Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 38 (1874)
- Issue
- Heft 46 (10.11.1874)
- Date
- 1874-11-10
- Page
- Seite 778 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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7-78 außer Seiden- und Mouffelin-Proben, Taschentücher, ein ganzes Lager von Stoffen, die in bizarren Stoffen und. Massen verfertigt, ganz für jenes Land geeignetsind, obgleich die französischen Manufacturen sie geliefert haben. Dieser erste commerzielle Versuch kann von sehr bedeutungsvollen Folgen sein, und Mardochai könnte, während er seine Waare aus Paris losschlägt, für unsere Producte eine neue und bedeutende Absatzquelle gefunden haben. Außer seiner kleinen Spculation, der er seinen letzten Sou geopfert, hat der Rabbi Mittel gefunden, sich von einem Pariser Hause mit einer ungefähr 5000 Frcs. betragenden Waarensendung nach Tombuktu beauftragen zu lassen. Er will sie nach jener Negerstadt in Begleitung eines seiner. Brüder mit der nächsten Octoberkaravane expediren. . Sobald er in Mogador angelangt war, schickte er nach seiner Heimath Alka, um seinen Bruder rufen zu lassen und ihm persönlich Verhaltungsmaßregeln ertheilen zu können, u. A. ihn zu beauftragen, ihn in Tombuktu bis zum nächsten Jahre zu erwarten. (Nach den Arch. isr.) Vermischtes. Fassung im Unglück. Unter diesem Titel schreibt die „Trib.": Verschiedene europäische Städte haben sich bis auf den heutigen Tag in manchen Dingen ihre alten Traditionen zu bewahren gewußt; einzelne Straßen, selbst größere Städte zeigen nach ihrer äußeren Physiognomie, daß die Cultur, die alle Welt beleckt, daselbst noch nicht ihren friedlichen Einzug gehalten hat. So haben sich in den Städten Prag, Frankfurt und namentlich in Posen noch Ueberbleibsel jener Iuden-Ghettos confervirt, vor welchen man heute theils staunend, theils fragend.in Anschauung versunken steht. Und doch schlägt oft in den Herzen der Bewohner dieses Quartiers ein aufrichtiges Gefühl für Pflicht und Ehrlichkeit,, und auf mancher derartigen Stätte kann man das Mort des Dichters bewahrheitet finden:' „Tief in unserm Volke wurzelt der Zauber der Familie." Bekanntlich ist.vor mehreren Tagen der Bankfirma Saul zu Posen, deren Bureaus in einem Hause in der Iudenstraße zu ebener Erde liegen, durch einen nächtlichen Einbruch der eiserne Geldschrank mit einem Inhalt von 100,000 Thalern in Effecten und baarem Gelde gestohlen worden. . Der, Inhaber her Firma Saul, Herr C., gehört einer streng orthodox israelitischen Familie an, aus deren Schoß so mancher trefflicher Rabbiner hervorgegangen ist. Als Herr C. am Morgen nach dem verübten Diebstahl sich von seinem Lager erhob, um dem alten Usus gemäß den Frühgottesdienst in der Synagoge zu besuchen, war ihm in der Eile noch nichts von dem ihn so hart betreffenden Schlage bekannt gewesen. Mit gewohnter Andacht sandte Herr C. inbrünstige Gebete zu Iehovah; zu Hause angelangt, wurde er unter Schluchzen und Thränen von seiner Familie empfangen, welche ihn von' dem Diebstahl benachrichtigte. In dem Gesichte des frommen Mannes verrieth keine Miene irgend welche innere Bewegung; mit Rühe und Fassung sprach er die Worte: „Der Name des Herrn sei gelobt!" Dann griff er nach seinem Schlüssel und schloß damit thränenden Auges eine in seinem Privatbureau befindliche Schublade auf. Plötzlich verklärte sich der Blick des Mannes — waren doch die ihm von kleinen Leuten als Depots übergebeyen Pfandbriefe und Geldsachen den Argusaügen der Diebe entgangen. Bewegt rief er aus: „Ich danke Dir, Gott, daß Du diese Armen in Deinen Schutz genommen hast." In der Stadt Posen hatte man allgemeine Theilnahme für den schwer geprüften redlichen Mann , welcher durch den Diebstahl um sein ganzes Vermögen gekommen war. Die angesehensten Firmen Posens traten sofort zusammen und stellten Herrn C. -die Summe von 30,000 Thlrn. zur Disposition, damit derselbe isein Geschäft weiter führen kann. Bis jetzt sind Herrn C. nur gegen 25,000 Thaler des gestohlenen Geldes wieder zugestellt 'worden. - % n z ei ge n. Die hiesige Lehreru. Cantorstelle, welche mit einem Gehalte von Thalern verdunden ist, wird mit dem 1. April kommenden Jahres vaeant. Darauf Resleetirende wollen sich unter Ginsendung ihrer Zeugnisse an den Unterzeichneten Vorsteher wenden. Geldern, den 18 October 1874. David Francken. Ein junger Mann, Israelit, mit guten Zeugniffen versehen, sucht. Stellung auf dem Lager oder Comptoir eines Manufactur-Geschäfts, welches an Sonnabenden und Festtagen geschloffen ist.. Gefällige Franco-Qfferten unter Chiffre 8. 4 an die Expedition dieses Blattes,! Die hier vacant gewordene Cantor-, p"-l- und Schächter-!stelle, verbunden mit einem jährlichen Einkommen von 1500 Mark ynd freier Wohnung, soll vom l. Januar 1875 ab wieder beisetzt werden. j Bewerber, welche musikalisch gebildet, mit guten Stimmmitteln versehen und im Stande sind einen Chor zu leiten, wollen isich recht bald, unter Einsendung ihrer Atteste, bei dem Unterzeichneten melden. . -! KvzmiN, den 26. October 1874. j Der Cprp.-Dorsteher. Ein junger Manufacturist, Dotter Verkäufer, sucht zum. 1. Januar 1875 Engagement. Gefällige. Offerten unter LdiLre A. H. iposte restante ko edel in Mecklenburg.