Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 38 (1874)
- Issue
- Heft 32 (4.8.1874)
- Date
- 1874-08-04
- Page
- Seite 547 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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- Homer 1× ep/1025156
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rische Erziehungswelse der Chassidim gerechtfertigt. Ich sage barbarisch/ denn' sie begehen an ihren Kindern einen Raub, indem sie' sie so aüfwachsen lassen, sie berauben sie ihrer Eigenschaften, die zur schönsten Entfaltung gelangen, ihrer Talente, durch welche sie vielleicht hervorragende Männer werden könnten. Es ist kaum zu ermessen, welch' eine Fülle von Geistesschätzen durch den bigotten Unverstand der Chassidim vergeudet und zerstört wird. Und dennoch, obwohl die Chassidim die Folgen davon sehen und sie auch fühlen, ja sie ihnen manchmal theuer zu stehen kommen, trotz alledem können oder vielmehr wollen sie nicht anders werden , wollen ihre uralten „Grundsätze" nicht aufgeben. Ich sage Grundsätze; von solchen kann aber eigentlich keine Rede sein, ste besitzen keine. Was sie thun, geschieht.nur deswegen, weil ihre Großväter und Urgroßväter es eben so thaten. . Die Chassidim halten es für gut, die menschliche Vernunft herabzusetzen, und-man meint dadurch Gott zu ehren, meint, es liege dies im Interesse der Religion und des Glaubens. Wie verkehrt ist es, zu wähnen, man lobe den Werkmeister, indem man sein Werk schmäht! „Gleich den Blättern des Waldes vergehen die Geschlechter der Menschen," sagt Homer, und; fürwahr, sollte der Mensch nicht trachten, diese kurze Spanne Zeit gut zu benützen , seinen Platz gut auszufüllen? Aber richtig, für die Chassidim ist diese Welt von gar keinem Werthe, sie speculiren nur auf das Jenseits, daher: ihr ganzes Thun und Trachten dem Jenseits gilt, diesseits erkennt man ihre Tugenden nicht. Sollen solche Zustände nicht anders werden, soll gerade hier unter den meisten Juden Finsterniß herrschen, während doch überall Cultur und Fortschritt eindringt; gerade hier der Rückschritt zunehmen, anstatt daß man vorwärts schreiten soll?! - Nur durch Schulen, durch ordentlichen Unterricht! i m Talmud und Hebräischen , durch die Erlangung gründlicher allgemeiner Kenntnisse, könnte solchen Uebelständen abgeholfen werden. Nur durch Aufhebung der Chassidim,' dieser in psychologischer und sanitärer /Hinsicht gleich schädlichen Institution und Verwerfung der oben besprochenen Erziehüngsweise der Kinder, würden der Fanatismus aufhören und dagegen eine wahre Frömmigkeit, edle Bildung und edle Gesinnungen Platz greifen I. E. J. 6. z e Die Gemeinde Eschen au beabsichtigt einen Lehrer. Vorbeter und Schächter sofort anzustellen, welcher anch zwei Mal wöchentlich den Religionsunterricht in der Filiale Oehringen zu ertheilen hat. Gehalt, ohne die nicht unbedeutenden Uebeneinlriinfte, 500 Thlr. pro anno. Oualificirte Bewerber wollen ihre Meldungen und Zeugnisse dem Unterzeichneten einsendeu. Heilbronn aM., im Juli 1874. Das Königl. Bezirllsrabbinat. Dr. M. Engelbert. i g e n. Wir suchen zum sofortigen Antritt, spätestens den 1. September cv einen Beamten, der sowohl das Vorlesen aus der Thora, als auch die Stelle eines zweiten Cäntors übernehmen kann. Qualistcrrte Bewerber wollen sich bis zum 10. August <*. schriftlich bei uns melden und ihre Atteste über ihre bisherige Wirksamkeit einreichen. Danzig, den 18. Juli 1874 Die Aeltesten und Vorsteher der Altschottländer Israeliten - Gemeinde zu D an z ix. Die feit circa 8 Jahren vom jetzigen Inhaber besetzte Stelle eines Lehrers, Borbeters und Schächters in hiesiger jüdischen Gemeinde wird mit dem 15. October d. I. vacant. Gehalt 180 Thlr. jährlich, nebst freier Wohnung und Nebenaccidentien. Bewerber belieben sich baldigst unter Einreichung ihrer Zeugnisse beim Unterzeichneten Vorstand zu melden. , Seehausen in der Altmark« M. Blumenthal. Vorbeter-Gesuch. Für die bevorstehenden Feiertage (!-?"-> unil wird ein Hülfsvo rbeter gegen gutes Honorar gesucht. Offerten sieht entgegen , der Vorstand der Synagogen-Geiiieiiide in Aachen. Zum 1. October d. 3. wird die Stelle eines Lehrers, der gleichzeitig Vorbeter und Schächter sein muß, vacant. Gehalt 350 Thlr. Firum, Uebeneinkimfte 50—60 Thlr. Bewerber wollen sich baldigst unter gleichzeitiger Einreichung ihrer Zeugnisse melden beim Kaufmann Zlbr. Bauchwitz. Luckenwalde, den £9. 3uli 1874. Die hiesige Lehrer- und Cantorstelle, welche mit einem Gehalte von 200 Thlrn. verbunden ist, wird mit dem 1. November d. I. vacant. Bewerber wollen sich gütigst an Unterzeichnetenwenden. icdenn S« Oppenheimer, Vorsteher. @itt Cänd. philos. et camer. wünscht z u fo fort oder Michaelis eine Hauslehrerstelle. Offert, beliebe man unter Chiffre 8. E. M. 47 an die Cxped. d. Ztg. z« richten. Für mein Manufactur- und Modewaaren-Geschäft suche ich per 1. October event. früher einen tüchtigen Verkäufer (möglichst militärfrei), der mit Landkundschaft betraut ist. Hitdebheim. Adolph Traube.