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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1882-03-14 · Heft 11 (14.3.1882) · p. Seite 178

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
46 (1882)
Issue
Heft 11 (14.3.1882)
Date
1882-03-14
Page
Seite 178 (sequence 14)
Language
German
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meten Album der deutschen Juden selbst copirte und das. in Kupferstich dem „Rath des Heils" vorgesetzt worden; ferner „Noah, der die Taube entläßt", das der Nürnberger Kunstverein in einem trefflichen Kupferstich an seine Mitglieder vertheilte, und das im Hintergründe Sem, Cham und Ja-? phet in ihren Race-Eigenthümlichkeiten erkennen läßt; so auch „Rückkehr des jungen Tobias", „Susanne im Bade", „Lavater und Lessing bei Moses Mendelssohn", welches in der Karlsruher Gallerie sich befindet und in dem „Lessing-Mendelssohn-Gedenkbuch" des „Deutsch Israelitischen-Gemeindebundes" reproduzirt ist. — In Fürth verstarb am 6. Februar im 77. Lebensjahre der hochachtbare Herr Wolf Wolffsheim, welcher seit vielen Jahren in städtischen und Gemeinde-Ehrenämtern sich besondere Verdienste und die Achtung seiner Mitbürger erworben hatte. Durch hebräisches wie profanes Wissen sich bemerkbar machend, war er in seiner Fugend drei Jahre hindurch Secretär des Groß- Rabbiner Chevalier Cologna und siedelte mit ihm nach Triest über. — Am 24. Februar verschied zu Schwerin (Mecklenburg) der Rechtsanwalt Moritz Löwenthal 58 Jahre alt. Seine gediegenen juristischen Kenntnisse und sein ehrenhafter Charakter verschafften ihm eine umfangreiche Praxis. 25 Jahre hindurch fungirte er als Rechtsconsulent der Mecklenburger Lebensversicherung- und Sparbank. Lange Jahre gehörte er dem Bürger-Ausschuß als Mitglied, zeitweise als Vorsitzender an. Ebenso war er Mitglied des Vorstandes der jüdischen Gemeinde, um welche er sich wesentliche Verdienste erwarb. — Am 3. März verstarb zu Paris der Schriftsteller Ludwig Kalisch. Zu Polnisch-Lissa am 7. Sept. 1814 geboren, studirte er später in Heidelberg und München zuerst Medicin und dann vergleichende Sprachforschung, veröffentlichte humoristische Schriften und mußte 1849 Deutschland verlassen infolge seiner Betheiligung an der revolutionären Bewegung. In Paris ließ er sich dauernd nieder, war Correspondent größerer deuscher Zeitungen und Verfasser humoristischer Erzählungen und Skizzen. Unseren Lesern ist ist er durch seine 1872 herausgegebenen „Bilder aus meiner Knabenzeit" (Leipzig, K§il) bekannt, aus welcher Schrift wir Jahrg. 1876 S. 90 ff. einige Abschnitte Wiedergaben. Aus Berlin schreibt man: — Zu der Leichenfeier des im besten Mannesalter gestorbenen Dr. med. Hermann Seemann, welche am -3. März'Nachmittag im Trauerhause, Spandauerstraße 5, stattfand, hatte sich eine zahlreiche Trauerversammlung eingefunden. Der Vorstand des Wahlvereins der Fortschrittspartei im ersten Wahlkreise war in corpore erschienen, die zahlreichen übrigen Vereine, denemder Verstorbene Jahre hindurch angehört, unter ihnen' der Berliner Handwerkervereindie Gesellschaft für Heilkunde, der Bezirksverein Alt- Kölln, der Verein der Posener und der Verein junger Kaufleute,. dessen langjähriger Bereinsarzt der Verblichene gewesen, hatten theils ihre Vorsitzenden', theils besondere Deputationen entsandt, die prachtvolle Kränze mit Schleifen und goldgestickten Widmungen auf den Sarg niederlegten. Puch zahlreiche Communalbeamte , Stadtverordnete und Bezirks». . Vorsteher befanden sich unter den Leidtragenden. Die Beisetzung fand auf dem alten jüdischen Friedhof in der Schönhauser Allee statt, wohin eine endlose Wagenreihe dem reichgeschmückten Sarge folgte. — In New-Iork starb am 13. v. Ms. Willy Wallach, ein Mann, der sich, der „Trib." zufolge, hervorragende Verdienste um die Deutschen in Amerika erworben hat. Aus Kassel gebürtig, kam er jung als Kaufmann nach Amerika. Er war zu mehreren Malen Präsident der „Deutschen Gesellschaft der Stadt New-Iork" und als solcher Mitglied der Einwanderungs-Commission in den Jahren 1865 bis 1872. Ferner war er Präsident des deutschen Hospitals, Vicepräsident der „Deutschen Sparbank", Schulcommissair von Long Island City re. Daß der deutsche Antisemitismus den Verstorbenen nicht abhielt, seine Bemühungen für die Deutschen als seine Brüder fortzusetzen, versteht sich von selbst. — Eine jüngst gegebene Notiz muß dahin berichtigt werden, daß das Reichenheim'sche Waisenhaus nicht ein Legat von Mk. 600,000, sondern von 60,000 erhalten hat. — Man schreibt aus Berlin: Eine Gedächtnißfeier für Berthold Auerbach wurde am 4. d. Mts. vom Berliner Handwerkerverein, zu dessen Lehrercollegium der Verewigte gehörte, unter zahlreicher Betheiligung von Herren - und Damen abgehalten. Vor -dem mit brennenden Candelabern umstellten Rednerpult erhob sich inmitten hoher Topfgewächse die lebensgroße Büste des Dichters, dessen florumhülltes Portrait auch die Fensterwand zierte. Unter den Festtheilnehmern bemerkte man außer dem gesammten Lehrerpersonal Herren Prof. Dr. Gneist, Friedrich Spielhagen, Dr. Jul. Rodenberg, vr. Friedrich Kapp, Julius Stettenheim u. A. Von der Familie des Verstorbenen war die Wittwe, ein Sohn, die Schwägerin, die Tochter und die Schwiegertochter dersselben anwesend. Die Feierlichkeit eröffnete mit dem von der Trauerversammlung gesungenen Liede „Manche Hoffnung, manche Wunde", alsdann bestieg Rudolf Löwenstein das Podium, um in einem hochpoetischen und doch so kraftvollen Prolog dem Heimgegangenen Freunde ein Loblied zu singen, freilich statt des Jubelliedes, welches er dem noch so jugendfröhlichen Auerbach zu seinem 70. Geburtstag versprochen hat, ein Grabgedicht. Weihevoll schloß sich an den Prolog der Quartettgesang: „Es ist bestimmt in Gottes Rath",> alsdann hielt der Abg. Dr. Lasker die Gedächtnißrede, welche neben dem Gefühle des Schmerzes über die nicht auszufüllende Lücke, die durch Auerbachs Tod gerissen worden, auch dem Gefühle der Erhebung Ausdruck gab, welches eine solche Gedächtnißfeier inmitten eines Kreises treuer Freunde, Schüler und Anhänger erwecken muß. Die fast Inständige Rede

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