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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1879-04-15 · Heft 16 (15.4.1879) · p. Seite 253

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
43 (1879)
Issue
Heft 16 (15.4.1879)
Date
1879-04-15
Page
Seite 253 (sequence 13)
Language
German
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253 Als Volksausgabe, um vielfachen Wünschen zu genügen, zu dem trotz guter Ausstattung sehr billigen Preis von 55 Pfgn. haben wir soeben zur Ausgabe ausgebracht und ist in jeder Buchhandlung.zu haben: | Die Bedeutung der Juden für Erhaltung und Wiederbelebung I der Wissenschaften im Mittelalter I von vr. M. I. Schleiden. 4. Auflage. Die Mittheilungen aus der historischen Literatur (V.) sagen über diese in ihren drei ersten Auflagen viel Aufsehen erregende und rasch vergriffene Broschüre, welche nunmehr vom Herrn Verfasser auf's Neue verbessert und ergänzt worden: „Wenn es ein ehrenwerthes und löbliches Unternehmen ist, das einem Andern zugefügte Unrecht möglichst gutzumachen, sowie von Geschlecht zu Geschlecht fortgccrbte Vorurtheile nach Kräften auszuklären, so verdient gewiß die Tendenz volle Anerkennung, welche dem Verfasser die Feder in die Hand gab. Durch Studien auf dem Gebiete der Geschichte der Botanik zu der Erkenntniß gelangt, daß das jüdische Volk zu der Zeit des finstern Mittelalters aus seiner Mitte viele hellleuchtende Lichter in Wissenschaft und Kunst, viele tiefe Denker und ernste Forscher aufzuweisen habe, „daß aber dieser Umstand von unfern größeren Geschichtswerken gänzlich mit Stillschweigen übergangen werde", hielt der Verfaffer fich aus jenem obenerwähnten Rechtsgefühl verpflichtet, die Resultate solcher Studien in diesem Schriftchen niederzulegen. Er führt zunächst aus, daß das auserwählte Volk Gottes, als Träger des reinen Monotheismus, eben wegen der Reinheit des Gottesglaubens das Sittengesetz und seine Bethätigung im Leben als eigentliche wahre Darlegung des. religiösen Glaubens hingestellt und festgehalten habe. — Trotz Zerstreuung und vielfacher Unterdrückung hätten die Juden eine Ausnahme von ganz Europa gemacht, dessen übrige Völker alle ihr Mittelalter, eine Zeit des traurigsten geistigen und sittlichen Verfalls, -gehabt haben. Drei Verhältnisse hätten bei den Juden die Ausbreitung geistiger Thätigkeit und ihrer Resultate unter dem ganzen Volke erleichtert: ihre Handelstüchtigkeit, die in allen.größeren Städten eröffneten Schulen für Schrift- und Rechtskunde und ihre natürliche Anlage zur Sprachkenntniß. Anknüpfend an das alte Testament und dessen Seitenstück, den Talmud, hätten die Juden nun zunächst Bibelkritik und Exegese geübt und deshalb die morgenlandischcn Sprachen pflegend den Grund zu der Wissenschaft der Linguistik gelegt, .aber auch Philosophie und Dichtkunst gepflegt, von ersterer besonders den Zweig der Ethik cultivirend und als Bethätigung derselben echte Toleranz übend. Auch in der Rechtskunde, Medicin, Naturwissenschaft und Astronomie batten sie bis zum 13. Jahrhundert Vorzügliches geleistet und deshalb in wichtigen praktischen Lebensstellungen großen Einfluß erlangt. Alle diese Anführungen belegt der Verfasser durch zahlreiche Anführungen berühmter Männer und literarischer Werke. Mit großem Jntereffe wird der Leser, dieser Zusammenstellung folgend, eine hohe Achtung vor der fruchtbaren und vielseitigen Geistesarbeit des hebräischen Volkes gewinnen,' insbesondere aber wird dafür das Heutige Israel dem Verfasser zu Dank verbunden sein!" u. s. w. Leipzig. Baumqärtner's Buchhandlung. SU Knabeninstitut Ingenheim (bet Landau, UWM) I Gründliche Ausbildung für Handels-, Post- und Eisen bahn fach. Specialcurs für Einjährig-Freiwillige. Besondere Berücksichtigung geistig wie körperlich schwacher Knaben. Malerische gesunde Lage. Näheres durch Prospekt und Direktion (israelit.) (St. 3610) Die israelitische Religions-Gemeinde sucht einen seminaristisch gebildeten Neligionslehrer, Vorbeter und Schochet. Gehalt Mk. 700. Nebenverdienste incl. Schechita Mk. ÖUO. Bewerber werden ersucht, nur Abschrift ihrer Zeugniffe einzusenden. (F. 417(3) Bad Nauheim, den 7. April 1879. Der Vorstand: II. Grünbaum. In unserer Gemeinde ist die Canwr- und Schäcvter-! Stelle vacant. Das jährliche Einkommen derselben beträgt jlöUO—1800 Mark. Reflectanten belieben ihre Meldungen an den Untcrzcichnctcn cinzufenden. Reisekosten werden nur dem Gewählten erstattet. _ (4223) I Wronke, 7. April 1879. I Der Corporatioiis-Vostand.

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