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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1874-08-11 · Heft 33 (11.8.1874) · p. Seite 563

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
38 (1874)
Issue
Heft 33 (11.8.1874)
Date
1874-08-11
Page
Seite 563 (sequence 13)
Language
German
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563 Das „Jew. Chron." erzählt folgenden hübschen Zug. Vor einigen Monaten wurde ein armer Jude von Groenle, einer kleinen holländischen Stadt, unter der Anschuldigung einer Brandstiftung arretirt und einige Monate in Untersuchungshaft gehalten. Seine Unschuld wurde erwiesen und er entlassen. Aber während dieser Zeit hatte er sein Amt verloren, das Wenige verzehrt, das er hatte und sah sich nun bei dem Ausgang aus dem Gesängniß dem größten Elend preisgegeben. Da nahm sich seiner ein junger protestantischer Pastor eines benachbarten Ortes an, veranstaltete eine Sammlung für den unglücklichen Juden und brachte eine Summe von mehr als 500 Thlr. zusammen. Da diese aber zur Wiederherstellung der Position des armen Juden nicht genügte, reiste er, mit einem Empfehlungsbrief an Herrn Samuel Montagu versehen, nach London, und hatte hier den günstigsten Erfolg. Der Prof. Perty in Bern hat jüngst einen Vortrag veröffentlicht: „Ueber die Grenzen der sichtbaren Schöpfung, nach den jetzigen Leistungen der Mikroskope und Fernröhre." Als das Resultat sagt er am Schlusses „Ueberblickt man unsere Errungenschaften in dieser Beziehung, so wird man wohl das Bekenntniß nicht vermeiden können, daß wir von der Welt des Kleinen nicht eben übermäßig viel, von der makrokosmischen Welt nur äußerst wenig wissen." Wenn die Naturwissenschaft auf einen so engen Kreis des sinnlich Unze Vacanz. Den 1. Januar 1875 wird die Cantorstelle in hiesiger Gemeinde offen. Cantoreu, welche befähigt sind den Gottesdienst mit Chor und Orgelbegleitung zu leiten, wollen sieh bei Unterzeichnetem Vorstand bis 15. September c. melden. Bevorzugt dürften diejenigen Herren werden , weiche zugleich geprüfte Elemenlarlehrer sind. Gehalt beträgt ausser nicht unbedeutenden Nebeneinkiinften und Legaten 450 Thlr. Hirschberg in Schlesien. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. Znm 1. Oktober d. Z. wirb dir Stelle eines Lehrers, der gleichzeitig Vorbeter und Schächter sein muß, vacant. Gehalt 356 Thlr. Fixum, Uebeneircknnste 50—60 Thlr. Bewerber wollen sich baldigst unter gleichzeitiger Einreichung ihrer Zeugnisse melden beim , Kaufmann Abr. Lanchwitz. Luckenwalde, den 29. Äuli 1874. Zu den bevorstehenden Feiertagen (Neujahr- und Versöhnungsfest) wird in unserer Gemeinde ein Hiilfs-Vorbeter gebraucht. Meldungen nimmt entgegen der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. W o r m d i t l, im August 1874. Wahrnehmbaren beschränkt ist, so frägt man sich, wie es kommt, daß so viele der jetzigen Naturforscher es unternehmen, auch über die übersinnlichen Gegenstände und Fragen, über Gott und Geist, vom Standpunkt der sinnlichen Wahrnehmungen, die allein ihr Gebiet sind, aus urtheilen und entscheiden wollen? Noch immer gilt der Spruch des großen Albrecht Haller: Jn's Jnnre der Natur dringt kein erschaffner Geist, Wohl dem, dem sie die äußre Schale weist. (Ein Brief Rothschilds.) Das Pariser Evönement will von einem Briefe Rothschilds Einsicht genommen haben, den dieser an einen neuen Cagliostro richtete, der um die Bagatelle von 10,000 Francs das Leben des^ vielfachen Millionärs auf hundertsiebenundzwanzig Jahre zu verlängern verspricht. Der Brief lautet: Mein Herr! Ich erhalte tagtäglich die bizarrsten'Anträge. Biele Leute interessiren sich für mich. Der Eine droht mich zu tödten, wenn ich ihm nicht 100,000 Francs schicke. Ein Anderer will, wenn ich ihn unterstütze, mich mit einem sechsten Sinne beschenken. Ein Dritter will um die Summe von 100 Millionen zu meinen -Gunsten das Königreich Jerusalem wieder Herstellen. Ich lasse bei all' diesen Correspondenten keinen Unterschied gelten und bitte sie sämmtlich, mich in Ruhe zu lassen. i g e n. Vacanz der Cantoru. Lehrerstelle. In der hiesigen Gemeinde ist die Stelle des ersten Cantorö und Hilfsreligionslehrers zu besetzen. Wir suchen einen musikalisch gebildeten, mit einer schönen Stimme begabten Cantor, der gleichzeitig befähigt ist als Hilfsreligionslehrer zu fungiren. Der fixe Gehalt beträgt fl. 800 bis ff. 1000 per Jahr. Da nur 8 bis 12 Unterrichtsstunden pro Woche erforderlich sind, so ist Gelegenheit geboten, mehrere hundert Gulden durch Privatunterricht zu erzielen. Sofortige Anmeldungen in Begleitung von Zeugnissen sind erwünscht. Worms am Rhein, den 4. August 1874. Der Vorstand der israelitischen Gemeinde. Dir Gemeinde Eschenau beabsichtigt einen Lehrer, Vorbeter und Schächter sofort anznstellen, welcher auch zwei Mal wöchentlich den Religionsunterricht in der Filiale Oehringen zu ertheilen hat. Gehalt, ohne die nicht unbedeutenden jtebeneinkünste, 500 Thlr. pro anno. Oualificirte Lewerber wollen ihre Meldungen und Zeugnisse dem Unterzeichneten einsenden. H e i l b r o n n a/U., im 3uli 1874. Das König!. Lezirllsrabbinat. Dr. M. Engelbert

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