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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1882-06-13 · Heft 24 (13.6.1882) · p. Seite 397

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
46 (1882)
Issue
Heft 24 (13.6.1882)
Date
1882-06-13
Page
Seite 397 (sequence 13)
Language
German
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ein'Schüler und Freunddes'Rabbi Aaron Kornfeld,- ^welchem er. sobald im Lode Nachfolgen sollte. Seit 1860 in München ansässigwidmete er seine Tage - dem .Geschäft zur Erhaltungseiner Familie und seine Nächte dem Studium. ^' Als eine Frucht des letzteren erschien 1877 der - erste' Theil seiner ddn^d betitelten Schrift, welche verschiedene talmudische Abhandlungen undden Traktat Schekalim aus Handschriften' der Münchener Bibliothek mit einem hebräischem Eommentar des Herausgebersenthielt (s. S. 1l. 1878.), Seitdem beschäftigte er sich, mit dem zweiten. Theile, und zwar noch einige 'Tage vor seinem Tode 'mit der Correktur desselben. Dieser Theil liegt jetzt vor uns und enthält den Traktat Chullin nach der Münchener Talmudhandschrift nebst handschriftlichen Tosaphoth und Scholien aus'den ältesten Hand-' schriften ' der Staatsbibliothek zu München mit einem■ hebräischen Eommentar des Herausgebers (München, Huber.) Das Nähere hierüber wird den literarischen Berichten d. Bl. überlassen sein, und sei nur bemerkt, daß auch der III. Theil dieses Werkes unter der Presse-ist. Des Verstorbenen Fleiß und Gelehrsamkeit wurden nur durch seine Bescheidenheit und Anspruchslosigkeit übertroffen. Er hatte das wärmste Herz . für alles Wahre und -Edle und hat sich auch mit der neueren jüdischen Literatur - eingehend beschäftigt. Sein Tod erweckte allhier die regste- Theilnahme,' die * sich. in der zahlreichen Betheiligurig - am Leichenbegängnisse und in der beredten Trauerrede, des Rabb. Dr. Perles aussprachl "Das' ehrendste Andenken 'folgt -dem Dähingeschiedenen in seine Gruft. —L Man schreibt uns aus Minden i. W., den 28. Mai. Unsere Gemeinde hat einen schweren Verlust durch das am 21. d. M. im Alter von 73 Jahrenerfolgte Hinscheiden unseresersten Vorstehers, des Rentier Herrn S: Ph. Wolfers, zu beklagen. Ihre Angelegenheiten leitete der Verstorbene fast fünfzig Jahre nlit seltener Pflichttreue, peinlicher Gewissenhaftigkeit und großer Sachkenntniß. Seiner Anregung und seinem Einfluss^ ist es hauptsächlich zu danken , daß in unserer Mitte 'sichein würdiges Gotteshaus erhebt , in demselben ein erhebender- Gottesdienst eingerichtet ist und unser' Religionsunterricht dieihm gebührende- Beachtung und Anerkennung seitens der städtischen Behörden gesunden hat. Darum hat der Todte sich Anspruch auf unsere unvergängliche Dankbarkeit erworben. Auch unter der christlichen Bevölkerung genoß der Verstorbenewegen seines Gemeinsinns , seinerstrengen Rechtlichkeit und weit bekannten Wohlthätigkeit allseitige Hochachtung. - Als Stadtverordneter und Mitglied des Magistratsin welchen Stellungen er 24 Jahre wirkte , suchte er mit hingebendem Eifer die ihm anvertrauten Interessen zufördern: Seine Verdienste um die Madt wurdenvon Sr: Majestät durch Verleihung des Kronenordens anerkannt. Unter großer Äetheiligung der isr. Gemeinde und der Bürgerschaft fand die Beerdigung am 2. Tage des Wochenfestes statt:- Herr Prediger Liepmannssohn entwarf unter Zugrundelegung des > Textes Jeremias 13, 18 in ergreifenden Worten ein Lebensbild des Verblichenen, der mit Recht die Krone seiner Familie' und Gemeinde, eine Zierde der Stadt und der Menschheit genannt werden konnte. Sein Andenken bleibe, unter uns gesegnet! — Manschreibt aus Eisleben vom 28. Mai. Heute Morgen dll2 Uhr fand in Gegenwart des Bürgermeisters , der ' städtischen Behörden, und eines zahlreichen israelitischen und christlichen Publikums beiderlei Geschlechts mit der Bestattung einer jungen, erst 10 Monate verheiratheten Frau Löwenstein aus Sangerhausen die Einweihung" des' neuen Gottesackers der hiesigen Synagogengemeinde statt.-. .Der Nordhäuser Rabbiner Herr Dr. Leimdörfer hielt die Weihrede zu dem Lexte: 1. B. M., Cap.- 28, -Vers 17: „Wie furchtbar ist dieser Ort, hier ist nichts anderes als ein Haus Gottes und da die Pforte des Himmels." Redner schilderte in schwungreicher, geistvoller Weise 1. die Empfindungen am Gottesacker, 2: die göttlichen Tröstungen, 3. die Gesinnungen und Handlungen,' die für den Himmel vorbereiten.- Außerdem wurde die Bezugnahme auf den eingetretenen Sterbefall passend eingefügt und so ergreifend gegeben, daß kein Auge thränenleer blieb. - ' : Jeuille ton. Die Einweihung der neue« Synagoge )>r Sleicherode. Am 1. Juni fand in Bleicherode die Einweihung der neuen. Synagoge statt, über welche wir bereits eine Notiz gebracht- und die in der Mordhäuser Ztg." vom 2. Juni eine - ausführliche Schilderung gefunden' hat. Die neue Synagoge nach dem.Plane des verst. Bauraths Oppler in-Hannover (Israelit) ausgeführt-, ist ein schönes, - lichtvolles und stylgerechtes Gebäude:, Die Ceremonie ging' än üblicher Weise vor sich., In der alten'Synagoge', bke vor mehr als 100 Jahren von einer edlen Christin der Gemeinde zum Geschenk' gemacht worden, sprachen, der Lehrer Frank und der Landrabbiner Prof. Heiden he im aus Sondershausen lief ergreifend. Der Zug. zur neuen Synagoge war vom Bürgermeister, den Stadtverordneten und vielen. Honorationen begleitet. Der Nordhäuser Synagogenchor, führte - die Gesänge aus, und die Weiherede hielt der Rabb. Dr. Leimdörfer; aus Nordhausern Die „Nordh. .Z:" berichtet'darüber: Indem wir darauf verzichten, vom dem hinreißendem Eindruck, dieser in begeisterter und formvollendeter Sprachegehaltenen einstündigeN' Kanzelrede 'eine Vorstellung zm gehen, begnügen wir uns', -aus ihr die wesentlichsten 'Gedanken mitzutheilen:

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