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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1879-11-25 · Heft 48 (25.11.1879) · p. Seite 765

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
43 (1879)
Issue
Heft 48 (25.11.1879)
Date
1879-11-25
Page
Seite 765 (sequence 13)
Language
German
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765 Städten ist Köln nicht nur die urkundlich älteste Niederlassung, sondern auch der fruchtbarste Boden für die Geschichte der Juden. Das Kölner Judenviertel regt eine Vergangenheit von mehr als anderthalb Jahrtausenden auf, vielleicht entstand es schon zu der Zeit, als Jerusalem in Trümmer sank Hier, im „deutschen Nom", erfuhren die Schicksale der Juden unter den stets wechselnden Regierungsformen die merkwürdigste Gestaltung. Die Ungewitter sich bekämpfender Gewalten von Kaisern und Königen, von geistlichen und weltlichen Fürsten, von vornehmen Geschlechtern und Zünften entluden ihr Theil auch über sie. Nur wenige Gemeinden des in alle Welttheile zerstreuten Volkes hatten so schwere Kämpfe um ihre Existenz, um die Erhaltung ihrer religiösen und irdischen Güter zu bestehen; fast keine ist so reich an erhabenen Mustern frommer Ausdauer und Entsagung, an heiligen Glaubensmärtyrern. — Dem Schooße der Kölner Gemeinde entstiegen Heroen der Wissenschaft, deren Glanz heute noch fortleuchtet; hier lebten Rabbiner, deren scharfsichtige Geistesproducte jetzt noch bewundert und zum Lebensinhalt gemacht werden; hier lebten Poeten, deren dichterische Gebetweisen Gemeingut Aller und Bestandtheile des Gottesdienstes bilden; hier lebten Aerzte, deren Hülfe in den Hütten der Armen, wie in den Palästen der Reichen, ja selbst an den Höfen der Fürsten in Anspruch I e u i t Äntiptssimillische Denksprüche, von L. Ph. (Forti etzung.) Weh' dem Geschlecht, das, feind dem Idealen, Sich rühmt der Lust allein an dem Realen; Das die Erscheinung, die dem Sinn sich stellt. Allein für Wesen und für Wahrheit hält; Das den Gedanken, den belebenden. Den zweckerfüllenden, verneint. Und den Bedarf der Aufwärtsstrebenden Als Schöpfer und als Lenker meint! . . . Je mehr den „Kampf ums Dasein" cs erhebt. So dürftiger das Dasein ihm erscheint. Als ob es nur, ein Grab zu graben, lebt! Schweig, Herz, klopf nicht voll edleren Gefühls, Du fehltest doch nur um so mehr des Ziels! Stutz, Phantasie, die trügerischen Schwingen, Du kannst uns doch nur fade Täuschung bringen! Das Wissen nur allein macht stark. Und alles Andre — Quark! . . . Ach, und Dein Wisien ist so'kühl und arm. Und sättigt nicht und macht nicht warm! Kann all' Dein Wissen eine Klage stillen. Und Trost gewähren m des Lebens Leid? genommen wurde. Es giebt wohl keine andere Gemeinde, die ihre Gelehrten beinah ein Jahrtausend zurück der Reihenfolge nach namentlich aufzuführen vermag, wie es hier der Fall ist." - Der Verfasser hat seine Aufgabe, so weit sie in diesem ersten Bändchen reicht, auf's Beste gelöst. Er hat außer den Druckwerken und archivalischen Schiftstücken 'auch ein reiches Material aus bis jetzt unbenutzten hebräischen Quellen geschöpft. Er erzählt einfach und klar und stützt sich bei Allem, was er vorträgt, auf Quellen. Es war ihm nun aus der Vorzeit Kölns vergönnt, die günstige Lage der Juden bis zu den Kreuzzügen, das gute Einverständniß zwischen ihnen und ihren christlichen Mitbürgern, ihre Beachtung seitens der Behörden und ihre Rechtsstellung zu schildern. Hier ist es dann, wo sich so recht erweist, daß erst mit den Kreuzzügen und durch sie der religiöse Fanatismus geweckt wurde, sofort aber auch eine riesige Gestalt annnahm, so daß die geistigen wie die materiellen Verhältnisse, die politischen wie die rechtlichen in Europa völlig verändert wurden*, und den Charakter entwickelten, den man gewöhnlich den mittelalterlichen nennt. Der erste Band erstreckt sich vom Römischen Reiche bis zum „schwarzen Tod" (I3f>0), und findet also seinen Abschluß in den traurigsten Ereignissen jener Zeit. Mögen wir recht bald die Fortsetzung erhalten. — le t o n. Verhilft es, schwankst Du, Dir zu festem Willen Und löst in Deiner Brust den herben Streit? Dich führt es nur zum Sturm der Gegensätze. Und fängt Dich lähmend in des Zweifels Netze! Öb Dich Dein Wisien je mit Frohsinn letzt. Da es zum Hader stets die Waffen wetzt? Kredenzt es Dir den Becher blüthumkränzt. Die Fesiel lösend, die den Geist umgränzt? ... Und sprich, wenn all' Dein Wisien Du gehäuft. Worauf zum Schluß, sprich frei, hinaus es läuft? Zur Einbildung mußt Du Dich doch bequemen. Tu kannst entbehren nicht — der Hypothesen Schemen! Vedürfniß sei der Züchter der Natur? Und warum fehlt' er grad' dem Menschen nur? Dem Eskimo, der Frost gab ihm kein Fell, Vom Bären muß er's sich erlisten; Nicht will mit Klauen, Tatzen und Gebiß Natur den Indianer rüsten. Den schwachen Arm mit Pfeil und Speer Muß er vcrseh'n zu Beut' und Wehr; Willst Tu den schwachen Fuß beflügeln. Mußt Du Kamee!' und Rosie zügeln.

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