Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 46 (1882)
- Issue
- Heft 36 (5.9.1882)
- Date
- 1882-09-05
- Page
- Seite 598 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3224737-3227393-3227430--40178-3257801- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Piła 1× ep/1048100
- Wrocław 1× ep/1002369
OCR text
allen Zoll- und Mautgefällen befreit; auch ist ihm im kaiserlichen Quartier zu wohnen verstattet. Er und seine Nachkommen werden mit dem Namen von Treuenberg in den erblichen Adelstand des heiligen römischen Reiches deutscher Nation, aufgenommen und ihnen als Wappen ein blauer Löwe mit acht rothen Sternen im schwarzen Felde auf ewige Zeiten verliehen und gestattet, dasselbe in Petschaften, Insignien und Geschäften und auch sonst nach Wohlgefallen zu gebrauchen. Schließlich wird dem von Treuenberg das Recht eingeräumt, daß er keinem anderen Gerichte als dem kaiserlichen Hofmarschallamte zu unterstehen habe. — Im Uebrigen sei hinzugefügt, daß sich dieser Mann seiner Stellung nicht überhob, sondern mit großer Hingebung für seine Glaubensgenossen wirkte, so daß diese im Reich und in Italien üubelästigt blieben und im Kriege öfters besonderen Schutz genossen. Auch gab es damals noch andere Juden, welche wegen geleisteter Dienste vom Kaiser Privilegien erhielten. Ein Preßprozeß. Man berichtet aus Berlin vom 20. Juli. Ein verspäteter Preßprozeß gegen die eingegangene „Deutsche Landes-, zeitung", vertreten durch deren letzten Redakteur Emil Carl Kohlhardt und den Reporter Paul Grzimeck-Botta, gelangte gestern vor. der ersten Strafkammer hiesigen Landgerichts I. zur Verhandlung. In der Nr.- 52 vom 3. März pr. war von dem Ortsvorsteher Isidor Schneidemühl in Biesdorf bei Berlin behauptet, daß er vor 20 Jahren als Schnittwaarenhändler ins Dorf gekommen, aber durch Güterausschlachtungen und durch andere „jüdische" Geldmanipulationen die Einwohner so abhängig von sich gemacht habe,^so daß sie ihn zum Gemeindevorsteher gewählt hätten. Der Artikel, in dem der Schneidemühl mit „Der Jude" bezeichnet ist, schließt mit dem Spruche: „Wer dumm ist, muß geprügelt werden." Kohlhardt entschuldigt die Aufnahme des Artikels mit nicht genügender Prüfung des Inhalts; der Mitangeklagte räumt ein, den Aufsatz auf Grund ihm gemachter Mittheilung von einem Biesdorfer Einwohner im guten Glauben an deren Richtigkeit verfaßt und der angeklagten Zeitung eingesandt zu haben. Der Staatsanwalt beantragt mit Rücksicht auf die höhnische Form des Angriffs gegen einen Mann in öffentlicher Stellung gegen den Redakteur 50 Mark, gegen den Verfasser 300 Mark. Der Gerichtshof erkannte diesem Anträge entsprechend, wobei er die Ausdrücke „Jude" und „jüdische Manipulationen" als einfache Beleidigungen, die übrigen Behauptungen als Me Nachrede bezeichnet, sprach außerdem dem Beleidigten die Publicationsbesugniß im „Niederbarnim'schen Kreisblatt" zu. Anzeigen. Ty\ ■f/x werden mit 20 Pf. für die dreigespaltene Petitzeile berechnet und müssen für die nächstxllOv^X w tv/ folgende Wochennummer bis spätestens Donnerstag eingehen. Dieselben sind ausschliesslich an die Annoncen-Exped. von R. Mosse in Leipzig oder deren Filialen in Berlin, Breslau, Cöln etc. zu adressiren. Handels-Institut und Pensionat I. Ranges in Brüssel, Belgien; gegründet im Jahre 186.3. — 168—170 Chaussee d’Etterbeck, bem Park Leopold gegenüber, geleitet von Prof. L. Kahn. [11771] Die hiesige Lehrer- und Vorbeterstelle ist zum I, November a. c. zu besetzen. Fixer Gehalt 900 Mk. nebst freier Wohnung. Nur exarninirte Lehrer finden Berücksichtigung. s13040] Bentheim, Prov. Hannover, August 1882. Der Synagogen- und Schulvorstand. 8. Neter. IPenßons-AHeige. In meinem seit vierzehn Jahren bestehenden Mädchen - Pensionat (rituell ■ mosaisch) können noch junge Mädchen Aufnahme finden. Bei sorgsamer Ueberwachung der Gesundheit und angenehmem Familienleben finden die Zöglinge in meinem Hause gewissenhafte Erziehung und Unterricht durch bewährte Lehrkräfte. [B. 12870] Engländerin u. Französin im Hause. Vorzügliche Empfehlungen. Frau Flora Lepehne, KMitj OMsliiejtr. 17,1 Tr. Israel. Töchter-Pensionat und Höhere Unterrichts-Anstalt . gegründet 1864 von Frau Direktor Therese Gronau. Berlin, In den Zelten 12, von Mitte Septbr. o. ab: Hindersin-Straße 2, am Königs-Platz. Aufnahme von Zöglingen. Prospekte auf Wunsch. Einige Vakanzen f. junge Mädchen zur Erlernung'des Haushaltes, fremder Sprachen u. Musik; ermäßigte Preise. [12126] Gef. Auskunft über die Anstalt v. größt. Rabbinern, Pädagogen u. d. Eltern früherer u, jetziger Zöglinge. Xüricli (Schweiz). [Z. 11110] Zft. Knaben-Institut. Rekt. lau äau, Predig. der jüd. Gemeinde. Ein junges Mädchen, welches gut kochen kann, findet angenehme Stellung in kleinem Haushalt. Off. «ub H. B. 44 finb postlagernd Bonn zu richten. [13065] Ist. TöMer -Pmjimai von Frau Hermine Heine in Bückevnrg. Fortbildung in Sprachen, Wisienschaften n. Musik; gründliche u. gettisienhaste Anleitung in Küche u. Haushalt, sowie in allen vorkommenden Handarbeiten. Näheres durch Prospecte. [12910] In einer feinen jüdischen Familie finden Knaben jeden Alters, welche, das Gymnasium einer gesunden kleinen Stadt besuchen sollen, liebevolle, freundliche Aufnahme. Clavierunterricht auf Wunsch im Hause. Pensionspreis 450 Mk. Adr. erb. unter J. J, 264 postl, Heiligenstadt.. [12879]