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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1882-02-07 · Heft 6 (7.2.1882) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
46 (1882)
Issue
Heft 6 (7.2.1882)
Date
1882-02-07
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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'Allgemeine -es Au-mtl»»ms - Ein imparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Diese Zeitung erscheint wöchentlich. Preis Vierteljährig 3 Mark. Abonnement in Deutschland-(Postzeitungsliste Nr. 92) und Oesterreich bei allen Postämtern, außerdem/ durch den Buch- . . Handel. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippson in Bonn. Expedition und Verlag: Baumgärtner's Buchhandlung in Leipzig. In redactionellen Angelegenheiten wende man sich an Dr. L.PHilippson in Bonn direct, in allen übrigen an die Berlagshandlrmg. Beilagen (Gebühr 12 M.) sind gleichfalls an letztere einznsenden. 46. Jahrgung. Leipzig, den 7. Februar 1882. JVo. 6. Inhall. Leitende Artikel: Londoner Briefe. II. u. III. — Stimmen aus Frankreich. II. — Ein Wort aus Ungarn. — Die jüngsten Vorgänge an der Pariser Börse: — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Leipzig, Berlin, Coburg. — Oesterreichs Ungarn: Wien, Aus Ungarn. — Frankreich: Paris. — Großbritannien: London. — Dänemark: Kopenhagen. — Rußland: Petersburg, Warschau, Lemberg, Wolocziska. — Rumänien: Bukarest. — Bonn: Notizen. — Feuilleton: Simon Szanto. Nekrolog. — Aus Raschi's Gutachten in den von Joel Müller herausgegebenen -vLDih nDiU *>rDn mwn. <£eilc-iu)e d-z4'-i4icCe Londoner firiefe. II. London im Januar. Es wird wohl für auswärtige Leser in der Gegenwart und für die zukünftigen von Interesse sein, den Charakter der jetzt hier stattfindenden Bewegung gegen die Judenverfolgungen in Rußland näher kennen zu lernen, und hierzu wähle ich aus der immensen Fülle von Zeitungsartikeln, welche die englische Presse über diesen Gegenstand bringt, den folgenden. Der Canonicus Farrar veröffentlicht einen sehr ausführlichen Brief in der Morning Post, den wir hier anszüglich wiedergeben. Die letzten drei Jahre, sagt er, zeichneten sich aus durch erneueten Haßausbruch gegen die jüdische Race, in mehreren Ländern von grausamen Verfolgungen begleitet. Es waren Judenverfolgungen in Serbien und Rumänien, die Juden waren schändlichen Angriffen ausgesetzt im südlichen und westlichen Rußland. Im cultivirten und philosophischen Deutschland herrschte eine mächtige antisemitische Gährung, volksthümlich Judenhetze genannt, die ein hervorragender Deutscher wahrhaft chürakterisirte als eine Mißgestalt entarteter nationaler Empfindelei. In Frankreich war das Phänomen einer Zeitung genannt l’anti-juif, eine Erscheinung, sicherlich fremd den besten Traditionen eines Volkes, das stets seinen Stolz darin setzte. Verfechter und Beschützer von Menschenrechten zu sein. Selbst die Vereinigten Staaten gaben den Juden zu fühlen, daß sie unpopulär sind. In England war in der That keine Spur eines solchen Antagonismus, obwohl hier und da in der Presse Betrachtungen über die Juden angestellt worden sind, die ein beträchtliches Maaß von Abneigung und Antipathie verrathen. Wollen wir die Ursachen dieser Ausbrüche erkennen, sie sind nicht schwer zu finden. Die Juden hatten immer das Talent, Erfolge zu erringen — nicht hauptsächlich in der Erwerbung von Reichthum, sondern auch auf anderen edleren Gebieten. Die Geschichte zeigt, daß sie eine Race intensiver physischer Vitalität und glänzender intellectneller Begabungen sind. Wenn Jemand die Zahl, eminenter Personen betrachtet, die eine Mischung jüdischen Blutes in ihren Adern haben, wird er zur Einsicht kommen, wie die Juden besonders begabt sind. Ebenso kann Keiner die Dienste, die sie als Race der Menschheit geleistet haben, in Abrede stellen. In England sind sie verhältnißmäßig nur eine winzige Gemeinde, dennoch haben sie sich einen Einfluß erworben, -der in keinem Verhältnisse zu ihrer Zahl steht. Bis vor Kurzem war die jüdische Abstammung ein entschiedenes Hinderniß für Erfolg am Gerichtshof, aber jetzt Wen wir einen ausgezeichneten Richter und viele eminente Rechtsanwälte, die Inden sind nach ihrer Abstammung wie nach ihrer Religion. Nur eine kurze Zeit ist verflossen seitdem die alten Universitäten dem Juden geöffnet wurden, und an beiden Universitäten haben die Juden eine Stellung unter den bedeutendsten Gelehrten

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