Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 46 (1882)
- Issue
- Heft 16 (18.4.1882)
- Date
- 1882-04-18
- Page
- Seite 267 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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worden, daß die bisher gezeichneten Beträge von den Zeichnern zurückgefordert und zu einem ohne Mitwirkung des Pastors Herrn Hohenthal zu machenden Geschenke verwendet werden sollen, sowie daß einem der oben erwähnten Herren, der gegen das Vorgehen des Herrn Pastors energisch Protest eingelegt hatte,' der 'Dank der Bürgerschaft ausgesprochen werden soll. Auch können wir, nicht umhin, unserem Bedauern-darüber Ausdruck zu geben, daß das Ehrenfest eines Mannes, der so lange Jahre in der gemeinnützigsten Weise zum Wohle der Gemeinde gehandelt und jederzeit auf Aufrechterhaltung von Friede und Einheit hingewirkt hat, von einer Seite, der die Aufrechterhaltung des Friedens so recht am Herzen liegen sollte, in einer den Jubilar jedenfalls betrübenden Weise gestört worden ist. Vermischtes. Bischof Fogarassy und ein Ofner Jude. Zur Charakteristik, der religiösen Toleranz des verstorbenen Siebenbürger Bischofs wird "uns folgende Episode aus dessen Leben mitgetheilt: Zu . Anfang der fünfziger Jahre geschah es, daß der Bischof Fogarassy bei Gelegenheit eines Spazierganges im Stadtmeierhof an einer Straßenecke einen Juden bemerkte, dessen Augen mit Thränen gefüllt waren. Mit sichtlicher Theilnahme erkundigte sich der Bischof nach der Ursache seines Kummers, worauf der Angesprochene, ein Ofner Frauenschneider Namens Moriz G., sein Leid klagte, welches darin bestand, daß ihm zur Aussteuer seiner Tochter noch 80 fl. fehlen, welche Summe er aus keine Weise..zu beschaffen im Stande sei. Der Kirchenfürst, damals noch Weihbischof, lud den Mann ein, ihn am andern Tag zu besuchen. Inzwischen hatte er sich nach den Verhältnissen des Schneiders erkundigt und sich von der Wahrheit der Aussagen desselben überzeugt. Als der Schneider zur anberaumten Stunde zu ihm kam, gab er ihm nicht nur die fehlenden 80 fl., sondern er schenkte ihm obendrein noch auf „Hochzeitskosten" die Summe von 100 fl. Der Jude ruht schon seit 15 Jahren im Grabe, aber seine Tochter, die damalige Braut, schickt seither an jedem Michaeli-Tage ein 'Gratulationsschreiben an den hochherzigen Bischof, auf dessen Sarg sie jetzt als Zeichen ihrer unvergänglichen Dankbarkeit einen prachtvollen Kranz niederlegen ließ. — Für den verstorbenen Bischof wird am 30. d. Vormittags 10 Uhr in der Universitätskirche ein Seelenamt zelebrirt werden. Anzeigen. Ty. fv werden mit 20 Pf. für die dreigespaltene Petitzeile berechnet und müssen für die nächst- JLJ-JLötJX wl/v folgende Wochennummer bis spätestens Donnerstag eingehen. Dieselben sind ausschliesslich an die Annoncen-Exped. von R. Mosse in Leipzig oder deren Filialen in Berlin, Breslau, Cöln etc. zu adressiren. Für die neu zu errichtende dritte Klasse der hiesigen israelitischen Schule soll zum 1. October d. I. ein ' Lelirer angestellt werden. Bewerber müssen nicht nur den staatlicherseits an einen öffentlichen Lehrer zu stellenden Anforderungen genügen, sondern auch die Befähigung zur Uebernahme der Funktionen eines Cantors und Leiters eines Synagogenchors Nachweisen. Das Anfangsgehall beträgt jährlich 1350 Mark und 150 Mark Miethsentschädigung. Meldungen nebst Zeugnissen, sowie der bestimmten Erklärung, daß der Bewerber, wenn die Wahl ajrf ihn fallen sollte, die Stelle anzunehmen sich verpflichte, nimmt der Unterzeichnete bis zum 1. Mai er. entgegen. [K. 5291] Esten, den 30. März 1882. Der Localschulinspeetor. Seck» Tauberbischossheim (Baden) , Selbstgekelterte u. vorzügliche Weißu. Rothweine ä 70, 80, 90 u. 100 Pf. per Liter halte bestens empfohlen [3699] Ferdinand Kahn. Am 1. Mai d. I. ist in der hiesigen Gemeinde die Stelle eines Vorbetcrö, Schächters, ReligionSlehrerS und f<-v,p ^2 zu besetzen. Das Einkommen beträgt: fester Gehalt 600 Mark, freie. Wohnung und 600 Mark Nebeneinkommen. Hierauf reflectirende wollen ihre Zeugnisse an den Unterzeichneten Vorstand franco einsenden. Bei persönlicher Vorstellung werden Reisekosten nicht erstattet. Jutroschm, im März 1882. [5421] Der EorporationS - Borstand. Israel. Töchter-Uenstonat und höhere Unterrichts-Anstalt, Verb, mit Lehrerinnen-Seminar, gegründet 1864. Aufnahme v. Zöglingen zu jed. Zeit. Prospecte gratis. [512] Frau Therese Gronau, Direktorin. Berlin, An den Zelten 12 Pt. Pensionat für Knaben, denen die hiesige Realschule I. Ordnung zum Besuche nachdrücklichsteinpfohlen werden kann. ' Gewissenhafteste Pflege und Beaufsichtigung, Nachhilfe in allen Lehrobjecten. [3105] Grünberg in Schlesien. Prediger der Synagogen-Gemeinde. Münljim-Vmjlm. Kost und Logis, Unterrichts nachhülfe in modernen Sprachen, kaufm. Fächern und Musik finden Lehrlinge oder schulpflichtige Knaben in einer israel. Familie. Offerten - erbeten sub Z. 764 an die Annoncen-Expedition von Ludolf Mosse in München. [M. 5735] Pension-Berlin. Zn dem am 17. April in den hiesigen höheren Schulen beginnenden Cursus sind bei einer aus einer Lehrerfamilie stammenden Wittwe, für Kinder sowohl als auch für junge Mädchen, die. zu ihrer Ausbildung hiesige Hochschulen besuchen sollen, noch Plätze frei. Die liebevollste leibliche und geistige Pflege sichert die Unterzeichnete 51t und werden auf Wunsch die Herren Prof. Dr. Grätz in Breslau, vr. Rahmer in Magdeburg, Div Frank in Cöln, Oberrabbiner Dr. Zuckermandel in Trier und Herr Landrabbiner Dr. Adler in Cassel gern Auskunft über sie ertheilen. Freundliche Anfragen erwidert sofort/ [5555] Trau Julie Wollheim, Wilhelmstr. 40a.