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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1882-01-24 · Heft 4 (24.1.1882) · p. Seite 51

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
46 (1882)
Issue
Heft 4 (24.1.1882)
Date
1882-01-24
Page
Seite 51 (sequence 3)
Language
German
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land, und' die österreichische und die deutsche Staatsregierunglassen sich Pöbelaufläufe, nicht gefallen. -Wsnn im-österreichisch-ungarischen 'Staate alle - Raffenan'tipäthien zuWer-, nichtüngskriegeü führen/ föllten,' so' würden bald alle - seine "Länder .Nichts * als > Zerstörung^ und Verheerung ldarbieten.. Aber die;Macht d^er Kultur)^der Ci-bilisation:strnd-^er-Fnteressen ist dv ch - stärker ' als Hern Barine-' möint, - stark -genug,, um mit .> der .Zeit 5die Ausgleichung 1 - und - - Versöhnung auch der Rassenantipathien zu bewirken.^ -'Es 'istdies Immerhinein schweres Werk- - dasnicht , von -heute' zumorgen zu Ende geführt-werde n-känn;; -dann und--warm -können Symptome des Hasses, .der Unduldsamkeit unk/der Räübsücht immer wieder einmal; an die - Oberfläche 'kommen- ' AVer - Rechtsbewußtsein ^u-ndr Humanität. vollenden. - Ihrem Gang - - durch * die Menschenwelt,s■ - und trotz /zahlreicher- Uebelwollenden liefert auch die Gegenwart die sprechendsten Beweise hierfür) Es ist nur Schade, daß.die periodische--Presse,', statt -mit ihrer Macht/die Civilisation kräftig zu unterstützen-, sich'- allzu oft in! den Dienst des Pikanten Und Sensationellen stellt, um die Leserzu. interessireu. - Wir sind die Letzten, welche die wirklichen.Erscheinungen vertuschen und verschleiernwollen; aber wir treten, .entschieden allen. Uebertreibungen entgegen, die statt zu'besänftigen, die Vorurtheile -und Leidenschaften nur wecken-und anreizen. NeiseennnerunM. - //; Bon s. .M - . .. Die folgenden Schilderungen rühren -von einem durchaus zuverläßigen und jeder Voreingenommenheit fernen Beobachter her, ' und wir geben sie an dieser Stelle, weil wir einen viel geschmähten und verkannten Theil unsrer Glaubensgenossenschaft in das rechte Licht stellen, die verbreiteten; Vorurtheile mindern, das Vertrauen zu seiner Arbeitstüchttgkeit und zu seinem Charakter stärken und ihm . dadurch auch in fernen Gegenden nach- Kräften die Wege öffnen wollen. Aehnliche Beobachtungen hat übrigens der sel. Br. Barasch in den Reiseberichten gemacht, welche von Nr., 4 des Jahrg. 1643 dieser Zeitung.veröffentlicht worden, und die noch heute ein großes Interesse besitzen. Redaktion. - . Um die landwirthschaftlichen und geselligen-Verhältnisfe in einem. Theile / Ostpreußens näher kennen - zu lernen, folgte ich der Einladung meines Freundes. welcher an der östlichen Grenze-- der Provinz einen größern .Gütercomplex besitzt, und verließ gegen-Ende Oktober 1 §64-die westfä tische.' Heimath, um über Berlin, Königsberg,/ Insterburg zu den Besitzungen des Herrn S./M-' gelangen-/ ^^/Eisenbahnverbindung Insterburg , Goldapp, Lyck/längs der russischen Grenze fehlte zu jener Zeit noch. Die Landstraßen be-. fanden sich In Folge starker Schneestürme in schlechter Verfassung und. da mich mein Weg über Göldapp rn/ die Nähe von Oletzko -und -Lhck führte,- welche -Strecke -mittelst -des -Posttvagens - 'zürückgelegtwürde-, so war der 'letzte - Theil meiner Reise 'ein-ebenso' beschwerlicherwie unangenehmer - undwar ichfrohendlich Oletzko. erreicht 'zuhaben. - - Nachdem - ich -daselbstübernachtet., - würde - dieReise - amfolgenden- Morgen im Postwagen - macheinerder nächsten Stationenfortgesetzt, wo mich! mein-Freund in Empfang nahm und-trafen wir nach einer--längeren Schlittenfahrt-auf--seiner Besitzung eist/ - - - - Da demselben der Zweckmeines Äufenthältszur Genüge bekanntwarso verfehlte er -nicht-' mich in liebenswürdigster Weise auf die- Licht- und- Schattenseiten aufmerksam zu-machen, -welche-'sich dortdem Ackerbau treibendem Publikumbieten. Ichdurfte-dem Urtheile-desselben um so -mehr'volle Beachtung zollen-- als -er -seitfrühester Jugend - in ' jener Provinz änsäßig war,' - er unbedingteiner der intelligentesten) Landwirthe des -Regierungsbezirks -war-,' und auch Seitens 'seiner Gewerbsgenossen das . größte Vertrauen genoßsö daß ihm ln einemverhältnißmäßig - jungen Alter die Ehre zu Theil wurde, als Vertreter - in den Landtag gewählt zu -werden.' - - Als ein Hauptmangel,- unter dem die wirthschaftliche Entwicklung des Landes seit langer Zeit zu leiden habe, wurden, mir - die überaus, spärlichen Eommunikationswege bezeichnet. Außer wenigen Landstraßenwelche die Hauptorte der Provinz und des Kreises mit einander verbanden, waren -höchst primitive Landwege vorhanden, so daß zu Zeiten, wenn -längere Regenperiodengeherrscht hatten, oder wenn Thauwetter -eingetretenwar-,- die Verbindung mit den nächsten Ortschaften-^--welche-nicht-an denbesser - gebauten Chausseen gelegen -waren, völlig aufgehoben unb unterbrochen; war. .; Daher, war^ das Bestreben der, dort An.säßigen schon seit langer -Zeit vor. Allem dahin gerichtet, selbst mit bedeutendest materiellen Opfern, fürden Ausbau und Erweiterung des Wegnetzes'zw sorgen, um im Stande zu-sein, die Produkte-der Landwirthschaft- und der damit verbundenen Nebengewerbe-- jeder- Zeit mach den nächst gelegenen Marktplätzen zu -tränsportiren. Auch während meines dortigen 'Aufenthalts wurde gerade eine wichtige Straßenlinie vollendet,' welche durch das - Territorium des Herrn S. führte.- Da mir häufig Gelegenheit' geboten -war,. die betreffenden Arbeiten-in Augenschein zu nehmen, so war es im Anfänge für michrecht auffallend unter den Erdabeitern/- welche zu -dem- Straßenbau verwendet stvurden, verhältnißmäßig viele- -mit jüdischen - Physiognomien zu sehen und thtzilte -ich diese meine Wahrnehmung meinem Gastfreunde mit.'- Letzter'ererwiederte mir, daß sich unter jenen Arbeitern /allerdings viele-Israeliten - -stefanden-, mdeß -dürfe/ mich >die-se-Erscheinung -durchaus nichts überraschen, -denn in. dortiger Gegend, und namentlichim benachbarten-Polen -würden -solche-.technische--Arbeitenvielfach-,' jameistens-'durch 4* -ff?' Sr. ’&fcA«-,?,.

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