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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1882-12-19 · Heft 51 (19.12.1882) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
46 (1882)
Issue
Heft 51 (19.12.1882)
Date
1882-12-19
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Allgemeine iHTttnrt Cm nnparteiisches Organ für alles indische Interesse. Diese Zeitung erscheint wöchentlich. Preis vierteljährig 3 Mark. Abonnement in Deutschland (Postzeitungsliste Nr. 92) und Oesterreich bei allen Postämtern, außerdem durch den Buchhandel. Herausgegeben von Rabbiner vr. Ludwig Philipps«« in Bonn. K»peSitic>n: Leipzig, Woßprah 18. In redaktionellen Angelegenheiten wende man sich an Dr.L.Phrlippson in Bonn direct, in allen übrigen an die Berlagshandlung. Beilagen (Gebühr 12 M.) sind gleichfalls an letztere einzusenden. 46. Jahrgang. Leipzig, den 19. December 1882. JS/o. 51- Inhalt. Leitende Artikel: Ueberzeugungstreue, Muth und Eintracht. Am Chanukkah-Feste. — Zur Bekämpfung der Blutbeschuldigung. — Aus dem Ungarischen Abgeordnetenhause. II. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, Bonn, Alzey. — Oesterreich- Ungarn: Wien, Pest, Tokai. — Frankreich: Paris. — Rumänien: Jassy. — Bonn: Notizen. — Feuilleton: Vermischtes. Mit dem 1. Januar 1883 beginnt die „Allgemeine Zeitung des Judenthums" ihren 47. Jahrgang. Wir ersuchen um baldigste Bestellung bei den Postämtern oder Buchhandlungen, damit die Zusendung des Blattes nicht unterbrochen werde. Daumgärtner^s Kuchhwdlung in Leipzig. Bonn, 13. December. Ueberzeugungstreue, Muth uub Eintracht Am Chanukkah-Feste. •. Chanukkah ist eines der denkwürdigsten und für immer beherzigenswerthesten Feste, nicht blos weil es auf sicherem geschichtlichen Boden steht, nicht blos weil es einen großen nationalen Sieg feiert, sondern weil es einen so reichen Schatz an Ideen und tiefsten Empfindungen umschließt, wie kaum ein anderes mehr. Die Helden desselben, die Makkabäer, werden nicht allein von ihren Glaubens- und Stammesgenossen gefeiert, für welche sie kämpften und starben, sondern von allen Nationen, die von ihnen Kenntniß haben, als Vorbilder .höchster Tapferkeit und Hingebung anerkannt und gerühmt. Sie vertreten so recht den erfolgreichen Kampf der Schwächeren gegen die Stärkeren, per Wenigen gegen die Vielen, so daß sich an ihnen das Wort der heiligen Schrift bewährte (3. Mos. 26, 8): „So jagen fünf von Euch hundert, und hundert von Euch jagen: Miriaden, und es fallen Eure Feinde vor Euch durchs Schwert." Die Makkabäer, von Geburt Priester, also friedlich und in Waffen nicht geübt, erhoben sich, zogen aus und fochten für das Vaterland, das sie über Alles liebten, stritten für die Freiheit, um dem Volke das syrische Joch vom Nacken zü nehmen. Aber was sie^ erst recht unsterblich machte, das ist, daß sie am meisten für ihre religiöse Ueberzeugung, gegen die Unterdrückung ihres Glaubens, gegen den verfolgungssüchtigen Zwang kämpften, der ihrem Volke das Heidenthum aufzwingen, dessen Knie vor den verhaßten goldenen und steinernen Götzenbildern beugen wollte. Aber neben dieser Ucberzeugungstreue, ans welcher sie ihr Leben , für die Anbetung des Einigen Hingaben, neben diesem M.uthe, mit..welchem sie an der Spitze eines kleinen, kriegsungeübten Haufens gegen die Hunderttausende wohlbewaffneter Syrer losbrachen, beißen sie noch eine dritte Tugend, die ihnen den Sieg ermöglichte, die Eintracht. Gehorsam gegen die Mahnung 'ihres sterbenden Vaters, daß sie ihre Stärke nur in der Bereinigung ihrer Kräfte und Anstrengungen finden würden, haben sie diese Eintracht durch ihr ganzes Leben hindurch bewährt. Willig ordneten sie sich ihrem dritten Bruder, Juda, unter, in welchem der Vater den begabtesten Führer erkannt hatte. Und einträchtig war das Volk, das sich um sie schaarte und ihnen anhing mit ganzem Herzen. Wohl unserem Volke und dem Hause der Hasmonäer, wenn diese Eintracht in ihrer Familie und dann auch in der Nation bewahrt worden wäre! Die Zwietracht, die sich bei den Hasmonäern einftellte, als sie zur höchsten Macht, der geistlichen und der weltlichen Zugleich, erhoben worden, und welche 51

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