichten: Berlin, Bernsladt. i. Schl., Altona, Iserlohn, München, Wien, Troppau, Essegg, Ssewastopol, New-York.— Bon'Rah nnd Fern. Gin neues Werk. Berlin, 15. Dezember. im dankenswerthes-Unternehmen hat von Hamburg .aus seinen Anfang, genommen. Unsere Leser erinnern sich noch des ijntereffanten Vortrags von Dr. Georg Minden über jüdische Volkskunde (Nr. 12 und 13. d. Jahrg.) Wir gehen wohl ' nicht fehl, wenn wir annehnien, daß dieser Vortrag die erste Anregung zu den Sammlungen zur jüdischen Volkskunde gegeben, die jetzt durch ein-Komitee der Henry Jones-Loge in Hamburg in tüchtiger Weise eingeleitet werden. Das Programm enthält'zunächst eine Einladung, der wir mit voller Zustimmung folgende Sätze entnehmen: So oft Israel der Väter Erbe bedroht sah, sammelte es sorgfältig - und übersichtlich seine Schätze, den Seinen den Stolz am Besitze zu stärken und die Treue in seiner Vertheidigung gegen den äußeren Feind. Unser gesannntes Schriftthurn giebt davon beredte Kunde. Hier gilt es nun, nicht sowohl denkend zu schätzen und zu schützen, wasunsere Väter lehrten, als, liebend zu erfassen, und zu erhalten., was; sie; lebten. Wie unser Schriftthum, so soll auch unser Bolksthum uns ein Bollwerk werden nach außen und nach innen! Die. Wissenschaft, die uns unser Schriftthum neu erschlossen imbdamit neu geschenkt, die Wissenschaft, Israels nie versagende Wehr, soll durch stille Arbeit, fern von den Kämpfen des Tages, auch unser Volksthum unserem Herzen wieder erobern, sie soll in Zeiten i der Erschlaffung und Zersplitterung wieder stärken und sammeln. Wohlan denn, theurer Glaubensbruder! Schenken Sie-unserer Bitte Ohr und Herz Widmen Sie unserem Unternehmen Ihre geschätzte Hilfe! Tragen Sie nach Kräften mit bei, und jedes Scherflein soll uns willkommen sein — zu unseren Sammlungen zur-jüdischen Volkskunde! Der Einladung selbst ist ein Fragebogen beigelegi, der das Schema solcher Sammlungen etwa nach dem Muster, welches Karl Weinhold für deutsche Volkskunde'aufgestellt, in geschickt zusammenfaffender Weise folgendermaßen rubrizirt: I. »Namenkunde und Mundartliches. 1. Die Namen des Wohnortes, der Straßen, Häuser, Höfe, der Wiesen und Bache der Umgebung u. ä.' in jüdischer und nichtjüdischer Form. ' 2; Desgleichen besonders i bemerkenswerthe Rüfnamen und. Familiennamen. . 3.' Spitznamen u. ä. für Einzelne, sowie für ganze Ortschaften. 4.. Rpfnam^n.und Zurufe für Hausthiere. 5. Sonstige Thiernamen/ Pflanzennamen 6. Redensarten und Sprichwörter; beliebte Cilate. 7. Besondere grammatische Erscheinungen, besonders in der Aussprache (z. B. des PT [Gh.et], des p [Ajin], des . . [Zere], i [Cholem] u. s. w.). 8. Unterschiede von der Mundart in der Nachbarschaft. 9. Eine kleine Erzählung in der Mundart des Ortes. II. Dichtung. 1. Kinderlieder- Kinderreime, Wiegenlieder, Kinderspiele. 2. Jahreslieder zu Purim, Chanuka u. s. w. 3. Hochzeitlieder, Scherzlieder u. a. Volkslieder.. 4. Märchen, Schwänke und Schnurren. 6. Räthsel und Scherzfragen. 6. Sinnsprüche, Inschriften an Haus und Geräth, auf Grabsteinen, Siegeln u. s. w. III: Glaube und Sage. 1. Gespenster, Schedim u. s. w. 2. Zauberei^ Beschwörung. Das böse Auge u. s. w. 3. Todesengel u. ä. 4. Natur- und Hausdämonen. 5. Sagen und besondere Vorstellungen von,, Thieren und Pflanzen, von Himmelskörpern und Himmelserscheinungen (Islcukut) u. f. w. 6. Orts sagen von Entstehung der Städte,' verborgenen Schätzen u. ä. 7. Geschichtliche Sagen, Ein- und » Auswanderung der Bevölkerung, vor allem der jüdischen, Krieg, Landplagen u. s. w. Gedenktage, Fasten, Heroen in Ländern, wie besonders Aethiopien, Arabien, Persien, Indien, China, dev Krim, und in'Städten, ' wie Frankfurt a.M.> Worms, Mainzu. a. 8. Besonderheiten im Gottesdienst, Gebete, Thoravorlesung,. Priestersegen, allgemeines Verhalten .im Gotteshause, Wallfahrten, Spenden u. s. w. 9. Hauptgegenstände des Studiums, Heilige Schrift, Talmud, Sohar, Maimönides u. s' w. IV. Sitte und Brauch. 1. An bestimmten Tagen und Zeiten des Jahres. An den hohen: und den Wallfahrts-Festen, besonders an Hoschana rabba und Simcha Thora, ferner an Chanuka, am 15. Schebhat, an Purim, in den Sefira-Tagen, am 9. Abh u. s. w. Ueberall sind »auch? die besonderen, Speisen angegeben. 2. Im Familienleben, a) Die Wöchnerin, Schutz des Neugeborenen, Berit mila, Namengebung, Schul- Mhren, Pidjan ha-ben, Kindespflege, Erziehung, Näschwerk u. s. w.' - 1,)^ Werbung, Verlobung, Hochzeit, Ehescheidung, e) Vorboten des Todes, Tod, Behandlung der Leiche, Bestattung u. s. w. 3. Im Verkehrsleben. Gruß und Gegengruß, Abschluß von Verträgen und Käufen, Besitzergreifung,;, i Handwerksgebräuche, Berufsarten, ■ Kriminalstatistik, allgemeine Beziehungen zu den Andersgläubigen, die Parteiungen unter den Juden selbst u. s. w. 4. In der Haus- und Feldwirthschaft. Besondere Bräuche beim Pflügen und beim Säe'n> Schutz des Feldes, der Bäume, Bräuche beim Bauen und Beziehen des Hauses. 5. Bräuche, die - gegenüber den Elementen, dem Himmel und dem Gestirnen beobachtet werden. - - ■ /. . . V. Weissagung- Zauber, Volks Heilkunde. 1. Vorbedeutungen, Träume, Zauber- und Traumbücher us. w. 2 Heil- und ..Gesundheitsmittel, Aderlaß u. s. w. Besonders »bei. der jüdischen Bevölkerung häufig auftretende Krankheiten, Unterschiede von den.Nichtjuden in Größe, Farbe der Haut, Haaren und Augen. Familien- und Kopfzahl der jüdischen Einwohner und deren Herkunft (Sefaravim Aschkenasim). u. s. w. ' '' VI. H a u s bau un d V olkstra ch t. 1. Bau 'der Häuser, der Synagogen, wenn möglich Angabe des. Baustils oder Abbildungen und EUvEsstg!^ Mttheilung.überdie. Zeit' dey Erbauung bezw. des Umbaues.

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