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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1879-07-08 · Heft 28 (8.7.1879) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
43 (1879)
Issue
Heft 28 (8.7.1879)
Date
1879-07-08
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Allgemeine Ein unMtciischcs Organ für alles jüdische Jntcressc. II illii Mil Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal in 2 diS 2'/- Dogen. Preis Bierreljähria »Mark. Inserate werden mit 2« Ps. ,'ür die Betirzeilc oder deren Raum berechnet. Alle Postämter und Buchhandlungen nehmen Bestellungen an. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippson in Bonn. Lerlag von Baumgärrner's Buchhandlung in Leipzig. Beilagen werden mit 12 Mark berechnet. ' In redaktionellen Angelegenheiten; wende man sich an I>r. C. Philippson in Bonn; hinsichtlich der Inserate an K. , Glosse in r'civiig unv vcffen Attialce , in Berlin. BreSlau re. j Inserate, wel»t>e di» vonneritag eingehen, . finden in der daransiolgenden Nummer j Berücksichtigung. 43. Jahrgang. . Leipzig, den 8. Juli 1879. Jß 28. Anhnlt. Leitende Artikel: Zur eharaktcristik der ultramontanen Presse. -- Analektcn: VI. Die Ausbreitung des Islam. — Die Vorgänge in Galizien. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin. — Oesterreich-Ungarn.- Bonn, Przemyst. — Bulgarien: Svfia. — Serbien: Belgrad. — IHuniihiicn: Bukarest. - Monn: Notizen. Literarische Notizen. — Feuilleton: Correspöndenz: Lehrerversammlung. — Vermischtes: Virchow und die Rumänen. Der jetzige Schach el-Gümi. Sir Francis Goldfmid. . -beulen c^e Bonn, 2. Juli. 3nv (CljarahtcriHik der ufirnmontancn Presse. Wir haben in der jüngsten Zeit öfter die „Germania", das Hauptorgan des deutschen Ultramontanismus, citirt und ihre Bemerkungen und Mittheilungen, die Juden betreffend, besprochen. Es geschah dies nicht aus der Meinung heraus, als ob unsre Entgegnungen und Widerlegungen die Schreiber dieses Blattes von ihrem Standpunkte hinwegzudrängeln oder nur zur Vernlinderung ihres leidenschaftlichen Hasses zu veranlaffen vermöchten. Aber wir glauben unsren Lesern die Furcht, die Besorgnis; vor diesem ultramontanen Organe nehmen zu müssen, indem wir zeigen, lvie oft es in seinen Behauptungen nicht blos gehässig, sondern zugleich albern ist, und wie es durch seine Uebertreibungen in's Lächerliche gcräth. Ueberhaupt schwächt nichts so sehr die Aengstlichkeit ab, als die genauere Bekanntschaft mit dem Gegenstände derselben. Schließlich zeigt sich auch hier die Grenze, welche selbst der Leidenschaft und den Absurditäten gesetzt ist, und wie diese sich durch sich selbst aufreiben, während Wahrheit und Gerechtigkeit mit jedem Schritt an Kraft und Glanz gewinnen. Es ging ganz ebenso mit der „Kreuzzeitung", als sie mit Beginn der Neactionszeit in Preußen einen Feldzug auf Leben und Tod gegen Juden und Judenthum eröffnete. Sie war das Organ der „kleinen, aber mächtigen Pattei", welche da- { mals die Herrschaft führte. Es ließe sich nichts Böses mehr ersinnen, als sie unsrer Glaubensgenoffcnschaft nachsagte. Man fürchtete die Wirkungen eines solchen Sturmes. Aber als man erst begann, ihre Jnvectiven mehr an's Licht zu ziehen und sie der Allgemeinheit vorzuführen, verloren diese Gespenster ihre Schrecken und wurden zu bleichen Schemen, die nach und nach verschwanden. Die Hauptsache war, daß sie eben doch nur die Meinungen und Zwecke einer kleinen Partei vertrat, und weder die Volksstimmung, noch das öffentliche Leben zu beeinflussen vermochte. Sie erreichte daher ihre beiden Ziele nicht: es entstanden keine Judenhetzen und die Gesetzgebung lehnte ihre Anträge auf Ncchtsbeschränkung ab. Daß sie in den Gcmüthern vieler Einzelnen einen bittern Niederschlag gegen uns zurückließ, müssen!vir allerdings zugcstchen. Denselben Verlauf nahmen ihre Angriffe vor wenigen Jahren mit den bekannten fünf Artikeln. Wir glauben nun behaupten zu können, daß es sich nicht anders verhält mit der „Germania" und deren ganzer Heeresfolge. Auch sie vertritt die eigentliche Volksstimmung nicht; sie bekundet dies selbst, indem sie sich unablässig bemüht, eine solche Dolksstimmung zu machen, Haß und Verachtung in die Herzen der Volksmaffe zu werfen. Dennoch ist ein großer Unterschied zwischen dem katholischen Volke und diesen Herren, die sich zu Wortführern desselben aufgeworfen haben. In Allem, was die Kirche betrifft, haben sie das Volk hinter sich; jedoch weiter nicht. Das Volk ist und bleibt national gesinnt und tolerant, wie sehr auch die Sprecher und Schreiber der Partei es umzusiimmen suchen. Das Volk ist practisch; es sieht die Dinge, wie sie wirklich

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