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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1879-08-12 · Heft 33 (12.8.1879) · p. Seite 515

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
43 (1879)
Issue
Heft 33 (12.8.1879)
Date
1879-08-12
Page
Seite 515 (sequence 3)
Language
German
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515 hierauf über die Lage der Juden im Süden und bezeichnet? dieselbe als bedauernswerth. Während man hier von allem möglichen Luxus umgeben in Palästen wohne, stürben im Süden die Brüder fast vor Hunger. Er bat die Delegaten, sich der Armen, welchen es an Synagogen und religiöser Erziehung fehle, anzunehmen, da sie sonst leicht zum Christenthum übergehen dürften. Nev. Henry I. Jacobs befürwortete die Aussendung von Wanderpredigern. Die Israeliten im Süden, meinte er, hielten streng an den Gebräuchen ihrer Vorfahren fest. Rev. Dr. Sonnenschein sprach die Ansicht aus, daß es das Predigen allein nicht thue. Mission, Belehrung, Erziehung sei es, was vor Allem noth thue. Nach längerer Debatte wurde die Wanderpredigerangelegenheit auf später zurückgelegt und von der Convention eine halbstündige Pause gemacht. Nach dem Wiedcrzusannnentritt der Convention berichtete Specialcomitö (' bezüglich der Errichtung von Erziehungsanstalten für Mädchen. Die Errichtung eines Mädchenseminars sei gegenwärtig aus Mangel an Geldern nicht durchzuführen. Dr. Lilienthal schlug vor, ein Comit«; von neun Mitgliedern zu ernennen, welches über die Ausführbarkeit der Errichtung von Schulen, die durch Schulgelder allein erhalten werden, berichten soll. Nev. Dr. Hübsch befürwortete mit herzlichen Worten die Errichtung von Mädchenseminarcn, meinte aber, er wünsche nicht so verstanden zu sein, als wenn er „weibliche Priester" heranzuziehen wünsche. Er kenne einen solchen und habe genug daran. Herr Simon Wolf sprach gegen Di-. Lilienthal's Vorschlag, da die Passirung eines solchen Beschlusses gar keinen Werth habe. Man solle die ganze Energie auf die Errichtung des College verwenden, die Mütter Israels würden sich schon ihrer Töchter annehmen. Ter Antrag wurde schließlich mit 42 gegen o4 Stimmen angenommen; ebenso der Bericht. Das Count.'; für Neiseprediger berichtete, daß man solche nach denjenigen Orten senden sollte, in denen die Gemeinden nicht stark genug seien, um Schulen ohne Unterstützung von außen erhalten zu können; außerdem sollte ein Agent die Städte imb Towns bereisen, in welchen es keine Rabbiner gebe. Der Bericht wurde angenommen. Das Specialcomit»', welches über Mittel und Wege berichten sollte, wie für Israeliten Wohnung und Arbeit in den Ackerbaudistricten des Landes herbeigeschafft tverden könne, empfahl den Ankaufs von Ländereien, groß genug, um wenigstens fünfzig Familien darauf anzusiedeln; ferner die Errichtung einer Lehranstalt für Landbau. Die Waisenkinder in den Asylen sollten von den Lehrern in den Anfangsgründen des Ackerbaues unterrichtet werden. Tie Gelder für die dazu nöthigen Ländereien sollten durch Privatbeiträge aufgebracht werden. Rach längerer Diskussion wurde die weitere Berathung dieses Gegenstandes zur speciellen Tagesordnung für den dritten Tag gemacht, worauf Vertagung erfolgte. Die dritte Sitzung wurde von Rev. Dr. Hirsch von Philadelphia durch ein längeres Gebet in deutscher Sprache eröffnet, worauf zur Tebattirung der Cvlonisatiönsfrage geschritten wurde. Es wurde ein Amendement gestellt, welches dahin geht, daß das Erecutiveomit«'; instruirt werden möge, behufs erfolgreicher Ausführung des Planes, ein aus fünf Mitgliedern bestehendes Ackerbaucomitü zu ernennen. Dieses Comitö soll sich bemühen, Landschenkungen, Ackerbaugeräthe und. Gelder zu erlangen, und sobald als möglich eine Landstrecke zu erwerben, die in Farmen von 5>0 bis 80 Ackern für je eine Familie ausgeschlagen werden soll. Diese Farmen sollen den Betreffenden sieben Jahre lang pachtfrei, überlasten' werden. Rach dieser Zeit soll ein.Preis festgesetzt tverden, für tvelchen die Familien die Ländereien ankaufen können. Mit diesem Gelde soll dann das Executiveomitö tveitere Ländereien kaufen und dieselben unter den ertvähnten Bedingungen an neue Ansiedler abgeben. Rev. Dr. Wise sprach sich in längerer gediegener Rede zu Gunsten dieses Planes aus und betonte, daß man keine Wohlthätigkeitsanstalt durch das Unternehmen schaffen wolle. Er hoffe, daß Alle Hand in Hand mit einander arbeiten tvürden, um den Plan' ausführen zu helfen, dann werde es an einem glänzenden Erfolge sicherlich nicht fehlen. Nev. Dr. Moses von Mobile, Ala., opponirte dem diesem Plane zu Grunde gelegten Princip und hielt es nicht für angemessen, Juden zum Ackerbau heranzilziehen. Die Wiegen der Juden hätten allezeit in Städten gestanden und er glaube, daß es für sie besser sei, lvenn sie, wie bisher, ihre Thätigkeit dem Handelsgeschäfte und nicht dem Ackerbau zuwendeten. Er hoffe, daß der Vorschlag nicht angenommen werde. Herr Joseph von Cincinnati sprach zu Gunsten des., vorliegenden Plans, welcher sich, lvenn ausgeführt, als eine Wohlthat für das Judenthum ertveisen tverde. Biele Leute tvürden vom Müssiggang abgehalten tverden und Vermögen erwerben, die sonst arm geblieben wären Er-Coroner Gerson N. Hermann sprach ebenfalls zu Gunsten der Vorlage. Er meinte der alte Moses sei Hirte und' Ackerbauer getvesen und habe von letzterem mehr verstanden, wie der moderne Horacc Greelcv und jetzt, nach oOOO Jahren, sei ein anderer Moses erschienen und mache dem alten Opposition, (Gelächter.) Gott habe angeordnet, daß der Mensch das Land bebauen solle, die Juden seien aber in der alten 'Welt von diesem Vorhaben abgehalien und über die ganze Welt zerstreut tvorden. Rev. Dr. Hübsch sprach ebenfalls zu Gunsten der Ausführung des Vorschlags. Herr Guttmann von Nochester hielt es nicht für zweckmäßig, zu viele Eisen aus einmal im Feuer zu haben. Man beabsichtige eine höhere Lehranstalt zu gründen und sollte sich vorläufig, nur mit diesem. Gegenstände befassen. Herr Simon Wolf von Washington führte aus, daß keine Zeit bester geeignet sei, als die jetzige, um das Vorhaben mit Erfolg auszusühren, nur müsse sich dazu Jenrand als Führer

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