Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 38 (1874)
- Issue
- Heft 35 (25.8.1874)
- Date
- 1874-08-25
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal in 2 viS ilU Bogen. Preis Licrteliährig 1 Thlr. Inserate werden mit 2 Ngr. für die Petitzeile öder deren Raum berechnet. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs - Expeditionen nehmen, Bestellungen an. Herausgegeben von Rabbiner vr. Ludwig philippsorr in Bonn. Verlag von Baumgärtner's Buchhandlung m Leipzig Sn redactionellen Angelegenheiten wende man sich-an vr. L. Philippson in Bonn; hinsichtlich deS Bezugs und der Inserate an fiaumniirtner’« Suchhandtung in Leipzig. Inserate, welche bis vonner«- - tag eingebeu, finden inder tarauffolgea» den Nummer Berücksichtigung. 38. Jahrgang. Leipzig, den 25. August 1874. M 35; Inhalt. Leitende Artikel: Zur Verfassung der jüdischen Gemeinden in Preußen. — Die Juden in Westrußland. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, Sohrau, Cassel, Metz, Fegersheim (Elsaß). Oesterreich-Ungarn: Wien.—Frankreich: Paris. — Schweiz: Zürich. — Rumänien: Wieu. — Schweden: Norrköping. — Amerika: Cleveland. — Feuilleton: Humboldt und die Juden. — Vermischtes.. £eiteiu)ö ßLtbkei. Bonn, den 19. August. Zur Verfassung -er jüdischen Gemeinden in Preußen. T>ie „Boss.; Ztg.", die „Berliner Börsztg." und andere Berliner : Blätter enthalten einen gleichlautenden Artikel, in welchem — auf dem Standpunkt der Lasker'schen Resolution — berichtet wird, daß die. Staatsregierung, mit dem Gesetzentwürfe über die jüdischem Gemeindeverhältniffe beschäftigt, sei und den nächsten Landtag, ihn vorlegen werde. Unsere Berliner Correspondenz bestätigt dies. Ueber . die Modalitäten des Entwurfs kann: selbstverständlich noch nichts mitgetheilt werden. Jene Blätter setzen voraus, daß der Entwurf ganz im Geiste jener Resolution gehalten, sei. Hierzu - ist aber die Staatsregierung, durchaus nicht verpflichtet, da sie zwar keine Einwendungen gegen dieselbe erhob , und eine Gesetzvorlage versprach, jedoch über die eigentlichen Bestimmungen dieser keine genauere Angabe machte, vielmehr , selbst andeutete, daß sie erst, die Bezirksbehörden hören wolle, weil sie-in einem, der Resolution entsprechenden Entwürfe durch die.dringenden Eingaben so vieler Gemeinden, Beamten u. dgl., sich behindert gefunden s chabe. Sie hat also sich freie Hand Vorbehalten. Es fragt sich : daher .nun, was wohl in dies er wichtigen Angelegenheit zu thun sei. -Jedermann sieht ein, daß durch die Annahme der Lasker'schen Resolution seitens des Abgeordnetenhauses an. .sich noch nichts. verlorenDenn/: die Debatte über diese: ist nur ein- Vorstadium, und beseitigt noch nicht einmal die Generaldebatte, wenn erst ein Gesetzentwurf vorliegtt Das Hauptgewicht liegt in den einzelnen Bestimmungeninwiefern der Austritt auS der jüdischen Ortsgemeinde völlig freigestellt oder gegen den Mißbrauch und die, die Gemeinde zerstörende Wirkung mit einschränkenden Bedingungen, umgeben werde. Hierüber waren! ja nicht einmal die Vertheidiger der Resolution,.- Laster und. Miquel, miteinander einig; destoweniger ist es rathfam und wäre es; pflichtgemäß-, den. kommenden Dingen und deren weiterem Verlaufe thatlos zuzusehen. ' Noch einmal petitionirend an die Staatsregierung zu gehen, scheint-uns überflüssig, weil dieselbe, bereits die Stimmen der immensen Mehrheit der preußischen: Juden gehört hat und einer Wiederholung bei einer und derselben Behörde nutzlos wäre. Ganz anders steht es um das Abgeordnetenhaus. Selbst: die. Mehr- - heit desselben hatdurch die Annahme jener . Resolution-doch nur Stellung, zu demganzallgemein gehaltenen Princip genommen, und es kommt daher darauf andaß auf sie gewirkt-werde, um. in der Ausführung den möglichsten Schaden von den Gemeinden-, abzuwenden. In der Verordnung genügender -Cautelen - hatsich r Niemand die.Hand;gebunden.: Und hierauf kommt-es 'uns.ja ganz-besonders an..-. Wir wollen den Gemeinden.-die-Festigkeit ihres..Bestandes, die Sicherheit .ihres Finanzwesens - und daraus die Dauerhaftigkeit ihrer Institute, die Erfüllung:ihrepÄerpflichtungen und die Befriedigung ihrer Bedürfnisse bewahren:, weil sonst deren Verfalls,oder,doch--ihr Verkommen unabwendbar,wäre.; Wir wollen,-, gegenüber der Dehnbarkeit und Illusion des Motivs -,aus . confessiMllem-- Bedenkensden Mißbrauch-;eines: borge-.