Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 46 (1882)
- Issue
- Heft 21 (23.5.1882)
- Date
- 1882-05-23
- Page
- Seite 350 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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der Lächerlichkeit, daß sie wie Gimpel auf die -Leimruthe eines Schwindlers gegangen waren, die betreffenden Schriften nicht angesehen, sondern sofort das Verbot diktirt hatten. Von Mendelssohn sagt der Verfasser-: Bon nun an war er nicht mehr der verachtete Jud', den man hochmüthig übersah und dem man höchstens die Fähigkeit zuschrieb, schlechtes Geld zu münzen. Seine Weisheit fand zahlreiche Bewunderer; Viele, die von ihm nie Etwas gehört hatten, lasen seine Schriften und, wenn er durch die Straßen Berlins ging, war er nicht ein unbekannter Mann wie' ehedem, und die Blicke der Vorübergehenden folgten ihm mit Theilnahme. Indeß, fügen wir hinzu, seine „Berühmtheit" schrieb sich innerhalb weiterer Kreise erst von seinem, zwei -Jahre später (1764) begonnenen „Phädon" her. VermischLes. Die alte Synagoge in Berlin. In Folge der von dem Polizei-Präsidium ausgestellten Forderung soll, zu größerer Sicherheit und geeigneterm Schutz gegen Feuersgefahr, auch die alte Synagoge in der Heidereutergaffe mehr Nothausgänge erhalten. Das würde natürlich einen Umbau erheischen, bei welchem nicht nur über hundert.Sitze verloren gingen, sondern auch der ganze Baucharakter beeinträchtigt würde. Deshalb soll zunächst eine '.Commission, der Gemeindebehörden zur Vorberathung zusammentreten. — Zu der erwähnten Synagoge wurde, nachdem die Gemeinde am 12. Juni 1711 das Grundstück für 1500 Thlr. erworben, 1712 der Grundstein gelegt, nachdem König' Friedrich I. die Erlaubniß zum Bau einer allgemeinen öffentlichen Synagoge ertheilt hatte und zuvor von 1697 an zwei Synagogen in Berlin bestanden. Am 8. / September. 1714 ward die Synagoge eingeweiht, bei deren Bau sich dsr aus Regensburg gebürtige Zimmermeister Kemmeter namentlich durch die meisterhafte Verbindung des Oberdachs besonders ausgezeichnet hatte. Am Tage nach der Einweihung wurde dort die Tochter des Hof-Gold- und Silberstickers Salomon Isaak in 'Gegenwart des Königs Friedrich Wilhelm's I. und des königlichen Hofes getraut. Derselbe König wohnte auch mit dem damals sechsjährigen Kronprinzen Friedrich am Mittwoch, 20. April 1718 (den dritten der Mittelfeiertage des jüdischen Passahfestes), dem- Frühgottesdieuste bei, bei welcher Gelegenheit ein eigenes Gebet gesprochen und demnächst ein Kupferstich angefertigt wurde. (Das Blatt ist jetzt höchst selten.) Zu bemerken ist übrigens noch, daß der König sich 1715 von der Judenschaft'3000 Thlr. für die ihr gewährte Erlaubniß zur Errichtung ihres Gotteshauses hatte zahlen lassen. Die Synagoge, wurde 1818 ihrer Kuppelwölbung beraubt und von da ab bis zum Jahre 182.3 nmgebaut und vergrößert. Einen gründlichen Restaurirungsbau ließ die Gemeindebehörde, nachdem bereits 1844 und 1845 einzelne Aenderungen vorgenommen waren, im Jahre 1855 durch den Baürath Knoblauch vornehmen, welcher dex Synagoge ihre heutige Gestalt gegeben hätte. Inzwischen liegt ein Plan .zur Erweiterung der Synagoge vor, welcher jedoch eine Radical-Umgestaltung zur Folge haben würde. eigen. f p werden mit 20 Pf. für die dreigespaltene Petitzeile berechnet und müssen für dienächstfolgende Wochennummer bis spätestens Donnerstag eingehen. Dieselben sind ausschliesslich an die Annoncen-Exped. von R. Mosse in Leipzig oder deren Filialen in Berlin, Breslau, Cöln etc. zu adressiren. Offene Lehrerstelle. Am 1. Juni er. wird das Lehramt an der jüdischen Elementarschule. Hierselbst, mit welchem das Cantorat und die Verpflichtung zur Ertheilung des hebräischen Sprachunterrichts verbunden ist, vakant. Einschließlich der Mieths- und Feuerungsentschädigung ist das Jahreseinkommen .des Lehrers auf 1040 Mark, das des Cantors auf 610 Mark festgesetzt. Befähigte Bewerber wollen sich unter Vorlegung. ihrer Zeugnisse bei dem Unterzeichneten Schulvorstande melden. Kosten (Prov. Posen), 27. April 1882. [7014] . Der Schulvorstand. In einer der schönsten Städte Deutschlands ist ein lauge bestehendes, gut renommirtes israelit. Mädchen-Institut SÄ abzugeben. Offerten sub L. M. 1224 befördert Rudolf Mosse, Leipzig. [F. 6862] Bekanntmachung. Bei der hiesigen Synagogen-Gemeinde ist die Stelle eines Geflügel-Schächters vakant. Qualificirte Bewerber, welche befähigt sind, den zweiten Cantor in den. Funktionen des Vorbetens und Vorlesens der Thora zu vertreten, wollen ihre Bewerbungen bis spätestens zum 15. Mai d. I. unter Beifügung einer . Abschrift ihrer Zeugnisse dem Unterzeichneten Vorstand, einreichen. Vorgezogen werden Candidaten mit guter Tenorstimme, welche im Synagogen - Chor Mitwirken können; diesen kann außer freier Dienstwohnung ein Gehalt bis zu. 1500 Mark jährlich bewilligt werden. [8. 6013] Königsberg i. Pr., den 12. April 1882. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. Gabriel. Zürich. - [7021] Ist. Knabeu-Ponsionat, Rekt. Landau, Predig, der jüd. Gemeinde. In der hiesigen Gemeinde ist die Rabbinatsstelle vacant und soll bis zum 1. September er. besetzt werden. Fixirtes Gehalt 1800 Mark., Nebeneinkommen 200 Mark bei freier Wohnung. Akademisch gebildete Bewerber, im Besitz von nNTin mnn, wollen sich bis zum 1. Juli er. bei dem Unterzeichneten melden. Koschmin, den 5. Mai 1882. Der Corporations-Vorstand. [Br. '7129] Fuchs. CfrÜV eine Hübsche und tüchtige junge ilt Dame aus feinbürgerlicher in jeder Beziehung makellosen Familie, häuslich und gut erzogen, mit einer vorläufigen Mitgift von 40 Mille Mark, die auch erhöht werden kann,-- wird eine entsprechende gute Parthie gesucht. Schadehornm nicht ausgeschlossen. [K. 7625] Offerten . mit: Angabe der Verhältnisse sub X. 551 an die Annoncen-Exped. von Rudolf Mosse itt Cöln erbeten.