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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1896-07-03 · Heft 27 (3.7.1896) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
60 (1896)
Issue
Heft 27 (3.7.1896)
Date
1896-07-03
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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■- 1 scher bei dem Handelssenate des Landesgerichtes in Rzeszew, Jsaa^k Ho lzer', wurde der "Titel eines kaiserlichen Rathes verliehen.— Hier' ist im hohen Alter von 90 Jahren Frau Rosalie Bam, geb. Deutsch/! gestorben.' — Im Aster von 61' Jahren verschied 'der Ober - Inspektor! der Südbahn- Schriftsteller Gustav Mannheimer, ein Sohn desberühmten Predigers Mannheimer. Dem LeichenbegängniMwohntenbei: Der Herausgeber der „Neuen. Freien Presse", Dr. Benedikt, mit säst , sämmtlichen Mitgliedern der Redaktion, viele Mitglied er des Journalisten- und Schriftstellervereins „Concordia", Direktor Kaizl von der Südbahn mit vielen Oberbeamten, die Bankdirektören Tedesco und Brandeis, Direktor Höniger, Direktor Ezerniawski vom Rudolssheimer Theater, Sekretär Ascher vom Josefstädter Theater, kaiserlicher Rath Dr. Pollenda, Kommerzienrath Hermann Stiaßny, Kultusvorsteher Salo Cohn u. A. Präzise halb 10 Uhr wurde der mit zahlreichen Kränzen geschmückte Sarg gehoben und in einem vierspännigen Leichenwagen auf den Centralfriedhof gebracht, wo die Beisetzung der Leiche in der israelitischen'Abtheilung in einem eigenen Grabe erfolgtes Frankreich. ‘ G. Paris, 29. Juni. Welches große Interesse unsere Glaubensgenossen jetzt dem Ackerbau zuwenden, bewies die am letzten Sonntag abgehaltene Generalversammlung unseres Hilfsvereins.in dem benachbarten Plessis -Piquet, an die sich eine Preisvertheilung für hervorragende Schüler des Instituts anschloß. Bor einem mit Blumen und Sträuchern reich geschmückten .Zelt hatten die Ehrengäste Platz genommen. Herr Zadoc Kahn, Großrabbiner von Frankreich, wies durch die Pforte des Zeltes auf jene herrlichen, Jahrhunderte alten Cedern vor dem Etablissement hin und pries mit bewegten Worten das friedliche und glückliche Dasein, das unsere Vorfahren im Schatten jener schönen Bäume einst führten, da. sie .auf dem Boden des. gelobten Landes sich dem Ackerbau widmen konnten. — Die antisemitische Propaganda macht in der „Libre Parole" des Herrn Drum out den Versuch, den Tod des Marquis de. Morös für ihre Zwecke auszunutzen, die Juden haben Morös ermordet, ebenso wie sie den Oberst Flatters und sein Gefolge haben ermorden lassen. Thatsache ist, daß der Sergeant Dennery in diesem Zuge Jude war und daß die „Libre Parole" früher behauptete, Flatters sei im Interesse der religiösen Idee des Judenthums nach der Sahara gegangen. — Am letzten Sabbath fand in der Synagoge der rue de la Victvire ein Gedächtnißgottesdienst für die gefallenen Soldaten des Landheeres und der Marine statt, dem die Generäle Cosson de Villenoisy, Niessen, der Kommandant Baude und viele hervorragende Notabilitüten beiwohnten. Oberrabbiner Dreyfuß sagte in seiner glänzenden Gedächtriißrede: „Kürzlich ist Dahomey, gestern Madagaskar französisches Gebiet geworden. Tausende von Soldaten sind, dort im Feuer der Schlacht gestorben oder, von Krankheit besiegt worden. Unter dem Denkmal, das die Gesellschaft, .. welche sich zu diesem Zwecke gebildet hat, -den Gefallenen setzen wird, ruhen Männer jeden Glaubens, jeder Partei. „Mit' welchem Recht" — so,rufen sie Denjenigen zu, die in diesem Lande das Feuer der Zwietracht schüren, — „sucht ihr die Lebenden zu trennen, Ihr, die Ihr uns brüderlich, vereint in dasselbe Grab gelegt habt/- . Die Predigt, welche, einen mächtigen Eindruck hinlerlassen hat, ist bereits im Druck erschienen. .' Non Nah und Fern. — Herrn Fabrikbesitzer Julius J saac ist der Titel Kommerzienrath verliehen vordem — Professor Dr. Felix Liebermann ist von der Universität Cambridge zum. Doktor der Rechte donoris earwa als Anerkennung für seine Studien auf dem Gebiete der englischen Rechtsgeschichte ernannt worden. — Der Uhrmacher und Regulatorfabrikant P. Michaelis, hier, feierte am 28. v. Mts. mit seiner Frau das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Die Jubilare erfreuen, sich ,eines rüstigen Alters und sind körperlich und geistig frisch. Mit dieser Feier wurde gleichzeitig die Feierndes 60 jährigen Geschäftsjubiläums verbunden. — Dem Privatdozent Dr. Eugen Wolfs an der Universität Kiel, der sich durch Schriften zur Geschichte der deutschen Litteratür verdient gemacht hat, ist das -Prädikat Professor verliehen worden. — Dev Privatdozent Dr. phil. Georg Witkowski ist. von., der philosophischen Fakultät der Universität Leipzig zum Professor!.für deutsche Sprache und Litteratür. ernannt