Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 43 (1879)
- Issue
- Heft 43 (21.10.1879)
- Date
- 1879-10-21
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Cm nupartciischcs Organ für alles jüdische Interesse. einerne Diese Zeitung erscheint wöchentlich! einmal in K bis 2'A Bogen. Preis i Bierteljährig z Mark. Inserate werden I nm 2» Pf. für die Peliizeile oder deren Raum berechnet. ANe Postämter und Buchhandlungen nehmen BesteNungen an. Heraus gegeben von Rabbiner I)r. Ludwig Philipplon in Bonn. Verlag von Bauiilgärtncr's Bnchliandlnng in Leipzig. In redactioneNen Anaeleaenbeiten -»ende man sich an I>r. C. Pbilippsan in Bonn; dinsichrlich der Inserate an N. Alosse i» Vcip;ig »nS vcsic« Iilialea in Berlin. BrcSlau :c. Znski-alc, »rclibe disvonnkrglag eingehcn, finden in der daransfolgenden Rümmer Berücksichtigung. Beilagen werden mit 12 Mark berechnet. 43. Jahrgang. Leipzig, den 22. October 1879. Jß 43. Snbaft. Leitende Artikel: Ter Fortbestand des Indenthums. Hl. — Ter Kamvf in Numänien. XlV. --- Literarischer Wochenbericht.'— Zeitungsnachrichten: T eutschl »uib: Berlin, Breslau, ließen, .NaNowil.;, Aus dem Elsas;, .Heilbronn. — Oesterreich- Ungarn: Wien. Brodn. - Belgien: Brüssel. — Serbien: Belgrad. — Bonn: Notizen. Literarische Notizen. — Ieuilleton: Vermischtes: Die neuesten deutschen Literaturgeschichten. Eine Ente. -Teile mV (fCtltlu’f. V onn, 15. October. Der ^ortliestlindes Indenthnms. An einen freund in Jy. III. Ueber diese Bedingungen hinweg, werther Freund, liegt jedoch das Hauptgewicht für den Fortbestand desJudenthums in dessen eigentlichem Wesen, in der unsterblichen Idee, welche sein Lebenselement war, ist und sein toird — in dem reinen, unverfälschten Monotheismus, in dem Bekenntnis; des einigeinzigen Gottes, des Schöpfers der Welt, der Vorsehung und Vergeltung, so wie in dem auf diesem ewiger; Grunde sich erhebenden Sittengesctz des Recbtes und der Liebe, der Pflicht und des Anspruchs, des Sittengesetzes, das ebenso sehr die menschliche Gesellschaft wie die Individuen umfaßt. Für dieses Bckenntniß ist das Judenthum erstanden, hat cs bis heute gelebt und wird es unerschütterlich bestehen, so lange jenes in menschlichen Geistern seine Geltung, seine Nothwcndigkeit besitzt. Von den Erzvätern in seinen Umriffen ihrer Nachkommenschaft tradirt, von Moses mit Wesen und Form allsgefüllt und seinem Volke übergeben, bestand dieses Vekcniltniß in der Seele dieses Volkes einen fast tausendjährigen Kamps gegen das immer wieder cindringende Heidenthum, bis es den vollen Sieg über das letztere errungen hatte; ihm -galten alle Kraftanstrengungen der Propheten, ihm stimmten die heiligen Sänger ihre Harfen, ihm galt selbst das politische Ringen der Nation, bis cs alle Glieder derselben ganz und für imrner erfüllte. Diesem Bekenntnis; lebte dann das Volk sechs Jahrhunderte in gewaltigen Kämpfen um seine Existenz: dies Bekenntnis; trugen die auswandernden und die aus ihrem Lande vertriebenen Juden nach allen Theilen der Welt, hielten es hoch in zahllvserr Martyrien und linier unerhörtem Druck durch siebzehn Jahrhunderte, und dieses Bekenntnis; nahmen sie mit in die neue Eulturbewegung, in welche sie sich versenkten: sie hätten sich, wollten sie dieses Bekeilntnis; aufvpferrl, zu aller Feit frei und «»verfolgt machen können. Mit diesem Bekenntniß standen sie, das kleine Häuflein, der ganzen antiken Welt gegenüber, mit ihm den beiden Töchterreligionen, da diese sich durch Annahme heidnischer Elemente von diesem Bekenntnis; entfernten: mit ihm auch all' den pantheistischen und atheistischen Philosophcmen der alten und der neuen Zeit lind all' den zersetzenden Elementen, die aus jenen in die allgemeine Bildung der Zeit flössen und fließen. Tics ist die nackte geschichtliche Thalsache: denn in Alexandrien und Ron», in Spanien und Holland, wie aus der ganzen Linie in der neueren Zeit versenkten sich auch die jüdischen Geister in die wissenschaftliche und philosophische Strömung der Epoche, dennoch feststehend auf dem Bckenntniß des Monotheismus. In der ganzen Geschichte des Judenthums ist es Spinoza allein, der seinen jüdischen Monotheismus mit einem pantheistischen Systeme vertauschte, rmddennochschob^sichauch ihm jener alsbald wieder unter, da er „die Liebe zu Gott"