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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1882-07-25 · Heft 30 (25.7.1882) · p. Seite 499

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
46 (1882)
Issue
Heft 30 (25.7.1882)
Date
1882-07-25
Page
Seite 499 (sequence 11)
Language
German
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49S Vorsitz des Hülfsrabbiners Herrn Simonsen gebildet, welches gleichfalls einen gedruckten Aufruf an die hiesigen Gemeindegliqder ergehen ließ, um Kleider und Geld zur Bespeisung zu senden (dieser Aufruf ist von 12 Damen und 5 Herren unterschrieben) und ist besonders an Kleidern ein großes Magazin überfüllt, sowie auch viele Geldbeiträge eingegangen. Das Neueste, das gestern die Tagsblätter brachten, ist, daß Herr Commercienrath I. W. Heymann vom Könige zum Etatsrathe ernannt wurde. E. F. P. Frankreich. Paris, im Juli. Die hiesigen jüdischen Blätter geben Berichte sowohl über die jüdischen Künstler, die sich an der Kunstausstellung (Salon) von 1882 betheiligten, als auch über die Kunstwerke, welche biblische und jüdische Stoffe zum Gegenstände hatten. Das Univers israelite fügt ein statistisches Resumo hinzu, welchem wir Folgendes entnehmen. Die Zahl der jüdischen Künstler, welche in diesem Jahre ausgestellt haben, ist 59, worunter 14 Damen. Es gehören zu dieser Zahl 34 Maler, 12 Zeichner, Aquarellisten u. s. w., 10 Bildhauer und Graveure. Unter den Architekten ist keiner. Nach der Nationalität sind es 40 Franzosen, 6 Elsaß-Lothringer, 12 Ausländer, 1 unbekannt. Die jüdischen französischen Journale zählen noch immer Elsaß-Lothringen nicht zum Auslande. Zu diesen 12 Ausländern gehören Axenfeld aus Odessa, die rühmlichst bekannten Jsaac und Joseph Israels aus Amsterdam und Gröningen, Liebermann aus Berlin, Loevy aus Warschau, Mendey aus Palma (Canarische Insel) Peixotto aus Cleveland Ohio (V. St.) Werthheimer aus Wien, Leser aus Basel, Antokolski aus Wilna, Feinberg-Bernarowitsch aus Georgenburg (Rußland), die beiden letzteren Bildhauer. — Der jüdischen oder biblischen Gegenstände zählt der Berichterstatter 76, wovon 27 auf die Malerei, 13 auf die Zeichnung, 18 auf die Bildhauerei u. s. w. kommen. Von diesen 76 Kunstwerken mit jüdischen oder biblischen Gegenständen haben nur 5 jüdische Urheber, von denen noch 2 dazu von derselben Hand herrühren. Es scheint also, daß gerade die jüdischen Künstler jüdische oder biblische Gegenstände vermeiden! Dadurch verlieren sie allerdings für uns an Interesse, soweit es eben nicht principjell den Beweis gilt, daß auch den plastischen Künsten sich die Juden mit Eifer zuwenden. — Der Marineminister hat eine Ehrenmedaille dem Herrn Salpedo, Oekonom des bürgerlichen Hospitals von St. Louis (Senegal) für seinen Eifer und seine pflichtgetreue Hingebung während der Epidemie des gelben Fiebers, die diese Colonie im Jahre 1881 verheerte, zuerkannt. — Am Schlußtage der diesjährigen Kunstausstellung (20. Juni) hat ein Comitö israelitischer Damen, an ihrer Spitze Frau Baronin Edmund v. Rothschild, eine Sammlung zu Gunsten der verfolgten russischen Juden veranstaltet. Der Verwältungsrath des Künstlervereins hatte diesem wohlthätigen Werke eifrig seine Zustimmung und Unterstützung gewährt. Die Sammlung hat über 10,000 Frcs. eingetragen. — Der Rabbiner von Nizza, Herr Netter, hat in seiner Gemeinde, die nur 80 eingeschriebene Wähler zählt, eine Sammlung für die russischen Juden veranstaltet. Sie beläuft sich auf 4456 Frcs., wozu aber auch viele Nichtisraeliten beitrugen, namentlich drei katholische Priester und ein protestantischer Pfarrer. — Das Counts zu Nancy für die russischen Juden hat bis zum 22. Juni über 14,000 Frcs. gesammelt. Italien. AuS Oberilalien, 10. Juli. (Privatmitth.) Sie haben es einige Mal im Vorbeigehen, und zwar mit Recht, gerügt, daß Italien allein unter allen europäischen Staaten sich gegenüber den Kundgebungen zu Gunsten unserer armen, von oben und von unten verfolgten und gehetzten russischen Glaubensgenossen unthätig verhallte. Es scheint nun anders werden zu wollen. Vor Kurzem hatte sich in Florenz ein Comits zur Unterstützung der in unsägliches Elend Gestürzten gebildet, und nun habe ich auch einen energischen Aufruf von dem zu diesem Behufe in Rom zusammengetretenen Counts vor mir, worin der Herzog D. Leopold Torlonia, provisorischer Syndikus der Hauptstadt des Königreiches Italien, als Präsident gezeichnet ist. Ihm zur Seite steht als Bicepräsident Graf Terenzio Mamiani Senator, und Caetano D. Onorato Fürst von Teano, Deputirter. Die übrigen Mitglieder sind: Alatri Com. Sanuel Ascoli Elemente, Bondi Com. Mvite, Cahen Graf Com. Edoardo, Castellani Com. Augusto, Costantini Com. Raffaele, Marquis D'Arcais, Cav. vr, Della Seta Guiseppe, Esdra Settimio, Finali Com. Gaspare Senator, Fürst Gabrialli D. Placido, Stadtrath, Gioia Com. Ingen. Edoardo, Jung Ritter Maurizio Lorenzini Com. Augusto Deputirter, Minghetti Com. Marco, Deputirter, Mortara Com. Angiolo, Fürst Odescalchi D. Baldassare Deputirter, Cav. Pacifico Pacifico, Pianciani Graf Com. Luigi vormals Syndikus von Rom, Deputirter, Piperno Cav. Prof. Settimio Stadtrath, Segre Com. Epaminonda, Seismit-Doda Com. Federico Deputirter, Tagliacozzo Ing. Angelo. Der Aufruf ist an ganz Italien gerichtet. Wir wollen nun sehen mit welchem Erfolge. Sonderbar genug haben sich die öffentlichen Blätter hier zu Lande größtenteils sehr lau, beinahne kalt verhalten, während sie die telegraphischen Depeschen über die schaudererregenden Unthaten des russischen Pöbels und die grausigen bedrückenden Maßregeln der hohen Regierungsstellen treu Wiedergaben. Erst jüngst hat ein Petrucelli della Gattina, ein Publicist, der sich stets in Paradoxen, gefällt, in der Gazzetta di Torino einen zweideutigen Artikel über die russischen Un- 30*

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