worden. Auf dem . untergegangenen Dampfer „Drummond Castle" befand sich auch eine große Zahl Israeliten, zum Theil mit deutschen Namen/ die sich am Kap nach Europa -eingeschifft hatten. — Die unter,dem Namen „Volkswirthschastlicher Verein" inkognito nach Berlin - gekommenen' Wiener Antisemiten sollten mit ihren, hiesigen Gesinnungsgenossen das erste Mittagsessen gemeinschaftlich bei' Kroll -einnehmen'. Die General-Intendantur der königlichen Schauspiele hat indeß in letzter Stunde die Hergabe der Säle für diesen Zweck verweigert, nachdem ihr bekannt geworden war, welcher Art dieser „Volkswirthschaftliche Verein" sei. — An der deutschen Universität in Prag wurde Professor' Dr.Krasno p olsky zum Dekan der juridischen, Professor Guido G old - schmidt zum Dekan der philosophischen Fakultät gewählt. Da vorige Woche Hofrath Professor Zuckeran der tschechischen Universität zum Dekan der juridischen Fakullät gewählt wurde, gehören zur Zeit die Hälfte der Dekane der beiden hiesigen Universitäten dem mosaischen Glauben an. — In Paris hat Herr Hoffmann vom Institut Springer den Preis des Präsidenten der Republik, den ersten Ehrenpreis erhalten. — Das Duell zwischen Herrn Bernhard Lazar und Drümo nt ist unblutig verlaufen. Zwei Kugeln wurden ohne Resultat gewechselt. — Die Marquise von B ut e hat dem Cbief Rabbi von England 4000 Mark zur Verfügung gestellt, um damit zwei jüdische Studenten zu unterstützen bei der Fortsetzung ihrer akademischen Laufbahn, sowie bei der Erringung der akademischen Grade. — Der kürzlich verstorbene Mr. Myer Salaman hat in seinem 'Testament neben einer ganzen Reihe von Spenden für allgemeine Wohlthätigkeitsanstalten noch folgende Legate für speziell jüdische Zwecke hinterlassen: Die jüdische Volksküche 400 Mark, Altersversorgung 2OO0 Mark und Boardof Guardians 2OO0 Mark. — Die am 14. Juni in allen Synagogen der Stadt London zu Gunsten der Hospitäler veranstaltete Sammlung ergab einen Gesammtbetrag v.on mehr als - 20 000 Mark. - Die für diese Sammlung gehaltenen Predigten waren sehr stark besucht/ besonders die Große Synagoge, in der der Chief Rabbi sprach. — Der König von Italien hat dem Maler Max Liebermann das Ritterkreuzdes 'St. Mauritius- und Lazarus- Ordens verliehen. — Nach dem „Grashdanin" kam es in'einem Dorfe des Jekat er in o s law sch e n Gouvernements in der zweiten Nacht nach der Krönung zu einer Judenhetze. Die betrunkenen Bauern zerstörten ein im Bau begriffenes Haus und das ganze Mobiliar im Haufe des Juden Friedmann, raubten die Bude des Kaufmanns'Lobatschewski aus und zündeten sie dann an, wobei der trunkene Bauer Resnik verbrannte. Ferner wurden die Buden der Juden Kobrin und Schapiro geplündert und zerstört. Die dieserhalb ein geleitete. Untersuchung ergab bisher nicht allzu viel. — In Salonichi hat der Oberrabbiner' Jakob Coro einen Gedächtnißgottesdienst für Baron Hirsch abgehalten, infolgedessen sich die Gemeinde Salonichi zur Errichtung eines Denkmals bereit erklärt hat, das den Namen des Baron Hirsch verewigen soll. — Auf Kreta, wo jetzt Aufruhr herrscht, leben heute 200 Israeliten, von denen der größte Theil sich in der Hauptstadt Kanea befindet. Sie leben fast ausschließlich vom Handel, weshalb sie von den Griechendie selbst tüchtige Kaufleute sind, sehr gehaßt werden. Sie besitzen eine ärmliche Synagoge/die aber schon etliche Jahrhunderte alt ist, sie haben auch einen Rabbiner, den sie sich gewöhnlich aus Jerusalem oder aus Konstantinopel kommen lassen. Sie sprechen noch immer spaniolisch, trotzdem sie schon , nahezu vier Jahrhunderte auf dieser Insel leben. — Erst jetzt wird bekannt, welche Verdienste sich B. I. Barnato durch seine einflußreiche Verwendung beim Präsidenten Krüger in Johannesburg um die Freisprechung der gefangenen und verurtheilten Aufständischen erworben hat. Im englischen Parlament hat deshalb Finch-Hatten eine Interpellation an die Regierung gerichtetin welcher Weise diese Mr. Barnato für diese Verwendung ihren Dank nusgedrückt habe. — In Queensland, der drittgrößten der britischen Kolonien Australiens, leben nach der letzten Zählung 809 Juden, davon zwei Drittel in Brisbane. Die dortige Gemeinde wurde unter Führung des Rev. Radowski beim Empfang des neuen Generalgouverneurs, Lord Lamington, in sehr liebenswürdiger Weise empfangen. — Die Beni-Jsräel-Gemeinde in Bombay beging am 12. und 13. v. M. das Centenarium ihrer großen Synagoge durch eine Feier, bei der nach den üblichen Gesängen Joseph Ezekiel, Examinator im Hebräischen an der. dortigen Universität, die Festrede'hielt. ^' ,. Druck.und Verlag von 'Jtu d-o Ir Mo sj e in Berlin. Verantwortlich für die Redaktion: Mar Bauchwitz in Berlin.

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