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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1882-08-08 · Heft 32 (8.8.1882) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
46 (1882)
Issue
Heft 32 (8.8.1882)
Date
1882-08-08
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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'Allgemeine Ein im-arteiischcs Organ für alles indische Interesse. Diese Zeitung erscheintwöchentlich. Preis vierteljährig-S Mark. Abonne- 'MeU^in.D'eutschland (Postzeitungsliste Nr. 92) und Oesterreich Lei allen Postämtern , außerdem HuÄH dem.'Büch-' handel. - .Herausgegeben von Rabbiner px. Lu-wWPhilippson in Bonn. " K^peöilrorr: Leipzig, WoHMcrh 18. In redaktionellen Angelegenheiten wende man sich an vr. L. Phrlippson in Bonn direct, in allen übrigen an die > Berlagshandlung. Beilagen (Gebühr 12 M.) sind gleichfalls an letztere einzusenden. I 46. Jahrgang. Leipzig, den 8. August 1882. M. 32. Inhalt. Leitende Artikel: Von den beiden Rezensionen der Zehn-Worte. — Die Begräbnißfrage und der Radikalismus. — M. H. Godefroi. — Zwei Aktenstücke in der Affaire Tißa-Eßlar. Der Groß-Orient von Ungarn und die antisemitische Bewegung. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, Könitz. — Oesterreich-Ungarn: Pest. — Rußland: Petersburg. — Serbien: Belgrad. — Orient: Tripolis. — Bonn: Notizen. — Feuilleton: Korrespondenz: Die vierte Generalversammlung der beiden Vereine der israelitischen Lehrer Schlesiens und Posens. XeHc.uDc Bonn, 2. Augüsü von den beiden Rezensionen der Zehn-Worte. Bekanntlich ist es die mosaische Schöpfungsgeschichte, welche, seitdem die Naturwissenschaft eine Reihe von Ergebnissen konstatirt hat, welche dem Wortlaut jener zu widersprechen scheinen, einerseits von der antireligiösen Richtung aufs Schärfste angegriffen worden, während andrerseits eifrige Versuche nicht ausblieben, sie mit den Resultaten der naturwissenschaftlichen Forschung in Uebereinstimmung zu bringen. Es wäre durchaus irrig, um dieser Schwierigkeiten willen der mosaischen Schöpfungsgeschichte für die positive Religion in deren wesentlichem Inhalt die Bedeutung abzusprechen oder abzuschwächen. Dieselbe enthält die Lehren, daß das Universum von Gott geschaffen worden, daß zuerst die Bedingungen alles individuellen Daseins, Licht, Raum und Form (Trennung des Festen vom Flüssigen) hergestellt, dann die Reihenfolge der individuellen Wesen, die Weltkörper und die Wesen auf ihnen, in steter Entwickelung nach den Stufen ihrer Organisation bis zum Menschen bereitet wurden, welcher, im Ebenbilde Gottes geschaffen, den göttlichen Hauch des Geistes mit dem Körper verbindet. Diese Lehren bilden aber die Grundlage der ganzen Weltanschauung, welche der Mosaismus und auf dessen Grunde die positiven Religionen lehren und die ihren wesentlichsten Inhalt ausmacht. Denn aus der Konsequenz dieser Lehren ersticht auch die Sitten- und Gesellschafts-Lehre, die zum Kerne der Religion gehört und das Leben der Menschen und der Gesellschaft zu erfüllen und zu beherrschen bestimmt ist. Hiergegen ist nun von" anderer Seite.emgewendet worden, daß die sechs Schöpfungstage in Pen Text der Zehn-Worte ausgenommen und hierdurch in ihrem buchstäblichen Sinn-sänktionirt worden. Dies veranlaßt uns, einen Blick auf den Text der Zehn- Worte zu werfen. Wir besitzen bekanntlich innerhalb der fünf Bücher Mosis ein doppeltes Referat über die Zehn-Worte, 2. Mos. 20, 2 und 5. Mos. 5, 6, und beide stimmen nicht immer wörtlich überein, sondern zeigen so bedeutende Verschiedenheiten, daß wir sie eben als zwei Rezensionen zu bezeichnen haben. Derjenige unter den älteren Exegeten, der das Verhältniß der beiden Rezensionen zu einander am gründlichsten untersuchte, ist Aben-Esra. Er kommt zu dem Resultate, daß die erste (2. Mos. 20, 2) die ursprüngliche ist, die zweite aber Erzählung, darum eine etwas anders ausgeführte, wie sich die heil. Schrift in Erzählungen nie eisern an das Wort fesselt, wofür er recht viele Belege heranbringt. Dabei macht er darauf aufmerksam, daß trotz der verschiedenen Ausdrücke die zweite Rezension ganz denselben Sinn enthält und diesen durchaus nicht modifizirt. Wir werden sehen, daß dies nicht im ganzen Umfange der Fall ist. Im Grunde sind beide Rezensionen erzählend, denn die ganze Offenbarung ist in eine Offenbarungsgeschichte gekleidet, geknüpft an die Geschichte des Volkes Israel. Es werden also bei der ersten Rezension der Zehn-Worte die Umstände erzählt, unter welchen ihre Verkündigung im Laufe der Be-- 32

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