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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1882-10-10 · Heft 41 (10.10.1882) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
46 (1882)
Issue
Heft 41 (10.10.1882)
Date
1882-10-10
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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enteilte Zeitung des Judenthums Ein Ililwrtmslhcs Organ fiir Ms Mischt Julcrcsse. Diese Zeitung erscheint wöchentlich. Preis vierteljährig 3 Mark. Abonnement in Deutschland (Postzeitungsliste Nr. 92) und Oesterreich bei allen Postämtern, außerdem durch den Buchhandel. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippson in Bonn. GZLpeörliorr: Leipzig» Woßptcch 18. In redactionellen Angelegenheiten wende man sich an vr.L. Philippson in Bonn direct, in allen übrigen an die > Berlagshandlung. Beilagen (Gebühr 12 M.) sind gleichfalls an letztere einzusenden. s 46. Jahrgangs Leipzig, den 10. Oktober 1882. No. 41. Jttbalt. Leitende Artikel: Einige charakteristische Züge aus dem synagogalen Gebetbuche. TV. — Die Justiz in Ungarn. — Der Aufstand in Preßburg. I. — Literarischer Wochenbericht. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, Bielefeld. — Oesterreich-Ungarn: Wien, Pest. — Belgien: Brüssel. — Frankreich: Paris. — Rußland: Petersburg. — Feuilleton: Nachum-Jsch-Gam-su. Aus dem „Rußki Jewrj", übersetzt von H. Mendelsohn. Jüeil'e-vi'de €Xz-tifieC . : Bonn, 4. Oktober. Einige charakteristische Züge aus dem synagogalen Gebetbuche. iv.1) Wir haben bemerkt, daß außer dem Satze Elohai nezor auch das Abend- oder Nachtgebet Haschkibenu unsre besondere Vorliebe besitze. Bekanntlich gehört das letztere zu den älteren Stücken, die dem Abendgebete hinzugefügt wurden, während das erstere dem Mar be Rabina zugeschrieben wird. Wenn nach dem Werke und den Unruhen des Tages der Abend hereinbricht, wenn die Nacht sich über die Erde ausgebreitet hat und der Mensch zum Schlafe sich niederzulegen im Begriffe steht, da ergreift ihn eine eigenthümliche Bangigkeit. Die Nacht ist die Freundin des Verbrechens, und der Schlaf fesselt den Menschen und macht ihn unfähig, die ihm drohenden Gefahren zu erkennen und ihnen in der rechten Weise zu begegnen. Ist es doch auch eine psychologische Beobachtung, daß in dunkler Nacht die Einbildungskraft des Menschen ihm die Dinge, die gewesen und die ihm bevorstehen, in schwarzen Schleiern ausmalt, und ihm bange macht vor den zukünftigen Ereignissen. Da drängt sich ihm das Wort des Gebetes wie von selbst auf die Lippen, denn er weiß, daß die einzige Macht, die ihn vor Unbillen zu schützen 1) S. Nr. 14; 31 und 34. vermag, die göttliche ist, vor der auch die Finsterniß Licht ist, jene gütige Vorsehung, welche die Geschicke des Menschen zu seinem Heile leitet. Mit dem Vertrauen, mit der Zuversicht auf diesen göttlichen Gnadenschutz kehrt auch die Ruhe in das Herz des Menschen ein und er überläßt sich im Gefühle der Sicherheit dem nahenden Schlummer. Da mögen wir aber noch eine andere Bemerkung hinzufügen. Jemehr sich der Mensch zu einem innigen Gebete durch die Umstände gedrängt fühlt, je unmittelbarer es aus seinem Gemüthe herausfließt, desto einfacher, bestimmter ist es, desto weniger sagt ihm ein schwungreiches und poetisches Gebet zu. Eines solchen bedarf er vielmehr, wenn er sich überhaupt erst zum Gebete erheben, aus den Niederungen des Lebens die Höhen der Andacht ersteigen will. Es ist daher erklärlich, daß uns zu einem Nachtgebete das einfachste und klarste am meisten zusagt; wir wollen eben nur aussprechen, um was es uns in diesem Augenblicke am meisten zu thun ist, was wir von unsrer göttlichen Schutzmacht erbitten wollen. Hierdurch zeichnet sich denn auch unser Haschkibenu aus; mit tiefer Innigkeit verbindet es die größte Einfachheit. An poetischem Ausdruck findet sich in ihm allein, dem Psalm 17, 9 entnommen, „im Schatten Deiner Flügel birg uns", so wie „breite über uns aus die Hütte Deines Friedens.". An biblisches Worl erinnert auch „bewahre unseren Ausgang und unseren Eingang". — Gehen wir nun etwas auf die Einzelheiten dieses Gebetstückes ein. Es beginnt: „Gieb, Ewiger unser Gott, daß wir uns niederlegen zum Frieden und wieder aufstehen zum Leben", und so. auch gegen Ende: „Bewahre unseren Ausgang und unseren Eingang zum

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