Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 43 (1879)
- Issue
- Heft 43 (21.10.1879)
- Date
- 1879-10-21
- Page
- Seite 684 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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684 vollsten Zufriedenheit der Cultusmitglieber. Am verflossenen Neujahrsfeste sprach der blinde Mann alle rituelle Gebete aus dem Gedächtnisse, ohne Stockung und ohne sich ein einziges Mal zu irren. Bonn, 5. October. (Literarische Notizen.) Mit Vergnügen zeigen wir das Erscheinen der ersten Lieferung des 3. Bandes von Rabbiner Professor Dr. I. Levh's „Neuhebräisches und chaldäisches Wörterbuch über die Talmudim und Midraschim" (Leipzig, Brockhaus, 1670) an. Es ist dies die 11. Lieferung des ganzen Werkes, welches, je weiter es fortschreitet, sich desto mehr Anerkennung und Verbreitung erwirbt. Das vorliegende Heft bringt den Buchstaben '2, jedoch nur bis zu dem Worte Wir wünschen der verdienstvollen Arbeit einen recht schnellen Fortgang. — Proccedings of tlie Council of the Union of American Ilebrew Congrcgations. at its sixth Annual Session, held in New-York City. July 8, 9, 10, 1879—5639 (Cincinnati, Black & Co.k Wir sind dem Erecutivcomite der genannten Union für die Ueberscndung dieses vollständigen Berichts über die Verhandlungen der 6. Generalversammlung dankbar verpflichtet, indem wir den Wunsch aussprechen, daß die Protocolle der zukünftigen Versammlungen ein gleiches Interesse bieten mögen, wie die vorliegende Schrift. Ueber die Hauptmomente der Versammlungen haben wir bereits in Nr. 33 referirt. — „Der Deutsch-israelitische Gemeindebund nach Ablauf des ersten Decenniums seit .seiner Begründung von 1809 bis 1879. Eine Erinnerungsschrift von B. Jacobsohn, Secretär des deutsch-israelitischen Gcmeindebundes. Leipzig, 1879". In unserer Zeit, in welcher der geschichtliche Proceß so rasch verläuft, wird auch Alles schnell zu Geschichte, d. h. der Geschichtschreibung unterzogen. Das Bild eines kräftig aufstrebenden Vereins, das uns hier geboten wird, ist nur erfreulich; denn selbst das Nichterreichte ist nicht verloren, weil es, zukünftig wieder ausgenommen, doch noch erreicht tverden kann. Möge nach anderen zehn Jahren die Geschichte des deutsch-israelitischen Gemeindebundes des Wachsthums und der Erfolge recht viele zu berichten haben! — „Kalonvmos ben Kalonvmos, Sendschreiben an Joseph Kaspi. Aus der Münchener Handschrift zum ersten Male herausgcgeben und im Aufträge der ehemaligen Hörer des jüdisch-theologischen Seminars zu Breslau als Festgabe zum fünfundzwanzigsten Stiftungstage der Anstalt (10. August 1879) überreicht von Dr. Joseph Perlcs, Rabbiner zu München. München, Ackermann, 1879". Die trefflich ausgestattete Schrift bringt das höchst interessante Sendschreiben des Kalonvmos an Kaspi im Texte und erweist in der mit der bekannten Umsicht des Verfassers gearbeiteten Einleitung, daß das Sendschreiiben in den zehn Bußtagen des Jahres 5079 (September 1318) verfaßt sei, im 33. oder 34. Lebensjahre des Kalonvmos, des berühmten Verfassers von ps. Nicht minder wird nachgewiesen, daß es gegen Kaspi's T.DJ1 'D gerichtet ist, und die Erklärung Kaspi's - mehrfacher Schriftstcllen zum Gegenstand hat. Aus dem Sendschreiben geht auch manches Material für die genauere Kenntniß der Lebens- und Zeitverhältnisse der beiden Eorrefpondenten hervor, und so ist diese Schrift gewiß eine würdige Gabe zu dem Feste, zu dessen Verherrlichung cs beitragen sollte. — Wir haben die Probenummer des »mit October in Petersburg erscheinenden Kuski-Khrew. herausgcgeben von den Herren Bchrmann und Rabbinowicz, erhalten. Die Wochenschrift ist trefflich ausgestattet und der Inhalt dieser ' Probenummer erweist nicht nur den Umfang Dessen, was darin! erstrebt und behandelt werden soll, sondern daß auch gediegene! Kräfte vorhanden sind, um die vorgesteckten Ziele zu erreichen.; Das Blatt hat daher nach innen und nach außen eine große 1 Bedeutung, so daß man ihm die möglich größte Verbreitung! sowohl innerhalb der jüdischen Kreise als auch außerhalb derselben zu wünschen hat. — Der „Rei'ernier de .Icwisli , Times“ giebt uusre „Antipeisimistischc Tenksprüche" wieder. Da das Blatt die Duelle augiebt, so ist uns dies nur angenehm; nur müßten die vielen entstellenden Drucksehler vermieden werden, welche gerade an Versen unleidlich sind. Z e u i f f e t o n. vermischtes.! punkten so urtheilen. Wir verweisen au' eine unparteiische 'Besprechung der „Dcutscbcn Literaturgeschichte von Robert D,c neuesten deutschen Literaturgeschichten. J.«ocnig- ,„>d „Karl Barchels Vorlesungen über die deutsch- Die jetzt oft gehörte Klage, das; die deutsche Literatur z Nationalliteratur der Neuzeit in neuer Bearbeitung von Prof, gegenwärtig stark im Rückgänge begriffen sei, zeigt sich and; jDr. G. R. Nöpe" in Nr. 19 der „Grenzboten" d. I. Beide in den jüngst erschienenen deutschen Literaturgeschichten bestätigt.' nehmen den protestantisch-orthodoxen Standpunkt ein und be- Unfähige und nicht einmal mit genügender Sachkenntnis; ausloben und verurtheilen von hier aus, was ihnen zusagt oder gerüstete' und von einseitigster Tendenz ausgehende Federn bewiderspricht. Die erste Forderung an einen Geschid;tssd;reibcr, mächtigen sich der großartigen deutschen Literatur, um sie ' die Objektivität und Unparteilichkeit, fehlt diesen beiden Schriftin kleinlichster WciseTruszufassen und darzuftcllen. Man glaube stellern gänzlich. In der angeführten Recension heißt es z. B.: nicht, daß wir in gleichen, Maße aus einseitigen Gesichts-? „Daß König in Lessing's ,Nathan' Keineswegs' ein Drama