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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1882-05-02 · Heft 18 (2.5.1882) · p. Seite 298

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
46 (1882)
Issue
Heft 18 (2.5.1882)
Date
1882-05-02
Page
Seite 298 (sequence 14)
Language
German
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welche ihren Beruf nicht bloß in der Hinwegräumung des Veralteten und Abgestorbenen fanden, sondern zugleich im Neubau, in der Schöpfung positiver Anstalten und EinrichrichtungM. Geboren 1815 in München, wo er. auch die Üniversität besuchte und Promovirte und von wo er die Artikel über die hebräischen Manuseripte der Münchener Bibliothek. für die A. Z. d. Jud. schrieb, die ihnzuerst bekannt Mächten, berief ihn 1839 der Redakteur dieser Zeitung zum Prediger und Schuldirector der Hebräergemeinde in Riga, welche die Wahl in die Hand des vr. Philippson gelegt, vr. L. entsprach den Hoffnungen, die man auf-ihn gesetzt, in so hohem Grade und machte als eine ne.ue Erscheinung auf jenem Gebiete ein solches Aufsehen, daß Mn der russische Minister der Volksaufklärung nach Petersburg berief, und ihn die Provinzen, in welchen die Juden ansässig, durchreisen ließ, um überall zur Gründung solcher Schulen anzuregen. war dies der humane und freisinnige Graf Uwarow. Die Geschichte dieser Reise, die im hohen Grade charakteristisch war, muß in den betreffenden Artikeln der A. Z. d. I. nachgelesen werden. - Nach Petersburg zurückgekehrt, wurde L. in dem betr. Ministerium beschäftigt. Bald aber schlug der Wind um. Dem Kaiser Nicölaus erschien, der Weg der Polkserziehung durch die Schule zu langsam, und es begann die Zeit schwerster Bedrückung der Juden, welcher erst Alexander II. ein Ende machte , die aber gegenwärtig noch weit überholt wird. L.' fühlte sich unheimlich und verließ 1845 Rußland. Dem jungen Manne war das Haar zum Theil ergraut, als er in Deutschland wieder erschien. Da er hier nicht sofort einen paffenden Wirkungskreis fand, ging er nach Amerika. Bis zum Jahre 1855 fungirte er dort als Rabbiner an einer der Gemeinden New-Iorks und hielt ein Pensionat. Seitdem amtirte er in Cincinnati. Lilienthal gehörter zu der kleinen Anzahl aus Deutschland gekommener Rabbiner, welche die Übergangsperiode der Juden in Nordamerika aus einer verhältnißmäßig noch schwachen Zahl zu einer stärkeren Bevölkeung und hiermit aus dem Zustande der Schwäche in religiös-geistiger Beziehung zur inneren Erstarkung durchzumachen hatten und mit Eifer und Selbstaufopferung durchgemacht Haben. Sie hatten lange und viel zu kämpfen, um einige Erfolge zu erringen. Im vorigen Jahre beging L. das Jubiläum seines 25jährigen Wirkens in Amerika und erhielt von vielen Seiten die Zeichen liebevoller Anerkennung. Er hatte aber auch die Freude, das mit seinem Collegen Wise mühsam erstrebte Rabbiner-Seminar festbegründet, einen rabbinischen literarischen Verein zu Stande gebracht und eine Vierteljahrsschrift unter seiner Redaction herausgegeben zu sehen. Die 7. Lieferung der letzteren vom 1. April liegt uns vor, und hebt sie mit der Todesanzeige L.'s an und enthält zugleich, wie ein Vermächtniß des Dahingeschiedenen, zwei geistreiche und beredte Aufsätze aus seiner Feder: „the' Jew a Eiddle“ und „rriunn -x*? tlie Blood Covenant“. — Was also der Verstorbene in Rußland vergebens angestrebt, da er hier den ungünstigen Verhältnissen, dem Geiste der Inhumanität und Gewalt weichen mußte, das ist ihm in Verbindung mit gleichstrebenden Männern auf dem Boden der Union gelungen. Spät sah er die ausdauernd gestreute Saat reifen, doch er sah sie reifen, und die zu er? wartenden Früchte werden seinem Andenken Dauer und Segen sichern! — Noch Eines wollen wir hinzufügen. Selbstverständlich'wurde L. von den jüngsten Ereignissen in Rußland in tiefster Seele aufgeregt. Er schrieb wiederholt Briefe an uns, allerdings mit Vorschlägen, denen wir-nicht beistimmen konnten. Er war entschlossen, mit Herrn M. Ellinger nach Europa zu. gehen, um die Angelegenheit der russischen Flüchtlinge mit zu berathen. Da traf ihn der Tod und setzte seiner Wirksamkeit auf Erden das Ziel. Anzeigen. Tvi Cpl*Q werden mit 20 Pf. für die dreigespaltene Petitzeile berechnet und müssen für die nächst- XUOwX CluC folgende Wochennummer bis spätestens Donnerstag eingehen. Dieselben sind ausschliesslich an die Annoncen-Exped. von R. Mosse in Leipzig oder deren Filialen in Berlin, Breslau, Cöln etc. zu adressiren, Pensionat für Knaben, denen die hiesige Realschule I. Ordnung zum Besuche nachdrücklichst empfohlen werden kann. Gewissenhafteste Pflege und Beaufsichtigung, Nachhilfe in allen Lehrobjecten. [3105] Grünberg in Schlesien. vr. Samter, Prediger der Synagogen-Gemeinde. Lelirlliig bei freier «Station für mein Manufakturü. Garderobe-Geschäft gesucht. [IC. 6385] Dortmund. Jacob Lory. Pensionat und höhere Töchterschule von Frau vr. LtzVtzrsoit. Hannover. Thiergartenstr. 4. Aufnahme von Zöglingen zu Zeder Jett. 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