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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1879-08-12 · Heft 33 (12.8.1879) · p. Seite 514

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
43 (1879)
Issue
Heft 33 (12.8.1879)
Date
1879-08-12
Page
Seite 514 (sequence 2)
Language
German
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514 Landbaues geboten werde. In der Einleitung zu dem Anträge beißt es, daß man cs zur Förderung der Interessen der Israeliten in diesem Lande für nothwendig halte, sie zum Ackerbau aufzumuntcrn, da der Erfolg und das Glück der künftigen Generationen wesentlich davon abhänge. . Wohlthätigkeitsanstalten, Waisenhäuser rc. sollten damit den Anfang machen. Nach der Eröffnung der Sitzung am zweiten Tage brachte Nev. Dr. Lilicnthal von Cincinnati, der Vorsitzende des Specialcomit<''s für den Studicnplan des Hebrew Union College, einen auf diesen Gegenstand bezüglichen, sehr ausführlichen Bericht ein, der von allen Mitgliedern des Coinitös: gutgeheißen worden war. Herr Lilienthal sprach seine freudige! Genugthuung darüber aus, daß die Differenzen, welche bezüglich; des Studienplans uud Dogmenfragen obgewaltet hätten, glücklichi beseitigt seien. Die Streitaxt sei begraben worden und hinfort werde es keinen Süden und Westen, sondern nur eine Union j of Hebrew Colleges vom atlantischen bis zum stillen Meere geben. Dies sei der Nordstern, der ihnen zum Führer diene! und um den sie sich Alle schaarten. Der Federkrieg, welcher! bislang oft mit großer Bitterkeit in den jüdischen Journalen; geführt worden sei, habe nunmehr sein Ende erreicht und überall herrsche Eintracht und Friede. Auf Antrag des Herrn B. Bettman von Cincinnati, welcher den Bericht mit warmen Worten empfahl, wurde derselbe angenommen. Nev. Dr. Mendes, Vorsitzender des Comitös für das Union College in Cincinnati,! Ohio, legte hierauf den Cornitebericht vor. Derselbe war sehr kurz. Er empfahl, den Bibliotheksfonds um 250 Doll, zu vermehren und zu Beisteuern für denselben aufzufordern. Alan möge sofort die nöthigcn Mittel und Wege ergreifen, um ein Gebäude, in welches das College verlegt werden sollte, zu errichten. Zu diesem Zwecke sollte man in den östlichen Staaten Beiträge sammeln. Die Berichte der Examinatoren der jüdischen Präparandcnschule in New-Aork wurden für sehr zufriedenstellend erklärt. Das Somit« cmpsiehlt ferner, den! Studienplan mit Berücksichtigung der Arbeiten, welche dem künftigen Rabbiner obliegen, einzurichten. Das Cornito hält cs nicht für zweckmäßig, von den einmal getroffenen Bestimmungen bezüglich des College abzuweichen und empfiehlt daher von dem Vorschläge einer Zweiganstalt in Netv-York abzusehen. Dieser Vorschlag verursachte eine ziemlich lebhafte Debatte. Herr A. L. Sauger von Nelv-Wrk erhob Einlvand gegen den Comiv'bcricht bezüglich dieses Punktes. Viele einflußreiche Personen wünschten eine Zweiganstalt in Nelv-Uork und er halte die Handlungsweise des Conntös nicht für zweckmäßig. Dr. Mendes vcrtheidigte den von dem Comit« eingenommenen Standpunkt und behauptete, daß es gegen die Constitution der Union sei, hier in New-York eine Zweiganstalt zu etabliren, ehe nicht die Hauptanstalt in Cincinnati errichtet sei. Nach längerer Debatte wurde das Conrit« angewiesen, Herrn Sanger's Ansichten dem Berichte einzuverleiben. Hierauf zeigte der Vorsitzende an, daß von Horatio Seymour ein Brief bezüglich der Ackerbaufrage an die Convention gelangt sei. Der Brief wurde an ein Cornite verwiesen. Er einpsiehlt jenen Israeliten, welche sich dazu eignen, die überfüllten Städte zu verlaffen und sich im Westen eine Hennath zu suchen. Er erkennt die Fähigkeit der Israeliten für Ackerbau an und glaubt, daß der Plan der Union, wenn richtig ausgeführt, sich als sehr segensreich erweisen werde. Nev. Dr. Adolph Hübsch verbreitete sich hierauf ausführlich über die Ausbildung der Rabbiner. Junge Leute, die sich für dieses Amt ausbilden wollten, sollten auf Reisen geschickt und ihren Studien ein liberaler Charakter gegeben werden. Herr May, Vorsitzender des Comitös für die. Sabbathfrage, erstattete folgenden Bericht: Das Comito ist der Ansicht, daß die religiöse Wohlfahrt der Israeliten in großer Ausdehnung von der Beibehaltung einer strengen Beobachtung des Sabbaths abhängt. Es ist für uns, wie für alle religiösen - Körperschaften nothwendig, daß gewiffe Ideen allgemein festgehalten werden, und daß man gewiffe Symbole hat, um dieselben auch äußerlich erkennbar zu machen und zum Ausdruck zu bringen. Die Mittel zu einer strengeren Beobachtung des Sabbaths liegen jedoch außerhalb der Grenzen dieser Körperschaft. Nur Ueöerredung, Beispiel und Belehrung allein kann hier etwas bewirken. Verordnungen, welche mit Bezug hierauf crlaffen werden, können keinen Einfluß ausüben. Herr Joseph Abrahams von Cincinnati beantragte, daß dem Bericht beigefügt werde, daß der Sabbath der Israeliten der siebente Tag der Woche verbleiben solle. Neuerungen in diesem Punkte könnten dem wahren Judenthum nur Schaden bringen. Rev. Dr. Sonnenschein verfocht bezüglich des Sabbaths liberale Ansichten. Herr May erklärte, daß durch Neuerungen nur Zwiespalt geschaffen werde. Herr Josiah Cohen gab an, daß der jüdische Sabbath fest in dem Herzen der Juden sitze und nicht ausgerottet werden könne. Herr Bettmann sprach einige beruhigende Worte. Der Sabbath der Vorväter werde immer der Sabbath der Israeliten bleiben. Sulzberger und Andere sprachen sich in ähnlichem Sinne aus. Der Antrag betreffs des siebenten Tages wurde hierauf zurückgezogen. Dr. Samuel Hirsch eröffnete die Discussion der Frage auf's Neue, indem er sich darnach erkundigte, was mit Denen geschehen sollte, die nicht im Stande seien, den Sabbath zu heiligen, und die gezwungen seien, an jenem Tage zu arbeiten. Herr Harris von Houston, Tex., beantragte, vor dem Worte „Sabbath" das Wort „jüdischer" einzuschalten. Verworfen. Der Comitöbericht wurde hierauf angenommen. Im Namen des Publicationscomit«s berichtete Herr George Jacob von Philadelphia, daß es im gegenwärtigen Augenblick nicht angemessen erscheine, eine Verlagsgesellschaft zu gründen, daß aber zur Veröffentlichung von Büchern, die für Studenten von Nutzen fein könnten, aufgcmuntert werden sollte. Das Finanzcomite berichtete Fortschritt. Rev. Dr. Moses von Mobile, Ala., sprach

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