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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1882-07-04 · Heft 27 (4.7.1882) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
46 (1882)
Issue
Heft 27 (4.7.1882)
Date
1882-07-04
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Allgemeine Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von vr. Ludwig Philippson in Bonn. Expedition und Verlag: Baunrgärtner's Buchhandlung in Leipzig. Diese Zeitung-erscheint wöchentlich. Preis Vierteljährig 3 Mark. Abonnement in Deutschland (Postzeitungsliste Nr. 82) und Oesterreich bei allen Postämtern, außerdem durch den Buchhandel. Rabbiner In redaetionellen Angelegenheiten wende man sich an vr.L. Philippson in Bonn direct, in allen übrigen an die Berlagshandlung. Beilagen (Gebühr 12 M.) sind gleichfalls an letztere einznsenden. 46. Jahrgang. . Leipzig, den 4. Juli 1882. JVo. 27. Inhalt. Leitende Artikel: Die Wende in Rußland. — Victor Hugo's Manifest an die Menschheit zu Gunsten der russischen Juden. — Ein Skandal in Ungarn. — Literarischer Wochenbericht. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, Trier, Würzburg, Aus Württemberg. — Oesterreich-Ungarn: Wien, Pest. — Frankreich: Paris, Brest.— Rußland: Petersburg. — Rumänien: Galatz. — Bonn: Notizen. — Feuilleton: Correspondenz: Die am 29. Mai.l882 in Hildesheim stattgefnndene Versammlung des Vereins jüdischer Lehrer in der Provinz Hannover. — Vermischtes: Eine warnende Geschichte. —: Das Tabaksmonopol. £eil‘tynDc GUttfi&C. Bonn, 28. Juni. Die Wende in Rußland. Die Thatsachen geben uns Recht, wenn wir in vor. Nr. sagten, daß die Absetzung Jgnatiew's an sich eine Aenderung des Regimes dieses schrecklichen Mannes mit sich führte, und der neue Minister müsse einen ganz andern Weg Anschlägen. Graf Tolstoi hat soeben eine Verfügung an die Gouverneure gerichtet, welche denselben kund giebt, daß die Verantwortung für fernere antisemitische Demonstrationen auf die Gouverneure falle, und daß jede derartige Demonstration die sofortige Entlassung und gerichtliche Verfolgung derjenigen amtlichen Personen nach, sich ziehen werde, deren erste Aufgabe die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung sei. Es ist dies gewiß der sicherste Weg, diese Herren selbst unmittelbar verantwortlich zu machen. Wurde sich Graf Tolstoi noch zu einem Schritt weiter entschließen, nämlich zu dem in allen civilisirten Staaten bestehenden Gesetze, welches die Gemeinden, in denen durch Zusammenrottungen Schaden angerichtet wird, zum Ersatz verpflichtet— und man würde von antisemitischen Tumulten in Rußland so wenig hören, wie nach dem Fall Schievelbein in Pommmern. So scheint den russischen Juden die Sicherheit" des Lebens und des Eigenthums vorläufig wiedergegeben. Allein von einer Besserung ihrer bürgerlichen Lage verlautet noch nichts , nicht einmal von Zurücknahme des jüngsten Ausnahmegesetzes, welches die Juden von allen Pachtungen ausschließt. Und doch, so lange der Staat die Juden dem Volke als Parias hinstellt, läßt er das Damoklesschwert über den Köpfen jener' hängen. So lange wird auch der Gedanke der Aus-- Wanderung in der jüdischen Masse lebendig bleiben und Jahr nach Jahr Tausende über die Grenzen treiben — eine Erleichterung für die Zurückbleibenden, eine dauernde Last für die Glaubensgenossen der westeuropäischen'Länder. Nachschrift. Ein Telegramm vom 25. Juni aus Petersburg meldet: Auf Antrag des Generalgouverneurs von Odessa sind durch Synodalverfügung vom 16. d. M. 32 orthodoxen Priestern und Kirchendienern in den südrussischen Eparchien, welche sich um die Beilegung der Judenhetze im Mai 1881 besonders verdient machten, Belohnungen verliehen worden. — Wäre Solches und Aehnliches vor einem Jahre geschehen, wie viele Menschen hätten Eigenthum und Leben behalten, wie viele Sünden wären dem russischen Volke erspart geblieben! Victor Hugo's Manifest an die Menschheit zu Gunsten der russischen Juden. Victor Hugo, Präsident des großen Comit6s -zur Unterstützung der verfolgten russischen Juden, erließ unter dem 19. Juni folgendes Manifest, das wir in wortgetreuer Uebersetzung wiedergeben: 27

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