Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 43 (1879)
- Issue
- Heft 3 (13.1.1879)
- Date
- 1879-01-14
- Page
- Seite 44 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3224737-3227231-3227235--36857-3256229- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
L ehranstalt Schlesiens und Posens thätig sind. Nachdem Ncf. zu Gunsten des letztem Antrages seine Fassung zurückgezogen, gelangt Alinea 1. des § 2 in der von Dr. Honigmann vorgcschlagcnen Fassung erst überrwiegendcr Majorität zur Annahme, ebenso Alinea 2, nachdem Dr. Badt unter allge-! meiner Zustimmung erklärt hatte, daß aus diesem Jahres-Bctrage nicht die an die zu gründende Unterstützungs-Eaffe zu zahlenden Beiträgen gemeint sind. 8 3, der vom Erlöschen der Mitgliedschaft handelt, wird vorläufig zurückgestellt. i Es folgt § 4, der mit einer kleinen Modification, beanj tragt von I)r. Honigmann, zur Annahme gelangt: „Alljährlich findet eine Generalversammlung statt, in welcher der Vorstand des laufenden Jahres Rechenschaft über seine Tätigkeit ablegt. Mitthcilungen der Vorträge über die im g 1 sub 1 und 2 bezeichnten Gegenstände zur Erörterung gelangen, der Vorstand für das nächste Jahr durch geheime Abstimniung gewählt und Zeit und Ort der nächsten Versammlung bestimmt' war. In wichtigen Fragen kann die Versammlung die schrift- ' liche Abstimmung aller (auch der nicht erschienenen) Vereinsmitglieder beschließen. Im letzteren Falle giebt es als Stimmcntfaltung, wenn ein Mitglied 14 Tage nach der Absendung der Aufforderung zum Stimmabgebcn sein Votum nicht abgegeben hat." Pr. Joi'l-Brcslau bringt darauf folgenden Antrag ein: „die weiteren Bestimmungen des Statuts sollen von dem heute zu wählenden Vorstande unter Mitwirkung des Tclegirten des deutsch-isr. Gemeindebundes, Herr Dr. Honigmann fcstgesiellt und der nächstjährigen Generalversammlung auch zu definitiven Beschlußnahme vorgelegt werden. Auch wird der Vorstand mit der Ausarbeitung eines Slalutenentwtlrfs für die zu gründende Untcrstützungscasse beauftragt. Inzwischen treten die Bestimnmngen des vorgelegten Enttvurfs provisorisch in Kraft." Der Antrag tvird mit großer Majorität angenommen. Nach g 5 des provisorischen Statuts, welcher lautet: „Der Vorstand besteht aus dem Vorsitzenden, dessen Stellvertreter, dem Schriftführer, dem Schatzmeister und dr.-i Beisitzern. Von diesen müssen der Vorsitzende und ztvei andere Mitglieder ihren Wohnsitz in Breslau haben wird zur Wahl des Vorstandes geschritten. Die Herren Dr. Samuel sohn, Vrann, Vadt-Vrcslau, ln-. Eohn-Oels, Rabb. W a ss e r t r i l l in g-Vojanowo, Prediger V lumc it f e I d-Schweidnitz, Lehrer H erbst-Lissa .Posen) wurden gewählt. Von der (in § 6) vorgesehenen Wahl der Vertrauensmänner für die einzelnen Regierungs-Bezirke, tvelche den Verkehr des Vorstandes mit den Mitgliedern vermitteln sollen, tvird vorläufig Abstand genommen. Aus Befragen des Vorsitzenden erklären alle Anwesenden ihren Beitritt zum Verein. Dr. Cohn-Ocls theilt mit, das; nach ''^er'stMgehMm^Cörrcspondenz noch mehr als fünfzig Eollegen ihren Beitritt zugesagt hätten. Der Verein hätte demnach vorläufig etwa 90 Mitglieder. *) Auf den Antrag des Dr. Eohn-Oels wird folgendes Telegramm an Se. Majestät den Kaiser abgesandt. „An des Kaisers Majestät, Berlin. Der soeben gegründete Verein israelit. Lehrer Schlesiens und Posen glaubt seine Thätigkcit nicht besser beginnen zu können, als mit dem Ausdrucke inniger Freude über die Wiedergenesung Eto. Majestät. Gott segne und schütze Etv. Majestät immerdar. I. A. Dr. Samuelsohn. Ter Vorsitzende spricht Namens der Versammlung dem deutsch-israelitischen Gemeinde-Bunde den wärmsten Dank für die Sympathien aus, die er in so freundlicher Weise dem Vereine habe ausdrücken lassen, und dankt im Besonderen den Detegirten desselben, Herrn Dr. Honig mann für die thätige Mitbülfe bei der Formulirung des Statuts. Dr. Honigmann verspricht bereitwilligst, dem jungen Unternehmen auch weiterhin seine Kräfte zur Verfügung zu stellen. Ter Vorsitzende stattet darauf in herzlichen Worten den Herren Einberufern seinen Tank für ihre aufopfernde Thätigkeit bei den vorbereitenden Schritten ab und fordert die Versammelten auf, sich ihnen zu Ehren von den Sitzen zu erheben. Auf den Antrag des Dr. Badt war schließlich der Vorstand ermächtigt, der „Tirection der Gesellschaft der Freunde" den Dank der Versammlung für die Hcrgabe des Versammlungs-Locals auszusprechen. Vor Schluß der Sitzung kommt unter lautem Beifall der Versaimnelten folgendes Telegramm des Synagogen-Vorstandes in Sets zur Vorlesung: Möge die heutige Vereinigung sich zum Segen gestalten! Schluß der Sitzung 3 Uhr. 1) Weitere Beitrittserklärungen sind an Herrn vr. Vrann (Nene Lde.str. kc.) zu richten. -ftlofcs und Iosna n!$ Heerführer. Der österreichische Generalsiabsmajor Hoffmeister hat eine Studie über die.militiärischen Seiten der 5 Bücher Mösts und des Buches Josua veröffentlicht, in welcher er Moses und Josua als Heerführer würdigt. Wir geben in Folgendem eine Skizze daraus. Wir folgen zumeist der „Preffe", hier und da einen kleinen Jrrthilm verbessernd und einige überflüssige Bemerkungen der Presse weglassend. Am 15. Nisan — März oder April — des Jahres 155)0 v. Ehr. führte Moses das zu Ramses versainmelte Volk Israels, darunter 600,000 Streiter, über Suchet nach Etam, wendete sich dann gegen Süden, um auf dem Wege durch das Thal Hirot die schmälste Stelle des Rothen Meeres bei Bal-Sefon zu gewinnen. Von den Schaaren Pharao's hart bedrängt, gelang es ihm jedoch, zur Nachtzeit das durch einen anhaltenden Ostwind ziemlich