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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1874-11-17 · Heft 47 (17.11.1874) · p. Seite 795

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
38 (1874)
Issue
Heft 47 (17.11.1874)
Date
1874-11-17
Page
Seite 795 (sequence 13)
Language
German
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795 Nachtrag. Aus Ungarn, 20. October. (Privatmitth.) Die Springfiut, welche Czernätony durch seine numotivirten Ausfälle aufgeregt, ist verlaufen. Aber man kann nicht sagen, daß diese überraschend gekommenen Angriffe keinen Stachel hinterlassen hätten. Wir wissen ja nun, was wir von vielen liberal aufgeputzten Männern zu halten haben. Es schreckt immer im besten Streben ab, wenn man sich über seine Intensionen und Erfolge verkannt und gelästert steht, und es giebt nicht wenige Menschen, die vom Guten abgeschreckt wurden, weil man ihnen doch nur Schlimmes zutraute und unterschob, natürlich ohne der eigenen Fehler zu gedenken. Für einen Staat, der aus so vielfältigen Volkselementen besieht, wie der ungarische, sollte man sich doch hüten, abermals eine große Menschenclaffe, die sich den anderen Völkerschaften anzüschließen strebt, als eine gesonderte und verschiedene aufzustellen und zu behandeln: ' Fragt man sich aber,- worin der ganze Vorgang seine Ursache habe, so scheint es nur eine Wiederholung in moderner Weise dessen, was so oft in alter Zeit abspielte. Kam eine Pest, > so sollten die Juden die Brunnen vergiftet Haben, besonders aber, wenn die Fürsten und Herren ihre Habe verschwendet hatten, sollten immer die Juden die Ursache ihrer Geldklemme und Verschuldung sein. Ebenso sollen sie es jetzt abbüßen, daß eine unvernünftige Finanzwirthschaft, Mißwachs und schlechte Speculation eine Krise und bedrohliche Zustande herbeigeführt haben. Jndeß unsere Zeit ist nicht mehr He alte, und aus solche Weise zerhaut man nicht mehr einen gordischen Knoten. Das Schwert des Judenhasses ist stumpf und schartig geworden, weil man es allzu oft gebraucht hat und der rechte Wetzstein fehlt. Anzei ge n. Die Religionsschulu. Vorsangerstelle bei der Israel. Gemeinde Pforzheim (im Großh. Bäden) ist durch einen musikalisch gebildeten Lehrer u. Vorsänger besetzen. Jährlicher fester Gehalt 800 fl. (welcher der besonderer Tüchtigkeit des Bewerbers noch erhöht wird) bei freier Wohnung, einem erhöhten Schulgelde und Gelegenheit zu einem nicht unbedeutenden Nebenverdienste. Meldung unter Vorlage von Zeugnissen bei der Bezirkssynagoge Karlsruhe binnen vier Wochen. Zum 1. Äpril k. 3. findet in hief. israel. Gemeinde ein Ueligionsiehrer, gleichz. auch Vorbeter u. Schächter Engagement, äiihrl. fixes Gehalt neben freier Wohnung, Mittagstisch etc. 170 Thlr. Hierauf refiect. unverheiratete Candidaten, die sich einer Prüfung des Landesrabbiners zu unterziehen haben, wollen ihre Zeugnisse dem Unterzeichneten Vorsteher franco emsenden. Dömitz, Mecklenb.-Schwerin, im October 1874. Joei Wolff'enstein... Die hier vacant gewordene Cantor-, p"n- und Schächterstelle, verbunden mit einem.jährlichen Einkommen von 1500 Mark und freier Wohnung, soll vom i. Januar 1875 ab wieder besetzt werden. Bewerber, welche musikalisch gebildet, mit guten Stimmmitteln versehen und im Stande sind einen Chor zu leiten, wollen sich recht bald, unter Einsendung ihrer Atteste, bei dem Unterzeichneten melden. Kvzmin, Len 26. October 1874. Der Corp.-Borstehsr. Die Stelle eines Lehrers und Vorsängers bei der israelitischen Religionsgemeinde zu - Rei nhei'm ist bis zum 1. Januar 1875 vacant. Gehalt incl. Nebenverdienste 450 fl. Reflectirende wollen sich an den. Unterzeichneten Vorstand alsbald wenden. / \ Reinheim bei Darmstädt, den 24. October 1874. Der V 0 r st a n d Lehmann. Die Stelle eines at'» s'tb ist vom 1. Mai 1875 vacant. Lewerber wollen ihre Zeugnisse beim Unterzeichneten franco einsenden. Gehalt 200 Thlr. und freie Wohnung. Nebeneinkünfte circa 300 Thlr. Reisekosten werden nicht erstattet. Ex in, den 10. November 1874. - . . Der Synagogen-Vorstand. Sal. Lewinfohn. Die Synagogen-Gememde zu Merzig an der Saar sucht per sofort oder 1. Januar 1875 einen geprüften Elementar- und Religionslehrer. Gehalt 900 Mark per anno. Nebenverdienste nach Leistungen. " ' Der Schul-Vorstand der Synagogen-Gememde zu Merzig a. d. Saar. I M. Levy. Die hiefige Elementartehrer- und Cäntorstelle, verbunden mit einem fiMr Gehalt von 1200 Reichsmark, freier Wohnung, Garten und entsprechenden Nebenverdienste, soll per 1. Januar 1873 besetzt werden. Qualifieirte Bewerber, welche ihre Leistungsfähigkeit Nachweisen können, wollen, sich an den Unterzeichneten wenden. Schotten, im Detober 18741. Der Borstand Selif/mann Kaufmann. ComMs-Gesuch. Für ein Eisen- und Schnittwaaren-Geschäft in einer kleinen Stadt — das am Samstag und an den israelitischen Feiertagen geschlossen ist —' wird ein zuverlässiger junger Mann, mit der Buchführung verttaut, gesucht. 'Kost, und Wohnung im Hause. Hierauf Reflettirende belieben sich unter Chißre O. V au die Expedition dieses Blattes zu wenden.

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