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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1882-04-18 · Heft 16 (18.4.1882) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
46 (1882)
Issue
Heft 16 (18.4.1882)
Date
1882-04-18
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Allgemeine ♦ 4 v V I 4 rXJr w G f' %A V 'V t f % # | * H- ♦ Cm im-arteiisches Organ für alles Wische Interesse. Diese Zeitung erscheint wöchentlich. Preis Vierteljährig 3 Mark. Abonnement in Deutschland (Postzeitungsliste Nr. 92) und Oesterreich bei allen Postämtern, außerdem durch den Buchhandel. , . Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippson in Bonn. Expedition und Verlag: Baumgärtner's Buchhandlung in Leipzig. In redactionellen Angelegenheiten wende man sich an Dr. L. Phrlippson in Bonn direct, in allen übrigen an die Berlaashandlung. Beilagen (Gebühr 12 M.) sind gleichfalls an letztere einzusenden. 46. Jahrgang. Leipzig, den 18., April 1882. M. 16. Inhalt. Leitende Artikel: Stimmen aus' Frankreich. III. - Das revidirte Statut des deutsch-israelitischen Gemeindebundes. — Gegen die sogenannte orthodoxe Versammlung zu Lemberg. — Auswanderung der Juden aus Rußland. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, Potsdam, Seesen, Mannheim, Aus Pommern, Leobschütz.— Oesterreich-Ungarn: Wien, Aus Ungarn, Lemberg. — Schweden: Gothenburg. — Rußland: Petersburg. — Amerika: New-Aork. — Bonn: Notizen. — Feuilleton: Aus einer Landstadt in der Mark Brandenburg.— Vermischtes: Bischof Fogarässy und ein Ofner Jude. £citc+u)e dztpßeC Bonn, 12. April. Stimme« aus Frankreich. III. In Nr. 6 bemerkten wir, daß das Journal des Debats in einem Leitartikel vom 26. Januar die Voraussetzung ausgesprochen, daß die mächtige Bewegung in England zu Gunsten der russischen Juden einen lebhaften Wiederhall in Frankreich finden werde. Diese Erwartung hat sich nicht erfüllt, und außer der Conference des Abbe Loyson imb einigen wenig bedeutenden Journalartikeln hat sich in Frankreich keine Stimme gegen die unserem Jahrhundert so fremdartige Barbarei vernehmen lassen. Den Grund für diese Erscheinung kann man darin finden , daß sich Frankreich seit 1870 bei allen eüröpäischett Angelegenheiten in der Reserve halt, und, da es sich nicht als einen maßgebenden Faktor ansieht, lieber gar keinie Rolle spielen will. Hat es doch auch ganz stillschweigend zugesehen, wie sein Minister des Auswärtigen, Herr Waddington. bei dem Berliner Congreß für die Anerkennung der neuen Donaustaaten die Bedingung der Gleichberechtigung zwar beantragte, später aber, dem Beispiele Oesterreichs und Rußlands folgend, diese Anerkennung aussprach, ohne daß die Bedingung erfüllt worden. Andrerseits kann man auch annehmen, daß Frankreich mit Rußland.in ungestörter Verbindung bleiben will, einer späteren Eventualität zu Liebe. Endlich sind in diesem Lande die Parteien zu feindlich gegenübergestellt, als daß sie auch in der, für ihr Land indifferentesten Frage in irgend eine Verbindung mit einander treten können, wie dies bei den Protest-Meetings in England der Fall war. Wie dem über auch sei, hatten wir doch, wie wir bereits in Nr. 4 zu unserem Bedauern auszuführen hatten, Veranlassung, eine Reihe von Artikeln aus französischen Journalen zu citiren, in welchen unter dem Vorwände der Unparteilichkeit die antisemitische Agitation recht parteiisch gegen die Juden behandelt wurde. Ob nun ein Aufsatz des Herrn H. Valbert in der Revue des deux Mondes vom 1. März c.: Les juifs allemands et leurs ennemis zu diesen, den Juden ungünstigen Artikeln zu zählen ist? Unsre Leser mögen, selbst darüber urtheilen. Bekanntlich ist die Unterschrift G. Valbert, die seit Jahren von Zeit zu Zeit unter Aufsätzen der Revue des deux Mondes, welche ihren Stoff den politischen und sozialen Tagesereignissen entnehmen erscheint, nur ein Pseudonym, welchen der ausgezeichnete Romancier und vortreffliche Stylist, jetzt auch Akademiker Cherbuliez , für diese Artikel angenommen hat. Wir glauben nur das allgemeine Urtheil auszusprechen, wenn wir sagen, daß diese Balbert'schen Aufsätze ihren Hauptwerth nicht in der Richtigkeit und Schärfe' des politischen Urtheils, nicht in der Gründlichkeit und Objektivität der Behandlung ihrer Stoffe besitzen, sondern in der lebhaften und buntfarbigen Darstellung, in den witzigen Pointen, den ergötzlichen eingestreuten Anekdoten, im interessanten Colorit. Werden also wirkliche und scharfsinnige Politiker diesen Aufsätzen

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