Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1882-01-10 · Heft 2 (10.1.1882) · p. Seite 31

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
46 (1882)
Issue
Heft 2 (10.1.1882)
Date
1882-01-10
Page
Seite 31 (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3224737-3227393-3227396--39573-3257162
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

Am Morgen des 10. Dezember, um sechs Uhr Morgens, war er von Hans Joerg und vyn der Frau Baumann gesehen worden; um sieben Uhr wurde er von Boldieweck und von Martin Bayer gesehen. Selbst wenn man beargwöhnte, daß die Zeugnisse der Juden, die ihn in Ribeauville zwischen acht und eilf Uhr Abends gesehen hatten, verdächtig seien, und daß dasjenige der beiden Leute, welche ihn auf der Straße nach eilf Uhr gesehen, mit Borsicht ausgenommen werden müsse, weil man ihn wegen der Dunkelheit nur an der Stimme hatte erkennen können, so waren die anderen Beweise von Lang mehr als genügend. In der That war Ribeauville damals eine befestigte Stadt, welche man bei Einbruch der Nacht schloß -und Morgens wieder öffnete, das heißt, deren Thore im Dezember von fünf Uhr Abends, bis -sieben Uhr Morgens geschlossen waren, so daß man 'weder hineinnoch hinausgehen konnte, ohne von den Wächtern gesehen zu werden. Nun, Lang war in der Stadt am 9. Abends, um sechs und um sieben Uhr von verschiedenen Personen gesehen worden; selbst , den anderen Morgen um 6 Uhr, vor Oeffnung der Thore; keiner der Wächter hatte ihn in diesem Zeiträume weder hineinnoch hinausgehen sehen; es war also, vollständig erwiesen, daß er die ganze Nacht vom 9. zum 10. Dezember in Ribeauville zugebracht hatte. Das Alibi von Hirtzel endlich ist vernichtend für seine Richter. Man könnte keine stärker konstruirte Beweisführung erdenken. Während des ganzen Tages des 9. Dezembers die Nacht bis eilf Uhr und den anderen Morgen, folgte man Hirtzel Schritt auf Schritt und fast ohne ihn für einen Augenblick aus den Augen zu verlieren. Man wird sich erinnern, daß er nach Sierentz gegangen war, um seine Schwester und seinen Schwager Jsaac zu besuchen. Am 8. Dezember, acht Uhr Morgens, begab er sich auf den Weg, zuerst nach Colmar, wo er von mehreren Per-' sönen gesehen worden, ü. A. von dem Kaufmann Edkofer, dem er sagte,-daß er nach Sierentz ginge. An demselben Tage kam er in Reguisheim anwo er iür jüdischen Restaurant aß und die Nacht bei Seligman Reksheim zu-, brachte: - Am andern Morgen, den 9. Dezember, begab er sich in die Synagoge und verrichtete sein Gebet in Gemeinschaft mit den anderen Israeliten des Dorfes. . Zwischen sieben und acht machte er sich von Neuem wieder auf den Weg und zwischen Reguisheim und Ensisheim begegnetem er dem Knechte Hes Vorstehers von Mayenheim, der Holz aus dem Walde holte; er setzte sich mit auf den Wagen des Knechtes und stieg erst im Dorfe Battenheim, bei dem Walde von Harth, ab. Um 12 Uhr aß er in Habsheim bei Salomon Haas zu Mittag. Als er ungefähr eine halbe Meile vor Sierentz angelangt war, begegnete ihm der Fuhrmann Jacob Schaller. Noch dichter vor Sierentz begegnete er Herrn von Waldner, einem Edelmann aus Sierentz, mit zwei Karossen, in denen viele Leute saßen, u. A./ H. Spebbach (oder Spegt), ein Offizier in dem Schweizer Regiment, H. Hommel, der Gouverneur' deF jungen v. Walden, und die Dienerschaft. Alle kannten, ihn und hatten ihn wiedererkannt; noch weiter hin begegnete er dem Fuhrmann Schlägel. Das war ungefähr um vier Uhr-Nachmittags. Jedermann sah ihn in Sierentz hineingehen, im Vorbeigehen hatte er mit vielen Personen gesprochen, u. A. mit dem Wirthe des „Sterns". Im Hause seines Schwagers wurde er v.on folgenden Leuten gesehen: Bis acht Uhr Abends von .einer Nähterin Namens Katharine, welche den Tag über bei seinem Schwager-arbeitete. (Fortsetzung folgt.) Anzeigen. . Tn QPT*Q werden mit 20 Pf. für die dreigespaltene Petitzeile berechnet und müssen fürdienächstfolgende ’Wochennummer bis spätestens Donnerstag eingehen. Dieselben sind ausschliesslich an die Annoncen-Exped. von R. Mosse in Leipzig oder deren Filialen in Berlin, Breslau, Cöln etc. zu adressiren. . Brave Leute, welche geneigt sind, ein gesundes 12 jähr. Mädchen (Waise) gegen monatliche Bergütigung von 18 M. in. Pension zu nehmen, wollen gütigst ihre senden an Herrn. Fraenkel Elisabethstraße 44. Gesucht für e^juttg. Mädchen mit besten Referenzen eure Stelle Mr Stütze der Hausfrau, dasselbe rocht und übernimmt gern Hausarbeit.- Offerten unter. Z. B. H ambnr g, Rotherb. 14. . - [H. 198] Adresse em- , Berlin, [B. 115] Soeben erschien und steht auf Wunsch franco und gratis zu. Diensten: Catalog Nr. 141 meines antiquarischen Bücherlagers enthaltendd udaica und Werke über Palästina. [166] Stuttgart, 5. Januar 1881. ,, _;_ J. Scheib! e’s Antiquariat. Unterzeichnete sucht Stellung an einer Schule oder in einer Familie. [284] Regina Reich9 für höhere Töchterschulen' geprüfte Lehrerin. ßlatz i. Schlesien. v Für mein Tuch-j Manufaetur- und Weißwaarengeschäft suche zu Ostern 1882 einen Lehrling. [B. 77] - Wilhelm Tobias,' Maaren in Meckl. iiOO hy muß in feinster Qualität offerire ich 8 Pfund 3 Mark, 10 Kilo Kiste und Fracht frei und stehen Probesendungen' zü Diensten./ - Für größere Plätze suche tüchtige Agenten. , '* ' [i36] E. Ems, Rheda in Westfalen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.