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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1879-02-18 · Heft 8 (18.2.1879) · p. Seite 124

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
43 (1879)
Issue
Heft 8 (18.2.1879)
Date
1879-02-18
Page
Seite 124 (sequence 12)
Language
German
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124 fernte, um die Israeliten Waffen- und somit wehrlos zu machen. Sie hatten dies in dem Maße ausgeführt, daß das Volk nicht einmal sein Ackergeräth zu schärfen vermochte und deshalb zu den Philistern seine Zuflucht nehmen mußte. Anders gestalteten sich die Dinge unter David. Er führte das begonnene Werk Saul's, die Sicherstellung der Grenzen, durch Besiegung und Schwächung der Nachbarvölker zu Ende, ging auch angriffsweise zu Werke und dehnte das Reich zu den Grenzen aus, welche ihm in der mosaischen Urkunde angewiesen waren. Durch diese dauernden kriegerischen Unternehmungen bildete sich unter ihm gewissermaßen ein stehendes Heer. Eine Anzahl tapferer Krieger, David's Helden genannt, machte den kriegerischen Kampf zu ihrem Lebensberufe, dienten als Führer der einzelnen Haufen. An ihrer Spitze stand ein Feldherr, welcher unter dem Könige commandirte und dessen Stelle vertrat, wenn er nicht in den Krieg mitgezogen. Auch in dieser Zeit bestanden die israelitischen Heere nur aus Fußvolk. Heben wir nun einige Einzelnheilen hervor. Gleich im Anfang der Negierung Saul's wird ein Beispiel angeführt, wie eine belagerte Stadt, die sich mit ihrer Besatzung gegen den überlegenen Feind vcrtheidigen zu können nicht glaubte, mit diesem kapitulirte, sich ohne Schwertstreich zu ergeben, wenn nicht in einer festgesetzten Frist Entsatz eintrete (1 Sam. 11, 3). Aber Saul, der eine allgemeine Conscription unter härtesten Drohungen — weil sein bloßer Befehl noch keine hinreichende Folge gehabt hatte — erwirkt hatte, brachte aus allen Stämmen 300,000 Mann und aus Juda allein 30,000 Mann zusammen, theilte das Volk in drei Haufen und überfiel das Lager der Amoniter um die Morgcnwache und bis gegen Mittag war der Feind geschlagen und gänzlich zerstreut. Nach diesem Siege entließ Saul das Volk, und behielt nur 3000 Mann, von denen er 1000 seinem Sohne Jonathan abgab. Wahrscheinlich konnte Saul der Heimkehr des an sich unkriegerischen und mit seinen Feldarbeiten beschäftigten Volkes nicht wehren. Tenn nach seinem Siege in Osten wandte er den Blick auf die westlichen Feinde, die Philister, die seit ihrer Niederlage unter Samuel bei Mizpah sich wieder erholt und ihre Posten tief in das Land der. Israeliten hineingezogen halten. Jonathan war es, der den Kampf begann, indem er den Posten der Philister bei Geba schlug. Hiermit war der Kampf unvermeidlich (I Sam. 13, 4); die Philister zogen 30,000 0) Wagen, üOOo Reiter und zahlloses Fußvolk zusammen. Vor solcher Macht flohen die Israeliten in die Höhlen und Klüfte der Gebirge und über den Jordan, so daß Saul nur 600 Mann behielt.. Die Philister aber zogen in drei Hausen verheerend durch das Land, entfernten die Schmiede aus dem Lande, so daß wenige Waffen vorhanden waren. Hier konnte nur eine besondere Heldenthat retten, welche durch ihre Kühnheit den Feind überraschte und verwirrte. Das große Lager der Philister befand sich hinter einem Berge auf welchem ein Vorposten von 20 Mann stand. Hinter dem. durch einen Bach getrennten anderen Berge hielt sich die kleine Schaar Sauls verborgen. Da erstieg Jonathan mit seinem Waffenträger den von den Philistern besetzten Berg und schlug deren Vorposten nieder, daß sich plötzlich ein panischer Schreck unter den Philistern verbreitete. Dies benutzte Saul, brach mit seinem Trupp hervor und schlug die Philister in die Flucht. Ties gelang ihm um so mehr, als sich im Lager der Feinde viele Israeliten befanden, die bei dem Nahen ihrer Landsleute sich gegen die Philister wandten. Alsbald kamen auch die in das Gebirge Geflüchteten zurück und das Heer Sauls wuchs schnell so an, daß er die Philister überall angreifen und in ihre Grenzen zurückweisen konnte (1 Sam. 14). Von da ab behielt Saul ein streitbares Heer um sich „wo er irgend einen starken Mann und irgend einen Tapferen sah, nahm er ihn zu sich" (V. 52), und stritt siegreich gegen Moab, Ammon und Edom und Amalek. Es war eine alte Tradition in Israel gegen Amalek, den alten Stammfeind Israels, einen Vernichtungskrieg zu führen. Zu diesem entschloß sich jetzt Saul, und versammelte hierzu 200,000 Mann und 10,000 aus Juda Fußvolk. Er „lauerte im Thale", bis die Gelegenheit günstig war, um Amalek zu überfallen und diese Völkerschaft so gut wie vom Erdboden zu vertilgen. Als der Krieg mit den Philistern von Neuem entbrannt und diese wie die Israeliten große Lager, die durch einen Vach getrennt waren, aufgeschlagen hatten, jeden Morgen in Schlachtordnung auszogen, aber einander nicht zu bekämpfen wagten, entschied der bekannte Zwelkampf zwischen Goliath und David. — Sehr interessant ist der Bericht über David's Thaicn bis zum Tode Saul's. Wir werden hier über die Art und Weise belehrt, wie der kleine Parteigängerkrieg geführt wurde. David hatte sich mit 60» Mann, die sich zu ihm geflüchtet, nach dem Philisterlande zurückgezogen, wo man ihm, da man ihn für einen Feind Saul's hielt, die Stadt. Ziklag angewiesen hatte. Von hier machte er Streifzüge in die Gebiete kleiner, Israel feindliche Stämme, während er vorgab, in das israelitische, Gebiet einzufallen. Deshalb ließ er, wo er hinkam, alle Bewohner niederhauen, damit Niemand den Philistern die Wahrheit bekunden könne. Dafür wurde in seiner Abwesenheit Ziklag überfallen, ausgeplündert und verbrannt. David setzte dem Feinde nach, .der sich, schmausend und jubelnd über die gewonnene Beute, der Sicherheit überlassen hatte, und nun seinerseits von David vernichtet ward. Als die Philister zum letzten Kampfe gegen Saul auszogm, führten sie David und seine Schaar mit sich. Doch faßten sie Mißtrauen zu ihm, daß er in der Schlacht zu den Israeliten übergehen könne, um sich bei Saul wieder Gunst zu verschaffen, und schickten ihn nach Philistäa zurück. Tie Schlacht entbrannte auf dem Gebirge Gilboa und endete mit einer großen Niederlage des israelitischen Heeres und der Sclbsttödtung Sauls. — Die Kriege Davids, wie sie das zweite Buch Samuelis

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