Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 43 (1879)
- Issue
- Heft 18 (29.4.1879)
- Date
- 1879-04-29
- Page
- Seite 285 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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285 den zu sein; denn als die Kosaken auf ihren Streifzügen Zydaczow überfielen und das Schloß daselbst sammt den in demselben aufbewahrten Acten und Privilegien gänzlich eingeäschert wurde, wählte die Stadt Bolechow im Jahre 1689 zwei jüdische Deputirte, Leib Jlkowicz und Litman Lazarowicz, die sie mit den Privilegien der Stadt dahin entsendete, behufs deren Eintragung in die öffentlichen neu zu errichtenden Bücher. (Ad officium et acta praesentia castrensia capitancalia Zydaczowiensia personaliter venientes Infidele.s Leyba Ilkovicz et Litman Lazarowicz, Judei Incolae et Oppidani Bolechowienses, a tota Communitate ad infrascripta porrigenda Deputat! suis et totius Comniunitatis ejusdcm oppidi Bolechow nominibus iterato post conflagrationcm actorum praesentium castrensium Zydaczowiensium per sevitiam Cosacorum factum.') Die weiteren Aufzeichnungen find von geringerem Interesse und haben für das Allgemeine wenig Werth. * Vermischtes. Die Deutschen und die Juden. Ein und der andere Schriftsteller hat sich schon Mühe gegeben, übereinstimmende Charakterzüge in der deutschen Nation und dem jüdischen Stamme aufzusinden. Wir wollen dahingestellt sein kaffen, ob dies mit Glück geschehen sei. Mehr Erfolg wird man haben, wenn man in dem Geschick Beider Aehnlichkeiten auffindet, und zwar in Vorkommnissen, welche den Deutschen in ihrem Verhalten gegen die Juden zur Warnung dienen könnten. In der Köln. Ztg. las man jüngst beachtenswerthe Artikel über das Unterrichtswesen in Rußland. Am Schluffe des ersten theilt der Verfasser, der zehn Jahre als Lehrer in Rußland fungirt hatte, mit, daß bei seinem Abgang sein Vorgesetzter gesagt habe: er wäre an seiner Stelle auch abgegangen und in die Heimath zurückgekehrt, da grundsätzlich in Rußland kein Deutscher befördert werde. Wir wurden da lebhaft an die Schrift von Dreyfuß-Brisac erinnert, aus welcher wir in Nr. 15 Auszüge gebracht, und deffen Schlußsätze in confessioneller Beziehung unsren Lesern noch in Erinnerung sein werden. Dies im Osten. Wir brauchen aber nur irgend eine neuere französische Schrift, ein Journal unsrer westlichen Nachbarn aufzuschlagen, z. B. selbst die Revue des deux blondes, um allenthalben satyrische und sogar beschimpfende Bemerkungen auf die Deutschen zu finden, Schmähungen, die meist an den Haaren herbeigczogen sind. Man gefällt sich jenseits der Vogesen, die Deutschen als plump, pedantisch, beschränkt, ungeschlacht, lästig, aber auch als anmaßend, heimtückisch, selbstüberschätzend und herrschsüchtig darzustellen, und erschöpft sich in boshaften Witzen über sie. Mögen immerhin die internationalen Verhältnisse ztvischen dem deutschen Reich und Frankreich völlig in Ordnung, vielleicht sogar wohlwollend sein; mögen den Deutschen, die nach Paris kommen, offenbare Widerwärtigkeiten erspart sein; der französische Nationalgeist hat so viel Feindseligkeit gegen die Deutschen in sich aufgenonunen, daß diese bei jeder ungesuchten oder gesuchten Gelegenheit sich Luft schafft. Und doch haben die Franzosen hierzu zwar eine erklärliche, aber keine gerechtfertigte Veranlassung. Wo liegt aber die Motivirung, daß die deutschen Schriftsteller ein gleiches Verhalten und zwar in noch viel größeren! Umfange gegen die Juden beobachtend Anzeigen. sind ausschliesslich an die Annoncen-TCxperiition von Rudolf Messe in Leipzig oder deren Filialen in ISerlin, Rreslau, Chemnitz, Cöln alth., Dresden, Frankfurt all., Halle aS., Hamburg, London, Magdeburg, München, Nürnberg, Paris, Prag, Strassburg i E., Wien, Zürich zu adressiren. Asyl für gemüths- und nervenkranke Israeliten. Heil- und Pflegeanstalt. In meiner Anstalt finden Kranke beiderlei Geschlechts jederzeit nach vorheriger Anmeldung Aufnahme. Prospecte gratis. (31. 4378) Bayreuth (Bayern), April 1879. Dr. Würzburger. Stotternde, welche andere Anstalten ohne Erfolg besuchten, finden Heilung in der Sprachheilanstalt von Rudolf heilbar dt in Burysteinfurt, Wests. (Genaue Adresse, du daselbst zwei Anstalten existiren.) Prosp. mit amtl. Zeugnissen gratis. Heilverfahren nicht Tactmethode. (Siehe Aufs, in Nr. 13 und 35 ^Pag. 580) der Gartenlaube Jahrg. 1878 und 'Nr. 5 Jahrg. 1879. Honorar nach erfolgter Heilung. (B. 3344)