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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1882-11-28 · Heft 48 (28.11.1882) · p. Seite 794

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
46 (1882)
Issue
Heft 48 (28.11.1882)
Date
1882-11-28
Page
Seite 794 (sequence 16)
Language
German
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muß meinen Franz beobachten, ob es Begeisterung oder nur kindische Freude ist, was er jetzt empfindet." Sie gingen hinüber, Franz stand da, regungslos wie eine Statue an einen Stuhl gelehnt; aber sein Auge leuchtete, seine Brust wogte, und eine Ahnung seines künftigen Berufes schien ihn zu umwehen. Er hatte die Eintretenden nicht bemerkt; erst als die letzten Akkorde erklungen waren, fühlte er sich rücklings umfaßt und ein heißer Kuß des Vaters preßte seine, Wange. Wie zum Bewußtsein erwacht, drehte er sich um, küßte dem Vater die Hand, und ein Seufzer rang sich aus seiner Brust, in welchem all' sein Wünschen und Wollen unbewußt ausgesprochen zu sein schien. Liszt und sein Sohn waren über Mittag die Gäste des Herrn H. Als die Tafel aufgehoben war, führte H. wieder die ganze Gesellschaft ins Klavierzimmer, er nahm da den Knaben an der Hand und sprach mit gehobener, feierlicher Stimme: „Franz, zu Ihrem heutigen Geburtstage schenke ich Ihnen dieses Klavier; nur wollen Sie es mir noch einige Wochen leihen, bis ich von Wien ein anderes bekomme. Sie müssen mir aber zwei Dinge versprechen: erstens, sich fleißig darauf zu üben, daß Sie Meister des Instrumentes werden, und dann — fromm und gut zu sein, wie ich-als Jude, so Sie als Christ, die Frommen und Guten aller Nationen sind Freunde unter einander. " Gerührt dankte 8er Knabe. Fräulein F. spielte noch einiges, und nach einer Stunde ließ Liszt seinen Wagen Vorfahren Und. verließ mit seinem wie veränderten Kinde das Haus des Israeliten. Franz war einige Wochen immer der.-. Sonntagsgast in demselben. Zwei Jahre darauf hielt Franz Liszt seine erste öffentliche Produktion- Mehr denn sechzig Jahre sind seitdem verflossen. Lackenbach ist an Reichthum und Bildung zurückgegangen. Der letzte EigenthuMer des H.'schen Hauses aus der Familie ist vor Mehreren Jahren in Wien verstorben; Fräulein F. lebt jetzt als arme Frau T. ebendaselbst und Franz Liszt hat seitdem den Gipfel des Ruhmes als Klaviervirtuose erstiegen. L. Wie vereinigt man dieses, für Liszt so entscheidende Ereigniß damit, daß Liszt in seinem Alter unter die Antisemiten gegangen, und der zweiten Auflage seines Buches über ungarische Musik ein so schmähliches Kapitel gegen die Juden eingefügt hat? Wohl nur. dadurch, daß der Abbö Liszt bis zu seinem Alter so viele und' äußerste Wandelungen durchgemacht hat! Nun, wir Juden haben schon viel Undankbarkeiten erfahren, und wird diese nicht die letzte sein. eigen. Ty» werden mit 20 Pf. für die dreigespaltene Petitzeile berechnet und müssen für die nächst- -LiJLöOX CttC folgende Wochennummer bis spätestens Donnerstag eingehen. Dieselben sind ausschliesslich an die Annoncen-Exped. von R. Mosse in Leipzig oder deren Filialen in Berlin, Breslau, Cöln etc. zu adressiren. Die Shnagogen-Gemeinde zu Neiße sucht zum ersten April 1883 bei einem festen Gehalte von jählich 2000 Mk. einen ersten Beamten, der den hebräischen und den Religionsunterricht allein zu ertheilen hat und Gottesdienst abzuhalten im Stande ist. Akademisch gebildete Bewerber werden bevorzugt. Zeugnisse werden nur in Abschrift erbeten. [16740] Die israelitische Gemeinde dahier wünscht zur Ertheilung des Religions-Unterrichts einen akademisch gebildeten Lehrer anzustrllen, der auch den Stadtrabbinner in Verhinderungsfällen in sämmllichen Functionen zu vertreten befähigt ist. Die Gehaltsbemessung bleibt weiteren Verhandlungen Vorbehalten. Bewerber werden ersucht, ihre Zeugnisse bei Unterzeichneter Stelle einzureichen. [F. 16582] Mannheim, den l. November 1882. _Der Synagogenrath. Für einen zwölsj. Knaben, in geistiger Entwickelung zurück, wird ein Hauslehrer gesucht. Offerten sind sub N. 1671k an Rudolf Mosse, Leipzig einznseuden. [16716] Die Stelle des deutschen Lehrers an einer Privatunterrichts-Anstalt in Belgien wird in Bälde vakant. Unverheirathete Bewerber belieben sich sofort unter Einsendung ihrer Zeugnisse zu wenden an Herrn L. Kahn, 168 Chaussee d’Etterbeek, Bruxelles. [16680] Eine geprüfte Lehrerin (Jüdin), die schon unterrichtet hat, auch in Musik und Handarbeit gründl. Unterricht ertheilt, wird für mein 15 jähriges Mädchen auf Neujahr als Erzieherin gesucht, Offerten sieht entgegen [16943] J. Steinfeld, Allendorf a. d. Werra. Für meine 3 Töchter im Alter von 12,10 u. 8 Jahren suche per 1. Januar eine Lehrerin (Israel.), die auch gleichzeitig Claviernnterricht ertheilen kann. LamiitL i. Westfalen. [16992] Jacob Dreycr. Wir suchen zum 1. Januar 1883 für unser Mädch en-Bensionat eine geprüfte Lehrerin. Bewerberinnen mögen sich direct an Untezeichnete wenden. Auch können Ostern 3 junge Mädchen Aufnahme finden. ' [Dr. 17075] J)r. J* H. Jacobson und Frau. . Dresden, Malhildenstraße 54 I. Jüdische junge Damen, achtbarer Familie, welche sich dem. Beruf als widmen wollen, mögen Meldung einreichen im Bureau des D. J. G. B. Berlin W., Sigismundstr. 5. [B. 16686] Bruxelles 22 & 24, Rue Defacqz, Pensionnat superieur dirige par IPe R. BloemendaK" Vie de famille. Instruction sSrieuse et c'oitipl&te.. . Les. langues; ^jStrang&res et' la musitfue y' sont: l’objet cle . soins.particuliers. Meilleures r6fSrences. . ' [10419] Pensionat und höhere Töchterschule^ von Früu Dr. Leversön. Hannover, Thiergartenstraße 3 m 4. Näheres durch Prospekte. [14628] Aufnahme von Iögttngen zu jeder Jett. Thür. Blüthen-Honig unter Garantie rein. Jedes Quantum von 5 Pfd. an ä Pfd. 105 Pf. ab hier versendet Albrecht tfottschalk, tireussen.

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