Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 43 (1879)
- Issue
- Heft 2 (7.1.1879)
- Date
- 1879-01-07
- Page
- Seite 30 (sequence 14)
- Language
- German
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30 Lies und sprich nicht „Jehovah!" Bekanntlich sprechen wir Juden den Gottesnamen rrrr niemals aus, auch nicht in unseren heiligsten Gebeten, sondern sagen dafür (mein Herr). Als der Text der h. Schrift vokalisirt tvurde, versah man den heiligen Namen mit den Vocalcn des ihn vertretenden Adonai. Es ist dies auch ersichtlich aus der Form rnrvb. Tie wirkliche Aussprache des vierbuchstabigcn Namens ist deshalb gänzlich verloren gegangen. Tie christlichen Gelehrten, welche die überlieferte Scheu der Juden nicht beachten, begingen nun den Fehler, die vier Consonanten mit den von Adonai entlehnten Vocalen ausZusprechen, nämlich: Jehovah, so einleuchtend es sein mußte, daß dies die wirklichen Vocale des Gottesnamens gar nicht sind. In einer Abhandlung (Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft Bd. 32 Heft 3. 1873) „Jacob von Edefsa überden Schern hamnrephorasch und andere Gottesnamen" von l)r. G. Nestler heißt es hierüber: „Seit der Reformation, d. h. seit die christlichen Theologen ansingen hebräisch zu lernen, ist es bekanntlich unter denselben Sitte geworden, die den Konsonanten des alttestamentlichen Gottesnamens Mk"? beigcgebenen Vocalzeichen t, *, , mit denselben zusammen zu lesen und den Nanren daher Jehovah auszusprechen. Und zwar wurde diese Gewohnheit, soviel mir bekannt, gleicherweise bei den Theologen der römischen Kirche, in England und Frankreich, ebensogut wie in Deutschland, im Laufe der letzten drei Jahrhunderte fast allgemein herrschend, und von dem Katheder und der Kanzel aus ist das Wort Jehovah mit dem Accent auf der mittleren Silbe, in die christlichen Gemeinden, durch die Arbeit der Missionäre bis in die fernsten Länder gedrungen. Am meisten scheint sich diese Aussprache in den frommen Kreisen des englischen Volkes eingebürgert zu haben, zumal da in der autorisirten englischen Bibelübersetzung wenigstens an vier Stellen (Ex. 6, 3; Ps. 83, 18; Jes. 12, 2; 26, 4) und dreimal in zusaunncngesetzten Eigennamen (Gen. 22, 14; Ex. 17, 15; Jud. 6, 24.) dieses Wort Jehovah gebraucht wird. In unserer deutschen Bibelübersetzung Luther's kommt cs nicht vor, obwohl derselbe es sonst oft gebraucht; dennoch dürfte es auch bei uns schwer halten, diese Aussprache wieder gänzlich aus dem Gebrauch zu entfernen, trotzdem cs jetzt von allen' Seiten anerkannt wird, daß dieselbe eine auf Mißverständnis; beruhende Neuerung gewesen ist?" Um so mehr ist cs zu verwundern, das; in der neueren Zeit auch einige Juden sich in Wort und Schrift der Aussprache „Jehova" bedient haben, so dem Irrt hum christlicher Gelehrten sich unterwerfend und dabei die altjüdische Vorschrift verletzend. Man muß daher doppelt nachdrücklich darauf dringen, sich dieses Jrrtbums zu enthalten. Dasselbe gilt, wenn andere christliche Gelehrte die Aussprache „Jahve" für die richtige ausgeben. — Was die citirtc Abhandlung selbst betnfft, so weist sie nach, woher bei unwissenden Griechen der eine Zeit lang bei ihnen gewöhnliche Ausdruck für den Gottesnamen 77/77/ gekonnnen; sie lasen nämlich von der Linken zur Rechten und hielten n für das gr. n und 1 und *• für das gr. /. Anzeigen. sirnl ausschliesslich an die Annouceit-Kxpcditioii von Rudolf J. Glosse in Leipzig oder deren Filialen in Merlin, Mrcslan, ClicinnH/,, Cüln a'Kli., llresden, Frnnfcturt a jl., Halle aS., IfiaBiibur«»’, London, Magdeburg, München, Aümljerg, Paris, Prag, Strassbur«»’ i E., Wien, Ziimli xu adressiren. lehrer-Vacanz. Die hiesige israelitische Neligionslehrcrstelle soll mit einem' jungen Mann besetzt werden, der zugleich Lehrer, Eantor und, Schocket ist. Fixum 000 Mark, freie Wohnung und Heizung.' Die nEiTu' trägt 400 Mark ein, wofür garantirt wird. Be-i Werber wollen sich gesl. an den Unterzeichneten Vorstand j wenden. (83) j Gladenbach, im Dccember 1878. i 31. Schill* L j Am 1. Mai d. Jahres wird die hiesige Le ft reru. buntorstelle vaeant. Gehalt Mark 1200. 3icfLectantcu j wollen sich wenden an i Den B o r st a n d. (78.) X. Uotlisehild. ÄMenden 28. Dec. 1878. In der Eultusgemeinde Caaz gelangt vom l.Mai 1873 ab die Stelle eines nmsikalisch gebildeten .Aftercantors, der zugleich Kor oft sein, und den hebräischen Unterricht an der isr. Neligionsschule ertheilen muß, mit dem Gehalte von 1000 fl. SW, nebst freiem Ouarticr und üblichen Emolumenten zur Besetzung. Bewerber um diese Stelle .wollen ihre mit Berwendungszeugnissen belegten Gesuche bis längstens 15. Feber. 1870 an den Gefertigten portofrei einsendcn. Probevortrag erforderlich, doch werden nur hierzu vom Vorstande Berufenen die Neiseauslagen vergütet. Cidtas-Gemeindevorstand Saar:, 26. Dec. 1878. Der Cultiis-Ucineinde-Vorstelicr, (70.) Leopold Ilechert. Die vacantc Lehre rat die ist besetzt. | Leer (Ostsriesland). Der Schulvorstand_:_ i B. 04/1870) Julius Visser.