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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1879-07-29 · Heft 31 (29.7.1879) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
43 (1879)
Issue
Heft 31 (29.7.1879)
Date
1879-07-29
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Allgemeine Em implntciischcs Organ siir alles jüdische Interesse. In redactioneNen Anaelegenbeiten | n ende m.in sub an Nr. £. llqilippfu» in : Bon» : dinsichrlild der Jnseraie n A.! Moffein reiviia und dcffe» Atliale« , in Berlin, vrcslau rc. | Inserate, »cl de die» vonnerslaseingehen. , finden in der darauffolgenden Nummer Berücksichtigung. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal in iä diS 2'/, Bogen. PreiS BiertellähriI Z Mark. Inserate werden mrt 20 Pf. für die Perikzeile oder deren | Raum berechnet. ‘ Alle Postämter und Buchhandlungen nehmen Bestellungen an. Heransgegeben von Rabbiner Dr. l’iibiuig Philippson in Bonn. Verlag von Baumgärtner's Buchbandlung in Leipzig. Beilagen werden mit 12 Mark berechnet. 43. Jahrgang. Leipzig, den 29. Juli 1879. ja 31. |nbafj. Leitende Artikel: La morale de Mo'ise par E. A. Astruc. II. — Ter Kampf in Rumänien. .11. — Zeitungsnachrichten: Deutsch la nd: Frankfurt a/M.. Trier, Mannheim, Leipzig. — Oesrerreich-Nngarn: Aus Galizien. — Frankreich: Paris. — Russland: Petersburg. — Amerika: New-Orleans, Rew-Iork. — Bonn: Notizen. Literarische Notizen. Feuilleton: Aus einem Knab.nleben vor fünfzig Jahren. . Bonn, 23. Juli. La morale ile Moise par E. A. Astruc. ir. Nach der besprochenen Einleitung beginnt der Verfasser seine Darstellung der mosaischen Moral unter II. Tie Heiligkeit, die Moses als Ziel seiner Moral aufstellte, ist nach dein Verfasser der männliche Kampf des Menschen gegen sich selbst und sein muthiger Antheil an den activen Pflichten der Gesellschaft, deren Glied er ist. Sie ist zuerst die Abwesenheit jedes Stolzes, die Entfernung vom Bösen, die Unterdrückung jeder schuldigen Begierde in unsrem Herzen. Die Heiligkeit besteht ferner in der Enthaltung von jeder Verleumdung und Lüge. Sie verlangt die Verdrängung jedes Gedankens von Hast, jeder Idee von Rache. Mit der gröstten Energie verbannt die mosaische Moral jede Art von Aberglauben und verdannnt das Heidenthum. Sie bedingt ferner für den Menschen die Arbeit; sie verpflichtet zu den gröstten Rücksichten für den Nächsten, sie fordert die Heilighaltung des Lebens, der Ehre, des Eigenthums, besonders aber der Ehe; sie prägt die Achtung vor den staatlichen Autoritäten, vor dem Alter ein, aber vor Allem die Verehrung der Eltern. — Wir wollen hier weder die Definition, noch ■ -die Reihenfolge in dem Aneinanderschlust der Sittengcsetzc in : diesem zweiten Artikel anfechten. Versteht doch der Verfasser! seine Darstellung anziehend und prägnant zu -machen. Woran j wir aber nicht ohne einige Bemerkungen vorübcrgehen können, das ist die längere Digression, die er bei Gelegenheit des Verbotes von Haß und Rache macht. Er bespricht hier die viel vcntilirte Stelle der Bergpredigt (Math. 4, 43. 44), welche heißt: „Ihr habt gehört, daß gesagt ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage Euch: Liebet eure Feinde, segnet die euch fluchen ff/', und widerlegt durch Anführung von Stellen christlicher Gelehrten, daß irgendwo im Alten Testament gesagt sei: „Du sollst deinen Feind Haffen", sondern das gerade Gegentheil. Er glaubt nicht, daß Jesus so habe sprechen können, ohne sofort von den jüdischen Schriftgelehrten der Entstellung geziehen zu werden, und zieht deshalb die neuerdings aufgestellte Hypothese vor, daß ein Abschreiber „nicht" ausgelaffen habe. Wir müffen gestehen, daß, was hier der Verfasser auf drei langen Seiten sagt, wohl Denjenigen gefallen wird, welche eine solche sanfte Ausgleichung vorziehen. Denjenigen aber sehr naiv erscheinen wird, welche der modernen Kritik nicht unkundig sind und in dem Falle, in welchem sich Herr Astruc befand, in einer bedeutenden gelehrten Revue eine gründliche Besprechung fordern. Wir unsrerseits können letzteres unr so mehr, indem wir auf die bereits l<SGf> gedruckte kritische Vergleichung: „Die Zehnworte und die Bergpredigt" (Weltbewegende Fragen B. II. S. 226 ff.) Hinweisen Wer könnte jetzt noch behaupte» ■ wollen, bei Matthäus die wirklichen Worte, die Jesus ge- : sprechen, vor sich zu haben, wenn er auf die großen Abweichungen in der „Feldpredigt" blickt, die Lucas (6, 17 ff.) i überliefert hat? Erscheint doch hiernach das Ganze nur eine

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