Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 46 (1882)
- Issue
- Heft 48 (28.11.1882)
- Date
- 1882-11-28
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Mktgemeine Zeitung -es Judenthums. Ein im-lirteiislhes Organ fiir allcs siidislhe Jntcrcsse. Herausgegeben von Rabbiner Or. Ludwig ' ' Bonn. Gzepeöition: Leipzig, WotzpikrH 18. In redaktionellen Angelegenheiten wende man sich an Dr. L. Phrlippson in Bonn direct, in allen übrigen an die Beilags-Handlung. Beilagen (Gebühr 12 M.) sind gleichfalls an letztere einzusenden. ' Diese Zeitung erscheint wöchentlich. Preis vierteljährig 3 Mar?. Abonnement in Deutschland (Postzeitungsliste Nr. 92) und Oesterreich bei allen Postämtern, außerdem durch den Buchhandel. 46. Jahrgang. Leipzig, den 28. November 1882. JVö. 48. Inhalt. Leitende Artikel: Jesaias 52, 13—15 und Kapitel 53. III. — Die Auswanderung der russischen Juden. II. — Der Tißa- Eßlarer Prozeß im ungarischen Abgeordnetenhaus. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, Dresden, Aus Württemberg. — Oesterreich-Ungarn: Wien, Pest. — Italien: Ferrarr. — Rußland: Köln, St. Petersburg, Odessa. — Bonn: Notizen. — Feuilleton : Franz Liszt und die Juden. £cil'e/t-u)c <SUti-fte£ Bonn, 22. November.. Zesaias 52, 13—15 «»- Kapitel 58. irr. Wir haben als eine charakteristische Verschiedenheit zwischen dem Buche des ersten und dem des zweiten Jesaias (Kapp. 40—66) hervorgehoben, daß der Begriff des Volkes Israel als 'n “zy (oder H3y) „Knecht des Ewigen" in dem ersteren gar nicht, im zweiten dreißig Male vorkomme. Wir können noch weiter gehen, und sagen, daß dieser Begriff und diese Bezeichnung überhaupt in allen anderen Büchern der h. Schrift nicht vorhanden ist, also dem Buche des zweiten Jesaias allein angehört. Allerdings ist -*n -izy ein häufiges Epitheton, aber es wird stets nur bestimmten Persönlichkeiten .beigelegt; so Abraham (Ps. 105, 6. 42.)--Jakob (Ezech. 28, 25. 35, 25. 1 Ehr. 16, 13.), vor-Allem.Moses, von 4 Mos. 12, 7. an in vielen Büchern bis auf Maleachi und Daniel (9, -II.) und David (Ps. 18, 1. 36, 1. und an vielen . Stellen); aber -auch Josua (24, 29.), Hiob - (I, 8 und öfter), Jesaias (20,3.), Serubabel (Hag. 2, 23.) und Eljakim (Jesaias 22, 20.); aber selbst Nebuchadnezzar insofern er das Strafgericht Gottes auszuführen berufen war (Jerem. 26, 9. •27 , 6.). Den einzigen Anklang für den Gebrauch dieser Bezeichnung auf das Volk Israel finden wir in der Phrase des Jeremias, die dieser Prophet drei Male wiederholt (30, 10. 46, 27. 28.): „Fürchte dich nicht, mein Knecht Jakob, zage nicht Israel." Jndeß ist hier die Vorstellung noch weit ab von dem tiefsinnigen Begriffe, welchen der zweite Jesaias der Benennung des Volkes Israel als 'n. einsenkte. Gehen wir. hierauf etwas näher ein, was zugleich zum Beleg für. unsre Darstellung in den vorigen Artikelndienen wird. . Schon nachdem in der ersten Rede einleitend die Nichtigkeit alles Irdischen, der Völker und Herrscher vor der Allmacht Gottes und daß hierin der Trost aller Leidenden liege, ausgesprochen worden, in der zweiten (Kap. 41.) bereits der von Gott berufene Retter Kyros erschienen ist, die Chaldäer jedoch noch voll Zuversicht sind (V. 6. 7.), wird Israel angeredet (V. 8 ff.): „Du aber Israel mein Knecht, Jakob, den ich erkor, Samen Abrahain's, meines Freundes," nSs/- jrr.r.z “K-N =i">‘\ Der ich dich ergriff von den Enden der Erde ,, und von ihren Säumen dich berief , und sprach zu dir: „Mein Knecht bist du, dich erkor ich, dich verschmäht' ich nicht!" Die Erklärung dieser Worte wird nun in der dritten Rede (Kapp. 42—45) gegeben, indem hier der Prophet zuerst seine eigensten Gedanken entwickelt Er will nämlich die allgemeine Bestimmung Israels und'die daraus hei vorgehenden Eigenschaften desselben darlegen. Diese allgemeine Bestimmung wird ausgedvückt: Israel verkündet den Völkern - das göttliche Recht (V. 1.), gründet. es fest auf .Erden und vereinigt die Völker zur göttlichen Lehre (B. 4.); Israel soll zum Bunde und Lichte der Nationen werden, so daß durch dasselbe die Verfinsterung des Aberglaubens aufgehoben, der Kerker des Irrwahns geöffnet wird (V. 6. 7.). Hierzu ist Israel von Gott berufen, der seinen Geist auf es gelegt, ihm dieses Recht und diese Lehre gevffenbart hat, der . ... - . . . .•.'. -48... .