Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 43 (1879)
- Issue
- Heft 47 (18.11.1879)
- Date
- 1879-11-18
- Page
- Seite 748 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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748 Besserung verwenden mögen. Daß diese Antwort in der Stunde' noch einen größeren Zeitraum zur Umwandlung gewähren. So des Versöhnungsabends eine rechte sei, wird Jedermann zugej wahr dies an sich ist, so übersieht doch der Vers, was er selbst stehen. Für das wirkliche Leben aber wäre eine foldje; einige Male betont, nämlich daß ein Jude, der in einen Passivität ein Unglück. Denn unter dauernder Einwirkung höheren Vildungskreis, z. B. in ein Staatsamt oder als Abeiner solchen würde den Angegriffenen selbst jedes Gefühl des Unrechts, das ihnen geschieht, entschwinden, und die Angreifer sich auf den Satz stützen: „Wer schweigt, gesteht zu." — Die Juden in ihrer socialen und bürgerlichen Stellung. Von! will. A. Witt. (Augsburg 1879. Selbstverlag des Verfassers.) Der Vers, bemüht sich, darzulegcn, daß die Juden in Deutschgeordneter eintritt, mit der größten Feindseligkeit behandelt!vird, und daß man einen ehrenfesten Juden, so viele es ihrer auch geben mag, immer nur als eine Ausnahme gelten laffen Dies sagt der Vers, selbst. Daraus geht doch aber hervor, daß zur Besserung der Verhältnisse nicht allein die Schwächen der jüdischen, sondern auch die der anderen Beland, wo sie erst seit 30 Jahren emancipirt sind, nachdem sie j völkerung gehoben werden müßten! Wir fürchten, daß die Beanderthalb Jahrtausende, ausgeschlossen und zum Handel ge-, seitigung der letzteren, nämlich der anerzogenen Vorurtheile, ztvungen waren, unmöglich schon jetzt in Beruf, Lebensweise 1 der eingeeimpften Antipathie gegen Alles was Jude ist noch und humaner Bildung soweit vorgeschritten sein können, um? viel schwieriger sein wird. Die Juden können schließlich thun in der Mehrzahl all' den Vorwürfen entrückt zu sein, die ihm 1 was sie wollen: sie werden geschmäht und zurückgestoßen. — gemacht werden. Man müsse daher den aufwachsenden Generationen | I e u i t t e t o n, Eine Reliquie von Jost. Ein ehemaliger Schüler des verewigten Jost theilt uns folgendes Gedichtchen mit, welches ihm der verehrte Lehrer bei seinem Abgang in das Album schrieb — wir setzen voraus, daß es von Jost's Feder selbst ist, können dies aber nicht verbürgen. Nedaction. Jugendmuth, bewahr' ihn treu Unter Schicksals Walten, Jugendgluth, schür' sie stets neu. Las; sie nie erkalten. Selbst wer winzig scheint und klein In der Großen Blicken, Braucht nur Muth, um stark zu sein, Soll nicht feig sich bücken. Und wer noch so schwach und arm Muß durch's Leben wallen. Bleibt ihm nur das Herz stets warm. Nimmt er's auf mit Allen; Kämpft mit kühner Jugendlust Gegen alles Schlechte, Füllt mit Jugendgluth die.Brust Für das Schön' und Rechte. Dann mag Schicksals laun'scher Sinn Was es will, Dir senden, Nimmst mit heit'rem Geist es hin. Heilvoll muß sich's wenden. Zum freundlichen Angedenken an Deinen mit aufrichtiger Liebe Dir zugethanen Lehrer Frankfurt aM., 1. März 1860. I. M. Jost. Vermischtes. Zu den Judenhetzen und Broschüren. (Aus dem „Ulk.") Einst mußten, es ist schon lange her, Die Kinder Israels durch's rothe Meer Bis an die Knöchel waten. Verfolgt von Aegyptens Soldaten. Die Juden, sie blieben munter. Das Heer der Verfolger ging unter. Heut müssen die Juden durch's schwarze Meer Der Tintenmassen, die kreuz und quer Ausspritzt eine kläffende Meute; Und die Juden, sie sehen noch heute Die Verfolger — wenn auch nicht ertrinken — Doch tief im Schmutze versinken.