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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1882-04-04 · Heft 14 (4.4.1882) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
46 (1882)
Issue
Heft 14 (4.4.1882)
Date
1882-04-04
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Mtlg einer ne Organ für alles jüdische Jnteresie. Diese Zeitung erscheint wöchentlich. Preis Vierteljährig 3 Mark. Abonne-, ment in Deutschland (Postzeitungsliste Nr. 92) und Oesterreich.bei allen Postämtern, außerdem durch den Buchhandel.; Herausgegeben von Rabbiner vr/ Ludwig Mlippson in Bonn. Expedition und Verlag: Baümgärtner's Buchhandlung in Leipzig. In redactionellen Angelegenheiten wende man sich an vr. L^PH:lippson in Bonn direct, in allen übrigen an die Berlagshändlung. Beilagen (Gebühr 12 M.) sind gleichfalls an letztere ein-l zusenden. . 46. HllhrHang. . ' Leipzig, den 4. April 1882. No. 14. Ittbalt. Leitende Artikel: Pindar und David. Eine vergleichende Skizze. (Fortsetzung.) — Ein Sieg der Gewissensfreiheit in Spanien. — Londoner Briefe. XI. — Russische Briefe. II. Protest-Meetings in Amerika. — Literarischer Wochenbericht. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, Königsberg i. Pr., Breslau. — Oesterreich-Ungarn: Wien, Lemberg, Pest. — Frankreich: Paris. — Italien: Turin.. — Rußland: Petersburg.Rumänien: Bukarest. — Bonn: Notizen. — Feuilleton: Professor Goudsmit.-Nekrolog, — Einige charakteristische Züge aus unserm synagogalen Gebetbuche. — Notiz. £eil'c*u)e- ' V -.*■ - Bonn, 29. März. pindar und David. ' Eine vergleich ende Skizze. (Fortsetzung.) , ■ ,; Sämmtliche Psalmen,. die wir in unsrem Buche besitzen, sind religiös-lyrische Gedichte (auch, Ps. 45, das Epithalamium des jungen Königs); sämmtlich verfolgen sie dieselbe Tendenz, religiöse Gedanken und Gefühle, d. h. solche, welche an den Gegenständen dieses Lebens, und dieser. Welt im Verhältniß zu Gott und - Sittlichkeit' geweckt werden, in dichterischkünstlerischer Form zum/Ausdruck zu. bringen.,. Bon; dieser einzigen. Murzel trennen sie i sich jedoch in drei)Stämme; zuerst nämlich in solche, welche Ausdrück der gesammten Nation sind, und offenbar als Tempellieder dem Kultus angehörten, und die, welche Ausdruck der Individuen sind, und zwar mit der Verschiedenheit, daß sie entweder auch das Individuum vom allgemein-menschlichen Standpunkte, unter der Anschauung jener ewigen Fragen des. Menschen über die Kausalmomente der irdischen.Vergänglichkeit und Schwäche, der göttlichen Weltregickung und des menschlichen Geschickes : in ■ seiner Wandelbarkeit betrachten, oder hie Stimmung des Individuums in eiyer zeitlichen Situation aussprechen. Die israelitische Nasion war von ähren ersten Anfängen bis zum Ende ihrer Existenz als Volk eine kämpfende, im Bertheidigungskampfe für ihren materiellen Bestand wie für ihr geistiges Leben,, für den Gedanken- und Lehrinhalt ihres geistigen Daseins und die Entwicklung desselben begriffen. In ihrem, wandelbaren Geschicke erfuhr sie aus jedem- Kanrpfe einen Sieg, aus jedem Siege wieder einen Kampf. So empfand sich das israelitische Individuum, mochte es sich in seiner Patron oder als Person fühlen, stetszwischen zwei Endpunkten: entweder in großer Gefahr, in mannigfachem Elend und Druck, ausschauend auf Rettung , niemals aber ohne Zuversicht auf diese — oder im Siege, aus großer Gefahr gerettet, voll Jubel über .die abermals bewährte Hülfe seines Gottes, .meist jedoch selbst im Siege. noch großer he.v.yrstehender Gefahren bewußt.. Dies ist der gemeinsame Boden aller Psalmen in den verschiedensten Nuancem Wenn hse, Büchm: Moses/, die gefchichtlichen und prophetischen Bücher in-pölliger Objektivität den Kampfe Israels in seinem Bestände und seiner Lehre behandeln, so wenden die Psalmen dies ins Individuelle, selbst das Nationale erscheint in ihnen nur als Individuelles, nach der Stimmung, nach den Gefühlen und Gedanken, die der Moment in dem Individuum hervorruft. Darum, eröffnete sich, mit den Psalmen die Wett der religiösen Subjektivität, mit ihnen trat die subjektive Religion in die Menschenwelt. Während in den zuerst genannten Büchern der persönliche individuelle Mensch in per Nation verschwindet, oder .doch nur als Träger und Werkzeug des religiös-nationalen Zweckes, erscheint, tritt iy den Psalmen zum ersten Male der Mensch als Cubjekh in seinem Selbstzweck, M eigenen Werthe

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