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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1879-03-04 · Heft 10 (4.3.1879) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
43 (1879)
Issue
Heft 10 (4.3.1879)
Date
1879-03-04
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Allgemeine Ein unparteiisches Organ für alles Wische Interesse. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal in 2 bi« 2'/* Bogen. Preis Bierteljährig 3 Mark. Inserate werden > mn 20 Ps. für die Petitzeile oder deren / Raum berechnet. Alle Postämter und Buchhandlungen nehmen Bestellungen an. Hera us gegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippson in Bonn. Verlag von Baumgartners Buchhandlung in Leipzig. In redactioneüen Angelegenheiten wende man sich an!>r. t* *. Philippson m Bon»; hinsichtlich der Inserate an A. Wosse in Leipzig und dessen Filialen in Berlin, Breslau re. Inserate, w elche biSv>'nnrr»tag entgehen» finden in der daranfiolgenden Nummer Berücksichtigung. Beilagen werden mit 1 Mark 50 Pf. pro Hundert berechnet. 43. Jahrgang. Leipzig, den 4. März 1879. Jß 10. Zlnbnlt. Leitende Artikel: Tie Einheit der Ideen in der heiligen Schrift Israels. V. — Petersburger Briefe. VI. Eine kurze Bemerkung. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Breslau. - - Oesterreich-Ungarn: Pest, Lemberg. — Bulgarien: Tirnowa. — Rumänien: Bukarest. — Rußland: Petersburg. — Marokko: Fez. — Amerika: Aus Nordcarolina. — Bonn: Literarische Notizen. — Feuilleton: Die Kriege des israelitischen Volkes (Forts.). .1 eile n Oe- £Txlil;e£. Bonn, 26. Februar. Die Einheit der Ideen in der heiligen Schrift Israels. V. 7) nna. Unter Religion verstehen wir im allgemeinsten Sinne das Verhältnis des Menschen zu Gott'. Alles, was die Gotteserkenntniß oder der Gottglaube, die Verehrung Gottes und die Erfüllung seines Willens in unsrem Leben befaßt, ist Religion. Fragen wir nun, in welcher Weise die heilige Schrift diesen Begriff bezeichnet: so tritt uns auf's Bestiunuteste dafür das Wort rvna Hcrith „Bund" entgegen. Taffelbe, was seit der Römer Zeit religio genannt wird, das nennt der Hebräer lWith. lieber den Begriff des lateinischen Wortes ist man zweifelhaft. Denn Cicero leitet es von relegere, „sorgfältig überlegen" ab *), Lactanz hingegen von religare, „verbinden"; doch ist deffen Definition viel zu sehr aus dem biblischen Begriff geflossen, um echt römisch zu sein"). Die hebräische 3) De nat. Deor. 2, 28 sagt er: qm autem omnia, quac ad eultuin Dsorum pertinerent, diligenter retraetarent et tanquaiu relegercnt, sunt dicti religiosi ex relegeudo. Bekanntlich galten die Alten in Etymologien, auch ihrer eigenen Sprache, kein sicheres Urtheil. 2) Der Kirchenvater Lactanz (st. nach 325) sagt: religio von religare, a vinculo pietatis, quoll hominem sibi Deus religaverit et pietate constrinxerit. Beide Ableitungen werden durch classische Stellen begünstigt. S. unsere auss. ReligionSl. B. l. S. 7. j Bezeichnung hingegen ist völlig bestimmt und concret. J^erith j bedeutet den feierlich abgeschlossenen Bund, einen gewisse Be- , dingungcn umfassenden Vertrag. Einen solchen Bund schließt Gott zuerst mit dem gesammten Menschengeschlechte, vertreten durch Noah nach der Sintfluth (l Mos. 9); dann verdichtet er sich zu einem Bunde mit Abraham und deffen Geschlecht >iKap. 15. 17), und dieser wird später zu einem Bunde mit!dem Volke Israel, welcher sich nach den messianischen Ansichten der Propheten dereinst zu einem Bunde „aller Völker und Zungen" ausdehnt (Jesajas 60, 18; Sech. 14, 16 ff.) , Tie Bedingungen dieses „Bundes" sind von Seiten Israels bic Anerkennung und Anbetung des Einzigen, gestaltlosen j Gottes, des unendlichen Schöpfers des Himmels und der Erde ' und die Erfüllung seines Willens durch die Beobachtung des . CIcfcHc^. von Seiten Gottes die Erhaltung des Volkes, die; Gewährung glücklicher Zustände und des dauernden Heils, j Dieser so gefaßte concrete Inhalt des Bundes vergeistigte sich im Laufe der Entwicklung immer mehr, wurde das, was lvir jetzt unter „Religion" verstehen, und baute sich so bis zur Religionsphilosophie aus. In seiner concreten Gestalt fehlte es daher auch nicht an Ceremonien der Bundesschließung und an dauernden Zeichen des Bundes'^). Aus der geistigen Bedeutung aber ersehen lvir, daß der Hebräer dem Menschen der Gottheit gegenüber eine gewisse Selbstständigkeit und Unabhängigkeit zuschrieb, in welcher er dem Willen der Gottheit 3) S. 1 Mos 15. 9 ff.; 2 Mos. 24. 4 ff.; Jos. Kap. 24. Als Zeicben des Bundes (NIX) die Beschneidung (l Mos. 17) und der ^Subvmh (2 Mos. 31, 13. 16. 17).

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