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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1882-03-28 · Heft 13 (28.3.1882) · p. Seite 213

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
46 (1882)
Issue
Heft 13 (28.3.1882)
Date
1882-03-28
Page
Seite 213 (sequence 13)
Language
German
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und die Schürung des Nationalitäten-Haffes einzustellen. Wie > wenigernst .Herr Osmidow diese Aufforderung genommen, beweist ein am folgenden Tage in seinem Blatte erschienener Artikel, in welchem er unter Anderem sagt: - Unter drei General-Gouverneuren sei er gegen das Äudenthum zu Felde gezogen, alle drei General-Gouverneure hätten seine Bestrebungen gutgeheißen, sogar unterstützt, und in einer Audienz, die er kürzlich bei Jgnatiew gehabt, hätte ihn derselbe persönlich ermuthigt; hinter ihm stehe die gewaltige Masse der Altrussen, so werde ihm auch General Gurko keine Schwierigkeiten in den Weg legen. Bonn, 19. März (Notizen.) Man schreibt uns aus Amsterdam. Am 6. d. M. ist hier der erste Stein gelegt worden zum Baue des neuen Beth -Hamidrasch Ez Chaim. — Am 1. April begeht der Rabb. Dr. Tobias Cohn in Potsdam sein 25 jähriges Amtsjubiläum. — Zur Ergänzung unserer Notiz in Nr. 11 wird uns von Herrn E. Allmann in Frankfurt mitgetheilt, daß der sel. Professor Moritz Oppenheim am 20. Januar 1800 zu Hanau geboren war. — Am 18. d. verstarb zu Leyden der Prof, des römischen Rechts Grudsmit im Alter von 69 Jahren. (Näheres in nächster Nr.) Bonn. 20. Febr. (Literarische Notizen.) L’Athenaeum Beige enthält in seiner Nr. v. 15. d. einen lesenswerthen Artikel des Hrn. Em. Ouverleaux über einen Denkstein in hebräischer Inschrift, der sich'im Pflaster eines Saales der öffentlichen Schule der kleinen Stadt Bejar (Prov. Salamanca) gefunden hat und jetzt zu seiner Erhaltung in eine Jnnenmauer der erwähnten Lehranstalt eingefügt ist. Dieses Gebäude war früher ein herzoglicher Palast der Familie Zunniga und vordem muselmännischen Fürsten gehörig. Der Stein ist 1,57 m breit und 0,65 m hoch. Der Stein bildet also ein Rechteck; dem folgend besteht die Inschrift aus einer längeren Ober- und Unterlinie und schmälern Seitenlinien, und schließt einen leeren Raum ein. Die beiden Seiten- und die untere Linie geben zweifellos den Psalmvers 45, 14: ~f?ü D3 hd\3d. Weniger sicher ist die Lesung der Obevlinie, welche aus zwei Worten zu bestehen scheint, in denen der Name der Person enthalten ist, welcher der Denkstein gegolten. Nach einer ganz abzuweisenden phantastischen Erklärung des spanischen Archäologen Nicolas Diaz y Perez, sowie Agostin Blasco, welcher letztere über unfern Stein eine besondere Broschüre Veröffentlicht hat (Epigrafia hebraiea. Piedra sepulcral eneöntrada en Bejar (ano 1879 — man lese 1877) Madrid, imprenta de Aribay Ga. 1881), ist vorzugsweise die Deutung des madrider Akademikers Fidel Fita bemerkbar, der die obere Linie las: N^WiD. n\)vt d. i. Dofia Paruina. Diesen 9camen leitet er von ^O.ab, „Glanz, Schmuck", welche Bezeichnung in verschiedener Form bekanntlich auch in anderen Ländern für jüdische Frauen üblich war, hier also mit spanischer Endung erscheint. Herr Ouverleaux dagegen liest: Dona Paldoifia, indem er nachweist, daß dieser ursprünglich deutsche Name (von Balduin) frühzeitig auch nach Spanien verpflanzt wurde. Aus dem Gebrauche des Adelstitels Dona schließt er auch auf das ungefähre Alter der Inschrift. Gegen Ende des elften Jahrhunderts nahm sich König Alfons VI. von Kastilien lebhaft der Juden an, die bisher in seinem Reiche nur ein trauriges Dasein geführt hatten, und erklärte sie für fähig der Zulassung zu allen Würden. Seitdem tragen viele Juden den adligen Titel „Don". Dies wäre also der Beginn der Epoche, aus welcher die Inschrift datiren könnte. Das Ende jener wurde durch das Gesetz bezeichnet, welches am 12. Januar 1412 die Regentin Katharine und der Jnfant Don Ferdinand, im Narnen des unmündigen Königs Johann II. gegen die Juden schleuderten. Darin heißt es: „Die zwölfte Bestimmung ist, das; kein Jude noch Jüdin, Sarazene oder Sarazeninnen fürderhin noch vor ihrem Namen mit „Don" geheißen werde, weder schriftlich noch mündlich. Und wenn jemand das Gegentheil thun sollte, so sollen ihm für jedesmal hundert Geißelhiebe -gegeben werden." (Nicht, wie Grätz, Bd. 8 (2l Aufl.) S. 110 bemerkt, „eine bedeutende Geldstrafe".) Die Inschrift gehöre also diesem Zeiträume an, was allerdings noch einen weiten Spielraum läßt. Ebenso zweifelhaft bleibt der Zweck des Denksteins. Denn die Voraussetzung des Hrn. Ouverleaux, daß er als Grabstein in dem innern leeren Raume die Angabe des Sterbetages enthalten habe, wird thatsächlich nicht bestätigt. Es bleibt dies also ein noch zu lösendes Räthsel. — Bonn, 12. März (Literarische Notizen). Daß sich in den. östlichen Ländern an der Donau die Intelligenz hebt, erweist sich aus dem Umstande, daß daselbst hebräische Zeitschriften entstehen, welche mit der Liebe zur heiligen Sprache auch die Förderung des wissenschaftlichen und des politischen Geistes zum Endzweck haben. So haben die Herren Teller und Silberbusch unter dem Titel T>Nn eine Monatsschrift begonnen, welche als „hebräisches Organ für Literatur, Poesie und Leben" vor das Publikum tritt. Es erscheint in Bottuschan (Rumänien). Herr Teller hat sich bereits durch mehrfache hebräische Gedichte und Übertragungen einen guten Ruf erworben. Das erste Heft bringt schön und warm geschriebene Aufsätze, Gedichte und Correspondenzen. Angefügt ist der Anhang einer Reisebeschreibung durch Palästina und Aegypten von E. Deinert in Odessa. Inhalt und Sprache der neuen Zeitschrift sind geeignet, ihr einen größeren Leserkreis zu verschaffen. — So erscheint auch in Piatra (Rumänien) unter der Redaktion des Herrn Rokach im zweiten Jahrgang eine Wochenschrift 5>Njniv mit mannigfaltigem Inhalt politischer, literarischer und humoristischer Art. Wir z haben dem Redakteur für den, von Herrn Hillel Cahane zu

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