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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1882-08-22 · Heft 34 (22.8.1882) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
46 (1882)
Issue
Heft 34 (22.8.1882)
Date
1882-08-22
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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'Allgemeine Cm unparteiisches Organ fiir alles.Wische Interesse. Herausgegeben von . 9iaBBnter Ör. ftiimg }l||Utpfou in 93ontt. GUpedrtrorr: Leipzig, WoßpLckh 18. Diese Zeitung erscheint wöchentlich. , Preis vierteljährig 3 Mark. Abonnement in Deutschland (Postzeitungsliste Nr. 92) und Oesterreich bei allen Postämtern, außerdem durch den Buchhandel. I In redactionellen Angelegenheiten wende man sich an Dr. L. Philippson in Bonn direct, in allen übrigen an die Berlagshandlnng. Beilagen (Gebühr 12 M.) sind gleichfalls an letztere einzusenden. 46. Jahrgang. Leipzig, den 22. August 1882. 3Vö. 34. Inhalt. Leitende Artikel: Einige charakteristische Züge aus unserm synagogalen Gesangbuche. III. — Die Ungarische Justiz in Tißa- Eßlar. — Die russische Emigration in Amerika. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, Alzey. — Oesterreich-Ungarn: Triest, Hermannstadt. — Schweden: Gothenburg. — Frankreich: Paris. — Rußland: Petersburg, Odessa. Bulgarien: Sofia. — Orient: Alexandrien. — Palästina: Paris. — Bonn: Notizen. — Feuilleton: Correspondenz: Die 14. Jahresversammlung der israelitischen Lehrer Hessens. £e-H'<yi'u)a (SU-L'illef. Bonn, 16. August. Einige charäKLeristische Zöge aus unserm synagogalen Gebetbuche, m. Es ist jetzt ein Jahrhundert verflossen, seitdem Herder in seinem „Geist der ebräischen Poesie", absehend vou allem Dogmatischen, den ästhetisch-geistigen Inhalt der Bücher der heil. Schrift zum Verständniß brachte und so die alttestamentarische Literatur an die ihr zukommende Stelle in der Weltliteratur einsetzte. Es ist seitdem nach dieser Richtung hin Manches geschehen, aber nicht Vieles. Die Kritik, welche ihre Hauptaufgabe in dem Streite über die Verfasser und Verfassungszeit sucht, hat wenig Zeit, uns über den geistigen Gehalt und die ästhetische Form aufzuklären. Ein anderes, sicherlich nicht zu unterschätzendes Moment in der jüdischen Literatur bilden die Gebete, insonders der synagogale Gebetcyclüs. Durch die, dem modernen Judenthum gestellte Aufgabe, den jüdischen Kultus zu reformiren, wurde man verhindert, auch diesen Theil der Erzeugnisse des jüdischen Geisteslebens nach dem Goldgehalte seines Inhalts und seiner Form zu prüfen und ihm in seinen geistigen Beziehungen gerecht zu werden. Und doch hat dieser Gebetcyclus einen zweifachen Werth. Einerseits hätte er nicht vermocht, so viele Jahrhunderte sich in der Hand des jüdischen Beters zu erhalten, wenn er nicht der Volksseele völlig entsprochen, ihrer Gedanken- und Gefühlsrichtung genügt hätte. Andererseits hat er durch den beständigen Gebrauch bei so vielen Geschlechtern eine tiefe, religiös und sittlich beherrschende Wirkung auf den Geist der jüdischen Masse gehabt. Aus beiden Gesichtspunkten verdient er eine sorgfältige Untersuchung. Dieselbe anzuregen war unsere Absicht, als wir unter obiger Rubrik in Nr. 14 und" 31 im Feuilleton eine Reihe von Beobachtungen über diesen Gegenstand begannen. Da jedoch unser Feuilleton zu viel in Anspruch genommen ist, und wir unseren Zweck stärker hervortreten lassen möchten, wollen wir gedachte Abhandlung im Leitartikeltheile fortsetzen. Wir möchten nur noch unsere Lehrer-Vereine, welche sich in ihren Versammlungen mit Recht so vielfach mit dem Lehrplan der Religionsschule und den Aufgaben des Religionsunterrichtes überhaupt beschäftigen, und dabei dem Uebersetzen und Erklären der Gebete eine größere Stelle einräumen, darauf aufmerksam machen, daß es wohlgethan wäre, wenn sie von Zeit zu Zeit einzelne dieser Gebete zum Gegenstände von Vorträgen wählten, um damit klar zu stellen und Vorbilder zu geben, auf welche Weise die Gebete erklärt und für den Religionsunterricht nutzbar gemacht werden müßten. Ein Beispiel hierfür haben wir schon in unserem „Israelitischen Predigt- und Schulmagazin", betreffs des 104. Psalms gegeben. — Wir bitten nun unsere geneigten Leser, einen Blick auf die Arttkel in Nr. 14 und 31 zu werfen und geben hier nun die Fortsetzung. Ich gestehe, daß unter' den prosaischen Gebeten unsers Gebetbuches zwei kleine Piscen meine Vorliebe besitzen. Es 34

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