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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1879-12-02 · Heft 49 (2.12.1879) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
43 (1879)
Issue
Heft 49 (2.12.1879)
Date
1879-12-02
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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"Allgemeine Gilt im-arteiischcs Organ snr alles jüdische Interesse. Diese Zeitung ertLeint wöckientlich einmal in 2 bis 2'/, Bogen. Preis Bicrleljädria ZMark. Inserate werden mu 20 Pf. für die Pelirzeile oder deren > Raum berechnet. Alle Postämter und Buchhandlungen nehmen Bestellungen on. Heraus gegeben von Rabbiner Dr. Llldwiz Philippson in Bonn. Verlag von Bauingilrtncr's Buchhandlung in Leipzig. Beilagen werden mit 12 Mark berechnet.. |. In redaktionellen Angeleacnbeltcn i wende man sich an Nr. C. Philipplua in : Bonn: hinsichtlich der Inserate :« Moste in r.'eiviig und Scffen Filiale» , in Berlin. VreSiau re.! Inseratk,el.ue biSvonnerrtageingeden. finden in der darausiolgenden Rümmer Berücksichtigung. 43. Jahrgang. Leipzig, den 2. December 1879. Xo 49. |nbaft. Leitende Artikel: An die Rumänischen Israeliten. — Einige Gedanken bei der gegenwärtigen Situation. H. — Ernst Nenan's neueste Schrift, lll. — äcitungsuackrichlen: Deutschland: Bonn, Breslau, Stuttgart, Berlin, Köln. — Oesterreich. Ungarn: Lemberg. Pest. Wien. — Rumänien: Bukarest. — Rußland: Petersburg. — Amerika: Relv-Aork. — Bonn: Notizen. Literarische Notizen. — Feuilleton: Aus Altindien. — Vermischtes: Judenthnm und Islam. •fettende ÄtlUlcf. Bonn, 26. November. 3Ut die ßuiminifdjcn 3sraditen. Die langen und leidenschaftlichen Verhandlungen über die rechtliche Stellung, welche der rumänische Staat den Bekcnnern des Judenthums zu gewähren habe, sind resultatlos geblieben. Es hat den rumänischen Gesetzgebern gefallen, das Princip der Gleichberechtigung in ihre Verfassung aufzunehmen, dann aber durch Spccialbestimmungen sämmtliche Juden auszuschließen und ihnen nichts als die Möglichkeit individueller Naturalisation in Aussicht zu stellen. Ob diejenigen Signatarmächte des Berliner Vertrags, welche auf die Erfüllung der Bestimmungen des letztern drangen, sich mit dieser nichtigen Lösung begnügen und die Unabhängigkeit Rumäniens anerkennen tverden, ist noch immer zweifelhaft und die Nachrichten der öffentlichen Blätter widersprechen sich. Doch selbst wenn diese Mächte oder einige derselben cs n i ch t mit ihrer Würde vereinbar finden, der ränkevollen Schlauheit der Rumänen nachzugeben, mögen wir uns keiner Illusion hingeben. Die Rumänen werden gegenwärtig nicht weitergehen, und was von jener individuellen Naturalisation, welcher jeder Rechtsgrund! entzogen ist, zu halten sei, braucht Niemand zu sagen. Dennoch ‘ dürfet Ihr nicht die Hoffnung, und vor Allem nicht den Muth! verlieren. Es waren nur Nordamerika, Frankreich und Holland, l wo vor fast einem Jahrhundert die vollständige Gleichbcrechtigung mit einem Male ausgesprochen und unbedingt verwirklicht worden. In allen anderen Staaten hat sie schwere und langwierige Kämpfe gekostet, selbst in England, und wurde erst nach und nach errungen. In Deutschland, Oesterreich- Ungarn und Italien ist sie noch sehr jungen Dalums. Was zeigte sich aber in diesen Ländern? Als die Gleichberechtigung durch das Gesetz ausgesprochen ward , waren die Juden sür sie längst reif geworden, halten sich nicht allein für die allgemeine Eultur, sondern auch für das nationale Leben so entwickelt, daß sie alsbald für alle Zweige des öffentlichen Lebens Männer aufzustellen hatten, welche Negierung und Volk mit vollem Vertrauen beehrten und selbst in bedeutende öffentliche Aemter eintreten ließen. Und diesen Weg mit immer größerer und allgemeinerer Energie zu betreten, ihn trotz trüber Aussichten und großer Schwierigkeiten mit allen Kräften zu verfolgen, das ist jetzt Eure Aufgabe, Eure Pflicht. Ihr müsset in Euch selbst die Zukunft vorbereiten. Euch für eine bessere Zeit befähiget! und ausrüsten. Wir wissen sehr wohl, daß cs auch unter Euch bereits eine nicht geringe Zahl gebildeter, auch.wissenschaftlich gebildeter Männer giebt. Aber es gilt, der Eultur Eingang zu schaffen in die Masse, in diese jüdische Masse, die bedrängt und verfolgt von allen Seiten doch schon in ihrer Religion, im Studiu»n unsres Schriftthums den An-! stoß zur Geistescultur in sich trägt. Dafür wirksam zu sein, ist vor Allem die Sache der Schule, der geregelten, mit! tüchtigen Lehrkräften versehenen Schule, in welcher neben den! allgemeinen Fächern durch die Erlernung und Förderung der

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