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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1879-05-27 · Heft 22 (27.5.1879) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
43 (1879)
Issue
Heft 22 (27.5.1879)
Date
1879-05-27
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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■ Allgemeine Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal in 2 bi» SV, Bogen. Prei» Bierteliähria3Mark. Inserate werden mit so Pf. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Alle Postämter und Buchhandlungen »ehmen Bestellungen an. Herausgegeben von Rabbiner vr. Ludwig Philippson in Bonn. Verlag von Baumgärtner's Buchhandlung in Leipzig. Beilagen werden mit 12 Mark berechnet. In redactioneLen Anaeleaenhelten, wende man sich an Dr. C. Ptzilippso« »« Bonn; hinsichtlich der Inserate an A. Masse ta Veipzig und -effen Filiale» i» Berlin. BreSia« re. Inserate, welche biS vonner,tag entgehen, finden in der darauffolgenden Nummer Berücksichtigung. 43. Jahrgang. Leipzig, den 27. Mai 1879. X 22. Zndnlt. Leitende Artikel: Analekten: IV. Die Juden im Orient. V. Die Jugendzeit Beniamln Dlsraelr s. II. — Zertungs-, Nachrichten: Deutschland: Berlin, Bonn, Leipzig, Speyer. Fürth. - Oesterreich-Ungarn: Men, Lemberg. Pest. — Belgien: Brüssel. — Bulgarien: Tirnowa — Rumänien: Bukarest. — Türke»Constantmopel. — Amerika: New-York. - Bonn: Notizen. Literarische Notizen. — Feuilleton: Antipessimistische Denksprüche (Forts.). Wellen cje. Hechingen, 1. Mai. ÄnaleKten. IV. Die Jude» im Orieut. Von besonderem Interesse für die Leser der Allg. Ztg. d. Jdths. dürfte eine culturhistorische Studie: „Die Juden im Orient" von H. Vambery') sein, um so mehr, da dieselbe — und das ist auch von dem gewandten und hochgebildeten Verfasser nicht anders zu ertvarten — das Gepräge der vollsten Objectivität auf der Stirn trägt. Herr Vambery beginnt: „Nach dem Interesse zu urtheilen, welches die Westmächte auf dem im vergangenen Jahre zu Berlin zusammengetretenen Areopag betreffs des Schicksals der Juden im Orient bekundeten, scheint man es dringender gesunden zu haben, die Israeliten mehr gegen den Fanatismus der griechischen Kirche, als gegen die Tyrannei der türkischen Negierung in Schutz zu nehmen. Dies wenigstens läßt sich zwischen den Zeilen jener- Paragraphen lesen, die bezüglich der Judenemancipation in Serbien und Nunläilien festgestellt wurden. Gestehen wir es offen: in diesem Vorgehen liegt ein starker Beweis gesunder Anschauungsweise, denn ob die Herren Diplomaten von den seiner Zeit in Berlin anwesenden Repräsentanten der „Alliance israelite universelle“ beeinflußt l) S. Deutsche Revue von Richard Fleischer, Heft 7 April 1879. Berlin, Otto Zanke. worden sind oder nicht, sie haben bewußt oder unbewußt ganz richtig geurtheilt, wenn sie vom Standpunkte ausgingen, daß man den Schützling vor Allem gegen den wilden und unerbittlichen und dann gegen den apathischen Feind in Schutz nehmen muß." Hierauf entwickelt der Herr Verfasser des Weiteren das traurige Schicksal der Juden im moslimitischen Osten und zwar auf Grund eigener Anschauung, kommt dabei zu dem Schluffe: „daß in dein Maße, als wir immer mehr nach Osten sortschreitcn und vom Machtkreise der westlichen Welt uns entfernen, auch das Schicksal der Juden ein immer traurigeres und betrübenderes wird." Ohne im Einzelnen auf die Schilderung der Stellung der Juden in der moslimitischen Welt einzugehen — denn dies würde uns hier zu weit führen — glaube ich aber doch einige bemerkenslverthe Punkte nicht unberührt lassen zu dürfen. Vambery sagt nämlich: „Es ist charakteristisch, daß, sowie daS Loos der Juden in Syrien, im Norden Persiens und in Anatolien zur Zeit der Mongolcnhcrrschaft ein weit günstigeres war, als unter den Chalifen, da es bekannt, daß sie am Hofe I der Helagiden eine bedeutende Rolle spielten und das volle! Vertrauen des schiefäugigen Prinzen aus dem fernen Osten! besaßen, ebenso sich ihr Loos unter der Ottomanenherrschaft wesentlich gebeffert hat, und einzelne Sultane, als Muhammed 11., Suleiman I., hatten es sogar der Mühe Werth gefunden, dir vor der spanischen Inquisition sich flüchtenden Juden auf Staatsschiffen nach der Türkei transportiren zu lasten, woselbst auch noch heute die größte Anzahl von Juden im

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