Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 43 (1879)
- Issue
- Heft 51 (16.12.1879)
- Date
- 1879-12-16
- Page
- Seite 811 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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811 beerdigte und dem der Kriegerverein unter Führung des I uden Lewin ,das Geleite gab. Bonn, 14. December. (Literarische Notizen?. Mit den Lieferungen 39—42, die wir soeben erhalten, ist das von uns mehrfach besprochene, an Inhalt und Form ausgezeichnete Prachtwerk „Aegypten in Bild und Wort", dargestellt von unsren ersten Künstlern und beschrieben von Georg Ebers (Stuttgart und Leipzig, Eduard Hallberger), vollendet, und die deutsche Literatur und Kunst um eine seltene Leistung reicher. Ebers hat seine Aufgabe, Aegypten vom höchsten Älterthum an bis zu den gegenwärtigen Tagen in allen seinen Erscheinungen faßlich und doch möglichst gründlich zu schildern, glücklich gelöst. Und diese Aufgabe war eine schwierige. Lebhafte Beschreibung zahlloser Ruinen, die, wenigstens gruppenweise, einander ähnlich sind, von dem Leben, den Sitten und Anschauungen so verschiedener Zeiten, wie der Pharaonen, der Ptolemäer, der Kalifen, der Mamelukken und der gegenwärtigen Khedivcn anschaulich zu erzählen, Landschaftbilder zu entwerfen, wo die Natur bald verschwenderisch, bald überaus kärglich gewesen; die Völkerracen uns vorzuführen, die sich mannigfaltig auf diesem interessanten Stück Erde drängen, und dies Alles, ohne den Leser zu verwirren, und dessen Theilnahme forttvährend zu beschäftigen, ist wahrlich eine schwierige Leistung, welche ebenso umfassende Kenntniß, wie vollendete Darstellungsgabe erfordert. Man ist nur gerecht, wenn man zugesteht, daß Ebers diesem Ziele möglichst nahe gekommen ist. Nun hat er aber auch das Glück gehabt, durch einen seltenen Schatz künstlerischer Darstellungen unterstützt zu werden, die von Seite zu Seite das Interesse erwecken und befriedigen. Die letzten Lieferungen führen „von der Amonsstadt zum Katarakt", also bis Assuan (Syone) und der schönen Insel Pylae, wo wir von Aegypten und von dem Werke selbst Abschied nehmen. Register, eine Karte von Oberägypten und ein mit dem schönen Portrait des neuen Khedive geschmücktes Vorwort zum II. Bande sind angenehme Zugaben. Bemerken wollen wir, daß auch in Assuan, der südlichsten ägyptischen Stadt, Juden wohnen müssen, da Ebers des schönen Landhauses eines reichen Israeliten am südlichen Ausgang der Stadt erwähnt. Aus einer Inschrift in den Steinbrüchen der alten Pharaonen las Ebers, daß in denselben, die Zeit ist nicht zu bestimmen, auch 800 kriegsgefangene Israeliten arbeiteten. — Als ganz vortrefflich und überaus nützlich können wir empfehlen: Paul Moser's Notizkalender als Schreibunterlage für das Jahr 1880 (Verlag des Berliner lithographischen Instituts in Berlin \Nr.). Der Kalender in gr. Folio enthält auf 72 Seiten gutem liniirten Schreibpapier, mit weißem Löschpapier durchschosien, Raum für die Notizen auf alle Tage des Jahres, und in einem Anhang sehr nützliche Zusammenstellungen aus dem Gebiete der Post und Telegraphie, z. B. auch Verzeichniß der gleichnamigen Postorte, aller bedeutenderen Städte mit nützlichen Noten, eine Eisenbahnkarte, die jüdische Zeitrechnung, Eomptoirkalender rc. — Wir erhielten seit langer Zeit zum ersten Male wieder die zu Cincinnati erscheinende „Deborah", ein recht reichhaltiges Blatt, das jetzt unter der Nedaction von Salomon H. Sonneschein steht. Wir freuten uns, an der Spitze der Nummer unsere „Anti pessimistische Denksprüche", und am Ende derselben unfern Artikel über Du Bois-Raymond zu finden. Aber, fragen wir, warum ohne Angabe der Quelle? Was kann es der „Deborah" verschlagen, wenn sie die deutsche Quelle nennte? Fühlt sie sich hierzu nicht durch den Namen verpflichtet, den sie trägt? — Man schreibt uns aus Brünn: 2'nnn unnn &Ttp rn1? Herr David Leb Nasch in Preßburg hat entdeckt, daß die jüdischen Kalender (rvfr) leider wie Profanbücher behandelt werden, während sie einen begründeten Anspruch darauf haben, mit allen Ehren eines unp 'D behandelt zu werden, notabene, wenn sie vorher jener Censur unterzogen werden, die Herr Nasch an ihnen ausgeübt, wie sein Jsr. Volkskalender (Wien 1879) zeigt. Die christlichen Feier- und Namenstage sind aus dem Texte in einen Anhang verwiesen, die Hauptmärkte jedoch haben Gnade vor dem frommen Kalendermacher gefunden. Dafür bereichert er die bisher bekannten Acren um zwei neue: Wir zählen das Jahr 118 seit der Geburt des bl -.22 Cnn b%;2 n*w2 W21 und das Jahr 40 seit seinem Tode Mose Maimuni hat also seinen Legitimen Nachfolger gesunden! Besonderer Sorgfalt erfreuen sich die 'tehn n"2 bei Herrn Nasch. In besonderen Anmerkungen, die wie der Text auch „deutsch" geschrieben sind, erscheinen Nasch's eigene Entdeckungen, wo z. V. ein px nicht unterdrückt werden darf, woran beim Schofarblasen zu denken, wie man zu verfahren hat, wenn man im Gotteshause „ausgespuckt", daß man hiebei das Sacktuch nicht schonen solle — „ebenso (0 soll man im Bethause blos beten, aber nicht schwätzen". Nicht umsonst fügt Herr Nasch feinem Namen bei (in Preßburg).