Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 43 (1879)
- Issue
- Heft 38 (16.9.1879)
- Date
- 1879-09-16
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Allgemeine Cm impm'tcilschcs Organ für alles jüdische Interesse. iii. MW Diese Zeitung erickeint wockentlicb einmal in 2 diS 2'/- Bogen. Preis- Bicrteliädeig nMark. Inserate werden \ mit 2» Ps. fiir die Pcnrzeiic oder deren » Raum berechnet. I Alle Postämter und Buchbandlungen nehmen Bcsieltungen an. | Herausgegeben von Rabbiner I)r. Ludwig Philippson in Bonn. Verlag vvn Bauingärtncr'ö Buchhandlung in Leipzig. In redaetioneNen Anaeleacnbeite» wende man sich au I»r. C. p-ittPpss» in ■ Bonn: hinsichtlich der Inserate an A. Masse in vcivzig uni» dessen Filialen i» Berlin. Breslau :e. Zuseratk, welche bis vonneritag eingehen, j finden in der darauffolgenden Rümmer Berücksichtigung. Beilagen werden mit 12 Mark berechnet. 43. Jahrgang. Leipzig, den 16. September 1879. ,'JKi 38. Inhalt. Leitende Artikel: Das „Lessing-Mendelsfolm-^edenkbuch". — Ter Kampf in Rumänien. IX. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, Danzig, Breslau, Bonn. Köln, Dienen, Leipzig. Erfurt.—Frankreich: Paris. — Rußland: Petersburg.— Bonn:'Notizen. — Feuilleton: Aus dem Volksleben mit seinen Licht- und Schattenseiten. IX. — Vermischtes: Der Fürstprsmas Scitovßko. lieber die Unsterblicbleitslehre im Pentateuch. Ter Einfluß der Ultramontanen und Pietisten. Nathan der Weise in Frankfurt a. M. vor hundert Jahren. Das Riecht des deutschen Kaisers. Tie Armenier und die Juden. -C<m4 ci ,Fc <?lth f; c£. B o n n, lu. September. Das „Lcslittg-^Den-e!ssahtt-Gcdettkbttch". Eine Festgabe zu Ncujalsr 5649. Wir haben bereits in Nr. 8t! berichtet, das; der deutsch - israelitische Gemeindebund ein „Lcs sin g- M ende l sso hn- Gedenkbuch zur hundcrtfünfzigjährigen Geburtsfeier von Lessing und Mendelssohn, sowie zur Säeularfeier von Lessing's Nathan" herausgeben wolle. Dasselbe ist nunmehr in schöner eleganter Ausstattung mit den Portraits Mendelssohn's und Lessing's und dem Bilde von Oppenheim: „Mendelssohn, Lavater und Lessing" bei Baumgartner in Leipzig erschienen. Die Nedaction war den Herren I.)r. Livius Jürft und Dr. Arnold Bodek anvertraut und, damit wir es gleich bemerken, nach unsrer Meinung mit dem besten Erfolge. Es ist eine reiche Sammlung tüchtiger und angemessener Aussätze, welche hier vereinigt worden; und was die Hauptsache ist, so verschieden diese Aufsätze an Inhalt und Form sind, stimmen sie doch im Geiste, in der Auffassung jener beiden Geistes-. Helden, ihrer Tendenzen und Leistungen überein, so daß das Ganze einen völlig harmonischen Eindruck hervorbringt. Dies ist kein kleines Verdienst in unsren Tagen der Widersprüche und Gegensätze und zeugt von dem seinen Tact und Geschmack der Ncdactoren. Das „Gedeutbuch" bedeutet nicht blos die Feier zweier hervorragender und verdienstvoller Männer des Vorigen Jahrhunderts im dankbaren Gedächtniß der Nachkommen. Es hebt Vielmehr jenen Geist der Humanität, der Allen gleich gerecht werdenden Nächstenliebe, des Allen eingeborenen Menschenrechts, der echten Religiosität, die ausrichtig nach Vernunftgemäßer Erkenntnis; strebt und zugleich die erhabenen Lehren und Vorschriften der Religion zu praktischer Ausübung bringt, von Neuem auf den Schild, diesen Geist Lessing's und Mendelssohn's, der unsrer Zeit im wüsten Parteigelvühl wieder vielfach abhanden gekommen. Insofern ist das „Gedenkbuch" eine Standarte, um die sich die Anhänger und Jünger dieses Geistes wieder schaaren können, eine sehr bemerkenswerthe Kundgebung, welche, da sic von einem jüdischen Verein ausgebt, uud zumeist von jüdischen . Schriftstellern ausgeführt ist, unsrer Glaubensgenossenschaft zur Ehre gereicht. Aber außerdem wird es einem späteren Geschlechte zum Zengniß gereichen für die Anschauungen und Bestrebungen, welche seine Väter in dem gegenwärtigen Zeitpunkte hegten. Freuen wir uns deshalb dieser literarischen Erscheinung und übergehen tvir jede betrübende Erwägung, in welchem Gegensätze das hier entworfene Bild von Männern und Verhältnissen im vorigen Jahrhundert zu dem steht, was zeitweise um uns und auch unter uns vorgeht. Wir sehen in dem „Gedenkbuch" ein Geschenk, das in weiterer Beziehung der Allgemeinheit, in engerer der jüdischen Gemeinde zum Neujahrsfeste 06-10 geinacht worden, und wünschen, daß jede jüdische Familie es sich zum Neujahrsgeschenk wähle. Der poetische Theil des Gedenkbuches wird durch vier schöne Gedichte von L. Fürst, Moritz Rappaport und