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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1879-02-18 · Heft 8 (18.2.1879) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
43 (1879)
Issue
Heft 8 (18.2.1879)
Date
1879-02-18
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Allgemeine imTk, Ein unpartciischcs Organ für alles jüdische Jntcreflc. Diese Zeitung erkLemt wöchentlich einmal in 2 hii 2V* Bogen. Preis Vierteljährig »Mark. Inserate werden mir 20 Pf. sur die Peritzeile oder deren < Raum berechnet. Alle Postämter und Buchhandlungen nehmen Bestellungen an. Herausgegebcn von Rabbiner vr. Ludwig Philippson in Bonn. Verlag von Bavmglirtner's Buchhandlung in Leipzig. In rcdactionellen Angelegenheiten , wende man sich an vr. L. Philippson in Bonn; hinsichtlich der Inserate an A.! Wosse in veipzig nutz dcffe« Filiale»» in Berlin, Brcalau re. > Znsrrotr, welche biSVonnrrrlag «ngchen, i finden in der darauffolgenden Nummer Berücksichtigung. Beilagen werden mit 1 Mark 50 Pf. pro Hundert berechnet. 43. Jahrgang. Leipzig, den 18. Februar 1879. JS 8. Znbnlt. Leitende Artikel: liegen Pastor Todt, den Gründer der christlich-socialistischen Partei. IV. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, Bonn, BreSlau, Frankfurt a. Main, Srraßburg, .Hamburg, Leipzig. Heilbronn. — Frankreich: Paris. — Italien: Rom. — Belgien: Brüssel. — Serbien: Risch. — Rumänien: Bukarest, Galat;, Küsteridje. — Rußland: Bon der russischen Grenze. — Türkei: Aus Ostrumelien. — Bonn: Notizen. Literarische Notizen. — Feuilleton: Cchilker's Räuber in Konstant! nopel. — Die Kriege des israelitischen Bottes (Forts.). belletid& (fttliftet. Bonn, 12. Februar. Gegen Pastor Todt, den Gründer der christlichsocialistischen Partei. IV. Von den „orthodoxen" geht Todt zu den „Reformjuden" über. Auch hier wählt er Quellen, die ihn von vornherein charakterisiren. Er kennt nur drei Schriften: Bruno Bauer, Otto Glagau und die Neue evangelische Kirchenzeitung. Wer aus diesen drei Schriften allein seine Kenntniß des modernen Judenthums schöpft und sein Urtheil zieht, hat sich von vornherein den Stempel des Parteihasses aufgedrückt und auf jede gerechte Urtheilsfähigkeit verzichtet. Was würde man dazu sagen, wenn Jemand die Charakterisirung der deutschen Nation und das Urtheil über Deutschland aus den Schilderungen und Darstellungen der französischen Schriftstellernach 1870 oder aus dem berüchtigten Buche „das Milliardenland" entnehmen und auf 'sie stützen wollte? wenn irgend Wer die Pendulen- Geschichten der Franzosen zur Unterlage seiner Auslassungen übet den deutschen Officiersstand nehmen wollte? Man würde mit Recht dies für eine Unverschämtheit, für einen Ausfluß blinden und verblendenden Haffes erklären. Verhält es sich aber nun anders mit den Beweisführungen Todt's gegen die Juden aus den angegebenen Schriften? Dabei beweist er. wie er seiner Methode zu citiren, die lvir oben gekennzeichnet, treu bleibt. Er will über die Ansichten der Reformjuden eine Stelle aus unsren Schriften anführen und sagt einfach (S. 19): „Philippson sagt irgendwo", und es folgen einige aus der Neuen evangelischen Kirchenzcitung entnommene, schon dort aus dem Zusammenhänge gerissene Sätze. So citirt Todt, und gerade diese Sätze weiß er doch nicht zu widerlegen. Ueberhaupt treffen wir so leicht nicht wieder auf ein gleiches Maß von Geschichtsfälschung, die darin besteht, ein Berdammungsurtheil über ein Volk in vernichtendster Weise aufzustellen, und dafür nichts als irgend ein einzelnes, oft sehr zweifelhaftes Factum anzuführen, das in der langen Reihe entgegengesetzter Thatsachen von gar. keiner Bedeutung ist. Er will z. B. erweisen, daß die jüdischen Finanzbeamten und finanziellen Werkzeuge der Könige und Fürsten, welche diese durch -viele Jahrhunderte hindurch in allen Theiten der christlichen Welt für unentbehrlich hielten, sännntlich treulos und staatsverderblich gewesen seien, und führt als Beweis in einer Parenthese den Süß Oppenheimer an. Wir wollen diesen Mann gewiß nicht rechtfertigen, obschon seine Geschichte noch manches Dunkele enthält — wie aber, wenn wir aus den -in unsrer Zeit nicht seltenen Fällen von Unterschlagungen christlicher Rendanten und Cassenbeamtcn im Staats- und städtischen Dienste den Schluß ziehen wollten, Christen wären zu diesen Aemtern wegen ihrer Gesinnung nicht tauglich? man würde uns für das Irrenhaus reif halten —jedoch den Juden gegenüber läßt man solche Argumentation gelten. Alle Uebelstände, alle traurigen Ereigniffe haben nach Todt ihren ersten Grund bei

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